Zurückgetretener ATV-Vorsitzender übt heftige Kritik

Von: st
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Ubt heftige Kritik an der Stadtverwaltung: der bisherige ATV-Vorsitzende Horst-Eberhard Hoffmann. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Horst-Eberhard Hoffmann, Fraktionschef der Geilenkirchener SPD und bis vor wenigen Tagen noch Vorsitzender des ATV Geilenkirchen, ist etwas verwundert. Der größte Sportverein in der Stadt hatte seinen Rücktritt mit „persönlichen Gründen” begründet. Diese Erklärung für seinen Rückzug ist ihm zu lapidar.

Stärkste Regierungsfraktion

Im Gespräch stellt er deshalb klar: „Ich habe das Amt des Vorsitzenden aufgegeben, um mich verstärkt der politischen Arbeit zuzuwenden.” Hoffmann geht davon aus, dass er in seinem Amt als Fraktionsvorsitzender am 21. Oktober offiziell bestätigt wird. „Dann bin ich Chef der stärksten Regierungsfraktion.

Und durch die Zusammenarbeit mit drei weiteren Fraktionen ist ein wesentlich größerer Zeitaufwand erforderlich als bisher.” Die politische Arbeit müsse in immer mehr Sitzungen abgestimmt werden. „Da bleibt wenig Raum für andere Ehrenämter.”

Doch das ist nicht der alleinige Grund: „Ich muss auch einräumen, dass mir diese Entscheidung durch die starre Haltung der Stadtverwaltung zur Sportförderung erleichtert wurde.

Zudem habe ich in der letzten Zeit das Gefühl gehabt, dass es bei allen Aktionen der Stadt gegen den ATV Geilenkirchen nicht um den Verein, sondern um meine Person ging.” Hoffmann: „Das Fass zum Überlaufen hat gebracht, dass die Stadt 39 Kalenertage brauchte, um uns auf einen Antrag auf Anbringung eines Schaukastens an der Sporthalle Bauchem in einem Satz mitzuteilen, dass das Anbringen an städtischen Gebäuden nicht genehmigt wird. Ohne Begründung.”

Fördermittel für „ein Eis”

Damit seien dem Verein Fördermittel für die Jugendarbeit verloren gegangen. Die Firma, die diese Schaukästen Vereinen für ihre Mitteilungen anbietet und die dann mit Werbung versehen wird, zahle den Vereinen zwischen 150 und 250 Euro im Jahr.

„Von der Stadt bekommen wir doch nur 750 Euro im Jahr, das ist der gleiche Betrag wie vor 32 Jahren. Dafür kann ich meinen jugendlichen Mitgliedern gerade mal einmal im Jahr ein Eis kaufen. Der ehemalige ATV-Chef klagt über „mangelnde Unterstützung durch die Stadt” und bedauert: „Das Sportamt ist wenig flexibel. Ich bin oft auf Widerstand gestoßen, vermutlich aufgrund meiner politischen Funktion.” Den Konflikt SPD-Fraktionschef und ATV-Vorsitzender habe er mit seinem Rücktritt auflösen wollen.

Unter seiner Führung, so Hoffmann, sei die Mitgliederzahl des ATV in den vergangenen fünf Jahren von 950 auf über 1300 gestiegen. Er werde sich nun nicht aus dem sportlichen Bereich verabschieden, sondern versuchen, in den Sport- und Kulturausschuss gewählt zu werden. Wenn ihn der ATV unterstütze, werde er auch ein Amt im Stadtsportverband anstreben.
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