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Zirkus „Regenbogen“: Jonglagen und kreisende Teller

Von: hama
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Der Mitmach-Zirkus „Regenbogen“ war ein voller Erfolg in der Nikolaus-Schule Breberen. Die Kinder stellten sich auch nicht ganz einfachen Aufgaben, wie das Balancieren auf dem Seil mit Reifen-Kunststücken. Foto: Karl-Heinz Hamacher
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Akrobatisches in der Schul-Manege kam beim Publikum gut an. Da war zuvor einiges an Übung nötig.

Gangelt-Breberen. Strahlende Kinderaugen, auch mit stolzem Blick, entdeckte man in allen Ecken der Manege. Rund 210 Kinder aller Altersklassen hatten fast eine Woche geübt und probiert, sich immer ein Stückchen weiter vorgewagt, um am Ende von Junior-Zirkusdirektor Luis Bomanns in das Rund des echten Zirkuszeltes, das nahe der Schule aufgebaut worden war, gerufen zu werden.

Hatten die Kinder Probleme, zauderte der ein oder die andere, traute man sich etwas nicht zu, dann kam der echte Zirkusdirektor Niklas Lagrin zum Zuge. Dass „man kann alles, man muss es nur wollen“ nicht nur ein lockerer Spruch ist, stellte er mit einer Engelsgeduld immer wieder unter Beweis.

„Das Arbeiten mit den Kindern ist mein Leben“, sagt der Mann, der selber, ebenso wie seine Frau Simone, aus einer Zirkusfamilie stammt. Aber vor rund sieben Jahren haben die beiden ihren klassischen Klein-Zirkus, mit dem sie durch die Lande tingelten, aufgrund der immer stärker sinkenden Zuschauerzahlen komplett umgestellt.

Ihren Zirkus „Regenbogen“ bieten sie nun Schulen und anderen Kindereinrichtungen als Mitmachzirkus an – und das ist ein voller Erfolg. Auf lange Zeit deutschlandweit ausgebucht, hatte man in Breberen das Glück, einen ausgefallenen Termin übernehmen zu können.

„Zirkus in der Schule haben wir hier doch eigentlich jeden Tag“, begrüßte Claudia Seidel als Leiterin der Nikolaus-Schule – wie auch ihre Stellvertreterin Stefanie Kuhlmann – humorig die rund 200 Besucher im Rund des Zirkuszeltes. Aber das Angebot der Familie Lagrin sei zu verlockend gewesen, den Kinder Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen – das, so war zu hören, ist die Paradedisziplin von Niklas Lagrin – und Selbstvertrauen in einer so tollen Umgebung zu vermitteln. Hinzu kam sicher auch die Überwindung der Angst, wenn es um das ein oder andere Kunststück ging.

Was die Clownerie, Zauberei und Wortakrobatik anging, fand Zirkuschef Lagrin schnell seinen Meister in einer Gruppe von Kindern, die auf jede Frage eine Antwort wusste und bei jeder Antwort für ein Missverständnis sorgen konnte. Beim Seiltanz zum Beispiel sieht das Seil in einem Meter Höhe ehr unspektakulär aus.

Steht man allerdings auf dem Seil, stellt sich die Situation anders dar – vor allem dann, wenn auch noch Kunststückchen, vielleicht mit dem Reifen, verlangt werden. Alles kein Problem für die Kinder der Nikolaus-Schule. Auch beim Tellerdrehen konnte kein großes Malheur passieren. Schließlich waren die Geräte aus Plastik und der Zirkusboden weich eingestreut.

„Prinz Andrew“ heißt der mit anderthalb Jahren jüngste Spross der Lagrin-Truppe. Der mischte sich immer wieder unter die „großen“ Kinder, machte viele der Aufgaben mit, und es war herrlich anzusehen, wie dieser kleine Wirbelwind Zirkus, Manege und Publikum schon im Griff hat.

Boden- und Luftakrobatik wurden von mutigen Kindern für ein begeistertes Publikum dargeboten, Jongleure zeigten ihr Können, Zauberer sorgten für die nötige Magie, und einige durften sogar mit Niklas Lagrin mit echtem Feuer arbeiten – das erforderte natürlich besonderen Mut.

Zusammen mit Bürgermeister Bernhard Tholen waren es am Ende der drei Vorstellungen mehr als 500 Gäste, die begrüßt werden konnten und die rundweg alle von diesem Projekt begeistert waren.

Und während der Mitmach-Zirkus „Regenbogen“ schon wieder im Düsseldorfer Raum mit andern Kinder am Projekt „Stark werden“ arbeitet, sitzen mehr als 200 Grundschüler in Breberen nun daran, in ihren „Zirkustagebüchern“ festzuhalten, was das doch für eine tolle, ereignis- und lehrreiche Woche gewesen ist.

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