Geilenkirchen - Zum Abschied drehen die Awacs-Maschinen eine Runde über England

Zum Abschied drehen die Awacs-Maschinen eine Runde über England

Von: Georg Schmitz
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Bitte zusteigen  alles bereit
Bitte zusteigen alles bereit zum Abschiedsflug, der Crew und Fluggäste von Teveren aus kurz über britisches Gebiet und zurück führte. Die letzte TCA-Maschine älteren Baujahrs wird aus dem Betrieb genommen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Wir werden zum Abschied tief und laut über Geilenkirchen fliegen”, sagte Brigadegeneral Burkhard Pototzky scherzhaft. Auch im Bewusstsein, dass an der Geräuschkulisse, die eine TCA der alten Generation hinterlässt, nichts zu ändern ist. Mit den sehr lauten Triebwerken der „Trainer Cargo Aircraft” (TCA) ist beim Nato E-3A-Verband nun Schluss.

Am Mittwoch wurde die letzte von drei seit August 2010 außer Dienst gestellten Transport- und Training-Maschinen Typ Boeing 707 ausgemustert. Der Verband zele­brierte den Abschied mit zwei Sonderflügen für Vertreter umliegender Kommunen und des Kreises Heinsberg sowie einer Gruppe Kinder mit Behinderung. Für letztere gab es während der Flüge einen Spendenaufruf für die Ronald Mc Donald-Kinderstiftung.

Zahlreiche Hilfsflüge

„Heute treffen wir uns hier, um auf Wiedersehen zu sagen - zu unserer letzten TCA”, ergriff der Kommandeur des Awacs-Verbands das Wort. General Pototzky klärte die beiden Bürgermeister Thomas Fiedler (Geilenkirchen) und Wolfgang Jungnitsch (Übach-Palenberg) sowie Teverens Ortsvorsteher Hans-Josef Paulus wie auch die anderen 47 Behördenvertreter kurz über die bisherigen drei TCA auf.

Neben der Verwendung als Fracht- und Transportflugzeug bei den verschiedenen Operationen seien die Maschinen vielfach auf humanitärer Ebene eingesetzt worden. So wurden unter anderem Hilfsgüter in das Erdbebengebiet in die Türkei oder im Rahmen der Hilfe nach dem Hurrikan Kathrina in die USA sowie das vom roten Aluminium-Giftschlamm betroffene Gebiet nach Ungarn geflogen.

Die am gestrigen Mittwoch außer Dienst gestellte TCA ist die älteste des Trios und hat mit 57.000 Flugstunden auch die meisten Meilen zurückgelegt. Seit Indienststellung des ersten Transportflugzeuges beim Awacs-Verband im Jahr 1988 sind bei der TCA-Squadron insgesamt 242.213 Flugstunden geleistet worden, hieß es in der Runde. In dieser Gesamtzahl sind auch die Stunden der ersten beiden Frachtmaschinen enthalten, die bereits vor den seit August 2010 außer Dienst gestellten drei Transportflugzeugen auf dem Flughafen in Teveren stationiert waren.

Den Abschiedsflug absolvierte der Kommandeur der TCA-Squadron, Oberstleutnant Andrés Gamboa, persönlich. Im Cockpit mit dabei Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, der die Startphase ganz vorne und hautnah miterlebte. „Wir fliegen nach England, das ist bei uns so Tradition”, nannte Brigadegeneral Burkhard Pototzky das Etappenziel.

Für die Mannschaft im Cockpit galten die beiden Abschiedsflüge als normale Übungseinheit, die sie im Rahmen ihrer Pflichtstunden absolvierten. „Zum Dank für die gute Zusammenarbeit mit den benachbarten Kommunen haben wir Abordnungen der Städte und des Kreises zum Mitfliegen eingeladen”, erklärte Burkhard Pototzky.

Der zweite Flug war den rund zwei Dutzend Kindern mit Behinderungen vorbehalten. Über der Nordsee, kurz hinter Rotterdam, konnte der spanische Pilot Andrés Gamboa nicht ohne Stolz verkünden, dass er soeben seine 7000. Flugstunde absolviert hatte. Das gab ebenso Applaus wie später bei der sanften Landung in Geilenkirchen - nach einem zweistündigen problemlosen Flug bis über England und zurück

In wenigen Tagen wird diese letzte TCA-Boeing 707 der Aviation School Leeuwenburg am Maastricht-Aachen Airport übergeben. Sie wird der dortigen Ingenieurschule für Ausbildungszwecke am Boden zur Verfügung gestellt. Anfang Januar wird der Ersatz für Teveren, die erste von zwei geleasten Boeing 757 mit modernen, leisen Triebwerken, beim Nato E-3A Verband erwartet.
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