Zwischen Katzenjammer und Euphorie: Stimmen zur Wahl

Letzte Aktualisierung:
14593277.jpg
Die Wahllokale sind geschlossen, die Stimmen ausgezählt. Über die Ergebnisse zeigten die Vertreter der Kommunalpolitik am Montag nach der Wahl entweder niedergeschlagen oder euphorisch – dazwischen gab es wenig. Foto: st, jpm, dpa, hama
14593209.jpg
Dirk Kochs, Vorsitzender der Geilenkirchener CDU. Fotos: st, jpm, dpa, hama
14593212.jpg
Ingrid Heim, Ratsfrau der FDP in Gangelt. Fotos: st, jpm, dpa, hama Foto: st, jpm (je 3), dpa (1)
14593229.jpg
Marko Banzet, Parteichef der Geilenkirchener SPD. Fotos: jpm, hama, st, dpa
14593271.jpg
Alf-Ingo Pickartz, Vorsitzender der SPD Übach-Palenberg. Fotos: hama, st, jpm, dpa

Geilenkirchen/Übach-Palenberg/Gangelt. Die Rollen waren klar verteilt: Katzenjammer herrschte am Tag nach der Wahl bei SPD und Grünen, Euphorie bei CDU, FDP und den Neulingen von der AfD. Die Wahlergebnisse ließen schließlich auch kaum etwas anderes zu, und die Vertreter aus den Stadtverbänden und Ratsfraktionen aus Gangelt, Geilenkirchen und Übach-Palenberg bildeten keine Ausnahme.

Unsere Redakteure Jan Mönch und Udo Stüßer haben sich umgehört.

Dirk Kochs, Vorsitzender der Geilenkirchener CDU:

„Ein hervorragendes Wahlergebnis für die CDU und für unseren Landtagsabgeordneten Bernd Krückel. Die Wähler haben mit einer hohen Wahlbeteiligung die Rot-Grüne Landesregierung abgewählt und mit klarer Mehrheit für eine Politikwende gestimmt. Der Wahlkampf war fair, die CDU hat mit Sachthemen und dem dahinter stehenden Personal punkten können. Dafür ein herzliches Dankeschön. Jetzt ist es an uns, die gesetzten Ziele auch umzusetzen.“

Ingrid Heim, Ratsfrau der FDP in Gangelt:

„Dass die FDP ein so deutliches Comeback erlebt, freut mich ungemein. Wie es aussieht, haben bei dieser Landtagswahl bildungspolitische Themen eine große Rolle gespielt. Unter Rot-Grün sind in der Schulpolitik gravierende Fehler gemacht worden, und das haben die Wählerinnen und Wähler quittiert. Als Lehrerin freut es mich ganz besonders, dass die ideologisch geprägte Bildungspolitik in unserem Bundesland nun endlich wieder eine andere Richtung bekommen kann. Natürlich kann man nicht erwarten, dass sich eine festgefahrene Karre von heute auf morgen wieder aus dem Dreck ziehen lässt. Man darf gespannt sein, was als nächstes auf dem bildungspolitischen Feld passiert und was für die Kommunen dabei herauskommt.“

Rainer Mansel, SPD-Vorsitzender in Gangelt:

„Ich bin natürlich enttäuscht über dieses Wahlergebnis. Wie bei (fast) allen Wahlen ist das Ergebnis sachlich kaum zu begründen, es ist einer allgemeinen Stimmungslage geschuldet. Wir werden sehen, ob Armin Laschet seinen Worten auch Taten folgen lässt. Er kann allerdings von einer sehr günstigen Ausgangsposition loslegen, weil unser Land bei Weitem nicht so schlecht dasteht, wie er und auch die Kanzlerin es im Wahlkampf dargestellt haben. Vor allem für unsere Kommunen hoffe ich, dass die neue Landesregierung nicht wieder zu der kommunal-unfreundlichen Politik der Rüttgers-Regierung zurückkehrt.“

Oliver Walther, CDU-Vorsitzender in Übach-Palenberg:

„Ich habe mich sehr über das Ergebnis gefreut und freue mich auch für unsere beiden Direktkandidaten im Kreis Heinsberg, Bernd Krückel und Thomas Schnelle.

Weniger gefreut hat mich natürlich das starke Abschneiden der SPD in Übach-Palenberg, obwohl wir uns gegenüber der vorherigen Landtagswahl verbessert haben. Wir sehen, dass die SPD hier noch immer ein großes Potenzial hat. Erschrocken hat mich das starke Abschneiden der AfD in Übach-Palenberg. Da müssen wir dran arbeiten, und ich bin mir sicher, das sehen die übrigen Parteien genau so.“

Marko Banzet, Parteichef der Geilenkirchener SPD:

„Meine Enttäuschung über dieses Wahlergebnis ist sehr groß. Wir mussten nach den Umfragen natürlich mit einem schlechteren Wahlergebnis rechnen, aber diese Deutlichkeit hat mich überrascht. Die NRW SPD hat mit ihren Themen und mit der Wahlkampfstrategie die Bürgerinnen und Bürger nicht in dem nötigen Maß erreicht.

Ein kleiner Lichtblick war das vergleichsweise gute Ergebnis unseres Kandidaten Christoph Grundmann. Er konnte bei seiner ersten Kandidatur ein respektables Ergebnis im konservativen Wahlkreis Heinsberg I einfahren. Die nächsten fünf Jahre muss die NRW SPD nutzen, um sich personell neu aufzustellen und inhaltlich zu erneuern. Das geht meiner Meinung nach nicht in einer großen Koalition.“

Jürgen Benden, Vorsitzender der Geilenkirchener Grünen:

„Zuerst möchte ich den Wahlsiegern von CDU und FDP gratulieren, das gehört sich einfach so unter konkurrierenden demokratischen Parteien. Eine Analyse zum jetzigen Zeitpunkt ist natürlich sehr schwierig. Aber wir können festhalten, dass diesem Wahldesaster ein sehr engagierter, aber inhaltlich verkorkster Wahlkampf vorausgegangen ist. Wir haben es nicht geschafft, uns aus dem absehbaren Negativtrend zu befreien. Ein Grund war sicherlich der falsche schulpolitische Kurs gerade im Bereich der Inklusion. Durch diese Schwäche wurden die guten und richtigen Grünen Vorschläge etwa zur Flexibilisierung von Schullaufbahnen bei G8 oder G9 überdeckt. Hieraus müssen wir unsere Lehren ziehen und uns auch sicherlich personell neu aufstellen. Augen zu und weiter so geht jetzt nicht mehr, wir müssen stimmungsmäßig raus aus dieser Negativblase, wir Geilenkirchener Grünen haben das verstanden.“

Alf-Ingo Pickartz, Vorsitzender der SPD Übach-Palenberg:

„Das Wahlergebnis ist für die Sozialdemokratie in NRW sicherlich mehr als eine große Enttäuschung, gerade weil die Landespolitik den größten Einfluß auf die Kommunalpolitik hat. Deshalb haben wir in Übach-Palenberg in unserem Wahlkampf die landespolitischen Einflüsse – zum Beispiel Stärkungspakt, finanzielle Hilfen für die Schulen, Förderung der Kinderbetreuung in den Kitas, Schulsozialarbeit – auch in den Mittelpunkt gerückt. Vielleicht sind wir auch deshalb die einzige Stadt im Kreis Heinberg, in der die SPD gewonnen hat, wenn auch nicht ohne Verluste. Christoph Grundmann war der richtige Kandidat, auch für die Entwicklung des ländlichen Raumes. Wir nehmen das Ergebnis als Ansporn, weiterhin die Themen zu besetzen, die unsere Stadt weiterbringen. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die neue Landesregierung uns dabei unterstützt, die letzte CDU-FDP- Landesregierung hat die Kommunen deutlich geschwächt.“

Björn Speuser, Vorsitzender der FDP Geilenkirchen:

„Wir feiern unser bestes Ergebnis in NRW seit 50 Jahren. Mit dem dritten Wahlsieg in Folge können selbst die letzten Skeptiker unsere Trendwende erkennen. Die Generalprobe für die Bundestagswahl ist gelungen. Ein riesengroßer Dank und Glückwünsche gehen nach Dremmen zu unserem Direktkandidaten Stefan Lenzen, der durch seinen professionellen und engagierten Wahlkampf verdient sein Ticket nach Düsseldorf gelöst hat. Sollte es zur schwarz-gelben Koalition kommen, können wir gerade im Bereich von Bildung, Sicherheit und Wirtschaft unser Land wieder voranbringen. Einziger Wermutstropfen bleibt das relativ gute Abschneiden der AfD.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert