Übach-Palenberg - Zweifelhaft: Sonnenstrahlen überdecken die Ruhezonen

Zweifelhaft: Sonnenstrahlen überdecken die Ruhezonen

Von: mabie
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Eine „strahlende Sonne“, wo ein Ruhe-Punkt sein sollte: Schulleiterin Martina Eichler von der GGS Palenberg ist sehr verstimmt über die vermutlich gezielte Aktion gegen einen wichtigen Teil des pädagogischen Konzepts an der Schule. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Die hochrote Gesichtsfarbe von Martina Eichler um die Mittagszeit war zwar nicht mehr zu erkennen. Dennoch sitzt die Wut tief über das, was am vergangenen Wochenende auf dem Hof der Gemeinschaftsgrundschule Palenberg passiert ist.

Auf den dort vorhandenen beiden Schulhöfen gab es jeweils zwei weiße „Ruhe-Punkte“, die aber nun mit Straßenmarkierfarbe übermalt worden waren und strahlenden Sonnen gleichen. „Die Ruhe-Punkte sind Teil unseres pädagogischen Konzeptes“, sagt die Schulleiterin Martina Eichler, die seit Februar hier im Amt ist.

Zeichen für andere

Die Punkte dienen dazu, bei eventuellen Streitereien die Schüler an zwei verschiedenen Plätzen getrennt voneinander unterzubringen, um eben Ruhe in die Auseinandersetzung zu bringen. Nun sind die Punkte von Strahlen durchkreuzt, die Buchstaben „Ruhe“ überkritzelt.

„Manche Eltern glauben vielleicht, wir würden seelische Gewalt anwenden, wenn wir die Kinder zu diesen Punkten bringen“, sagt Martina Eichler. Dabei würden die Punkte gar nicht so oft in ihrem ursprünglichen Sinn gebraucht. „Meistens ist es so, dass die Schüler sich dort selbst einfinden, um den anderen ein Zeichen zu geben, dass sie im Moment einmal Ruhe haben wollen“, weiß die Pädagogin.

Keine „übliche“ Schmiererei

Nun aber sind die Punkte, die von Hausmeister Dieter Junk auf dem Schulhof aufgebracht wurden, mit gleicher weißer Farbe so übermalt, dass die Ruhe-Punkte nicht mehr als solche erkennbar sind, sondern eher wie Sonnen aussehen.

Was mancher für einen Streich halten könnte, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als offenbar gezielte Aktion. „Die Farbe bekommen sie nicht an jeder Straßenecke“, ist sich Martina Eichler sicher. Es handele sich nicht um – leider üblich gewordene – Schmierereien, weil tatsächlich nur die speziellen Ruhe-Punkte übermalt wurden. „Da ist jemand gezielt vorgegangen“, unterstreicht die Schulleiterin. Es sei schon mal Kritik an sie herangetragen worden, das Konzept mit den Ruhepunkten passe offenbar einigen Eltern nicht in deren Bild von Schulerziehung.

„Wir werden das Ganze bis zum Schulfest am kommenden Wochenende so lassen“, sagt Martina Eichler. Damit die Menschen sehen, ob nicht doch ein mannshoher Zaun um das Schulgelände herum angebracht wäre. Denn die psychologische Hürde, die dann neben der physikalischen Barriere zu überwinden wäre, könnte auch verhindern, dass dauernd Schmierereien oder andere Hinterlassenschaften Unbefugter auf dem Schulgelände zu beklagen sind, schildert die Rektorin. „Dann könnte man nicht einfach mit dem Auto auf den Schulhof fahren und so etwas tun.“

So wurde auch das neue Klettergerüst – allein aus Spenden und dem Einsatz des Fördervereins angeschafft – schon Ziel von Beschädigungen. „Und die fremde Farbe auf den Ruhepunkten“, bedauert Martina Eichler, „die kriegt man nicht so schnell weg.“

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