Zu Gast im „Heuhotel”: Mit dem Planwagen durch die Felder

Von: Georg Schmitz
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Die Planwagenfahrt durch die N
Die Planwagenfahrt durch die Natur rund um Beeck war zugleich eine Lehrstunde für die Jungen und Mädchen. Erklärt wurde ihnen unter anderem der Weg der Zuckerrübe bis hin zum Zucker in einem handelsüblichen Paket. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Beeck. „Da steht ja ein Pferd im Schlafanzug!”, jubelt die kleine Melissa während der Planwagenfahrt durch die Auen rund um Beeck. Dem Pferd hat der Besitzer allerdings eine Schutzdecke umgelegt, um es vor Fliegen und Mücken zu schützen. Ach sooo!

18 Jungen und Mädchen der Klasse 2b der Gemeinschaftsgrundschule Annapark aus Alsdorf sind mit ihren Lehrerinnen Sandra Klinkhammer und Helene Neiwert in diesem Planwagen unterwegs. Die Natur rund um das „Golddorf” Beeck hat landschaftlich viel zu bieten, doch bei dieser Exkursion stehen die Feldfrüchte im Vordergrund. Und hier kommen Agnes und Hans-Josef Cremer ins Spiel, denn das Ehepaar ist Betreiber des bekannten „Heuhotels” in Beeck.

Der Cremerhof hat schon unzählige Kinder beherbergt, die sich einen Schlafwunsch im Heu erfüllen wollten. Eingebettet in eine fast unberührte Natur, genießt die Einrichtung einen guten Ruf. Das greift gerne auch die Kreisbauernschaft auf. In Zusammenarbeit mit der Ortsbauernschaft Beeck, deren Vorsitzender Hans-Josef Cremer seit 28 Jahren ist, haben die Kreislandwirte einen „Grünen Infopfad” ins Leben gerufen, der den Menschen den Umgang mit den heimischen Feldfrüchten näher bringen soll.

Nach der Anreise zum Heuhotel können sich die jungen Gäste erst einmal auf dem Cremerhof austoben, bevor der große Planwagen anrollt. „Wir wollen die Fahrt mit einer Lernstunde verbinden”, begrüßte Hans-Josef Cremer die sechs- bis achtjährigen Kinder. Der Landwirt - ganz ohne Lernstoff geht es nicht - verwies auf die sichere landwirtschaftliche Ertragssituation in Deutschland, dass sich in dieser Hinsicht in der glücklichen Lage schätzen könne, eine Spitzenposition in der Welt einnehmen zu können.

Die erste Station des „Grünen Lehrpfades” waren die „Hohen Tauern”, wie die Erhöhung oberhalb des Anwesens der Familie Benend in Beeck gerne genannt wird. „Von hier aus habt ihr bei diesem klaren Wetter heute eine Sicht bis in die Eifel”, zeigt Hans-Josef Cremer in besagte Richtung. „Die Bäume kenn ich schon, ich bin im Schwarzwald geboren”, meldet sich Melissa abgeklärt zu Wort.

Neben einem Kartoffelfeld wurde Halt gemacht, und Hans-Josef Cremer blieb an einer Informationstafel stehen. „Pommes aus der Unterwelt”, steht dort auf dem Schild. Der Landwirt grub ein paar Kartoffeln aus, um den Kindern zu zeigen, dass diese tatsächlich aus der „Unterwelt” stammen. Die Jungen und Mädchen bekamen auch Kartoffeln in die Hand, um sie näher untersuchen zu können.

Über die „Linderner Gracht” ging es zurück auf die andere Seite von Beeck; Stopp an einem Maisfeld. „Was hat Kolumbus mit Mais zu tun?”, lasen die Kinder auf der dortigen Tafel. Hans-Josef Cremer erklärte, dass Kolumbus den Mais wie auch die Kartoffel aus Südamerika nach Europa gebracht habe.Laura, Lea und Christina sind die ersten Mädchen, die dann ein paar Maiskörner probieren.

Rübe ist eine Königin

Die Fahrt ging bis zum Rübenfeld, an dem Hans-Josef Cremer den Kindern erklärt, dass die Zuckerrübe aus dem Mittelmeerraum stammt und vor ein paar hundert Jahren nach Deutschland gelangte. „Die Zuckerrübe ist die Königin der Feldfrüchte”, sagte der Fachmann, denn sie bringt den größten Ertrag. „Auf einem Quadratmeter wachsen sieben bis acht Zuckerrüben, aus denen ein Kilogramm Zucker erzeugt wird”, klärt die Infotafel auf. Vor langer Zeit hätten sich nur die Reichen diesen Luxus leisten können. Heute sei Zucker für jeden erschwinglich.

„Ihr Müsli wächst in Rispen”, sagt eine Tafel neben einem abgeernteten Haferfeld aus, während bei dem Weizenfeld hundert Meter weiter die Ähren zum Tragen kommen. „Hier wächst Ihr Sonntagskuchen,” ist dort zu lesen, und Hans-Josef Cremer erzählte den Kindern, dass Getreide zu Mehl verarbeitet wird. Aus dem Mehl würden Brötchen gebacken oder der Teig für Kuchen zubereitet. Aus einem Quadratmeter Getreidefläche wird ein Kilogramm Mehl gewonnen”, weiß der Landwirt.

Die Rückfahrt führte über den „Grand Canyon”, so der Landwirt, zum Heuhotel, wo bereits das Abendessen auf die Kinder wartete. Nach einer Lesestunde ging es ab ins Heu, und so manche „Schlafmütze” mag in der Nacht der „Hafer gestochen” haben.

Das außergewöhnliche Abenteuer ging für die 2 b der Annapark-Schule am nächsten Morgen zu Ende. Die Jungen und Mädchen wurden dann von ihren Eltern abgeholt und nach Hause gebracht.
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