Geilenkirchen - Zusammenarbeit zahlt sich aus: Caritas integriert in Arbeitsmarkt

Zusammenarbeit zahlt sich aus: Caritas integriert in Arbeitsmarkt

Von: Markus Bienwald
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Wenn die Maschine läuft, ist für Fredi Gärtner vom Caritas-Behindertenwerk, Schreinermeister Hartwig Bardenhewer und seinen neuen Mitarbeiter Jörg Becker (v.l.) alles in Ordnung. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Jörg Becker und Hartwig Bardenhewer richten gerade eine Maschine ein. Das Holz liegt bereit, das Sägeblatt läuft an, und Meister Bardenhewer erklärt Jörg Becker noch den ein oder anderen Kniff. Dann geht es los, das Holz kommt in die gewünschte Form und am Ende darf ein Knopfdruck nicht fehlen, um die Technik vom Netz zu trennen.

Ganz so einfach auf Knopfdruck ging es mit dem Job von Jörg Becker nicht. Er arbeitet eigentlich beim Caritas-Behindertenwerk (CBW) Eschweiler in der Gartengruppe. Zweiter Arbeitsmarkt nennt sich das – ein Begriff, den Fredi Gärtner, Leiter des Sozialen Dienstes beim CBW, nur zu gut kennt. Denn bei der Integration von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt kommt es ganz besonders auf das Zusammenspiel der Menschen an. „Wir brauchen passgenaue Arbeitsplätze für unsere Mitarbeiter“, sagt Gärtner. Es brauche Herzblut, die Bereitschaft des Chefs, mehr Energie ins Arbeitsverhältnis zu investieren. „Da muss der Chef zuweilen auch Nerven beweisen, wenn ein Mensch mit Behinderung eine Arbeit vielleicht nicht ausführen kann.“

Das Beispiel von Jörg Becker und Hartwig Bardenhewer ist für ihn eins, bei dem er gerne gute Noten verteilt. Die Eins hat sich Jörg Becker schon alleine dadurch verdient, dass er nach Aussage seines Chefs sehr gerne zur Arbeit kommt und diese ihm richtig Spaß macht. „Das ist auch so“, betont Jörg Becker, „ich lerne auch viel und mache es sehr gerne“. Bardenhewer, der im Geilenkirchener Gewerbegebiet Niederheid als Schreinermeister selbstständig ist, weiß genau, was er gebrauchen kann und was nicht. „Ich brauche eine vernünftige Unterstützung, die hellwach ist, die auch die Arbeit sieht“, sagt er. Bei jüngeren Arbeitnehmern sei das bei Weitem nicht immer der Fall. „Die sehen Arbeit und Ausbildung mehr als Event“, umschreibt es der erfahrene Handwerker. Sein neuer Mitarbeiter hingegen gebe Feedback und erkenne schnell, was wie wo und wann zu tun ist, und beweise soziale Intelligenz. „Wenn wie in diesem Fall die Kooperationspartner und unsere Mitarbeiter so gut zusammenpassen, ist das natürlich klasse“, lobt Fredi Gärtner.

Dabei sah sich Jörg Becker, der als alleinerziehender Vater noch ein wenig mehr Planung im Arbeitsalltag benötigt, ursprünglich nicht in einer Schreinerei arbeiten. Eigentlich war ein Gartenbaubetrieb sein Ziel. „Er ist bei uns sowieso in der Gartengruppe, und hatte sich das eigentlich gewünscht“, berichtet Gärtner. Dass es nun der Werkstoff Holz ist, der Beckers Arbeitsalltag bestimmt, kommt Jörg Becker aber sehr entgegen. Denn er übernimmt die Arbeiten für seinen Chef zur vollsten Zufriedenheit und im mittlerweile in drei Monaten im Betrieb eingeübten Teamwork.

Das sieht natürlich auch der Vertreter der Caritas gerne, denn er muss schließlich auch einen Bericht zur Förderung des Überganges auf den allgemeinen Arbeitsmarkt – wie es ganz formell heißt – erstellen. Von nicht vorhandenen Ausfallzeiten, viel Motivation und Leistungsstärke ist darin zu lesen. Aber es wird auch nicht verschwiegen, dass Jörg Becker anfangs Anlaufschwierigkeiten hatte, sich den neuen Herausforderungen im Job zu stellen. Trotzdem hat er bewiesen, dass er es kann, und obwohl die Anfahrt aus seinem Wohnort Wassenberg zwar länger ist, hat er sich gut integriert. „Herr Becker ist im Betrieb angekommen und anerkannt“, steht im letzten Satz der Beurteilung. Und das merkt jeder, der Meister und Mitarbeiter einmal bei der Arbeit beobachtet.

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