Geilenkirchen - „Zille“ wird für gute integrative Jugendarbeit belohnt

„Zille“ wird für gute integrative Jugendarbeit belohnt

Von: cro
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Sibilla Gärtner (3.v.r.) vom Jugendheim Zille kam ins Rathaus, um die Spende der Landpartie offiziell zu machen. Mit dabei waren unter anderem einige geflüchtete junge Männer, die an den Sprachkursen des Jugendheims teilnehmen, für die das Geld gedacht ist. Foto: Carsten Rose

Geilenkirchen. Der 18-jährige Abdullah Nowrozi, der in diesem Jahr aus Afghanistan nach Geilenkirchen gekommen ist, konnte es kaum abwarten, im kleinen Sitzungssaal des Geilenkirchener Rathauses zu zeigen, wie gut er schon Deutsch spricht: „Ich bin seit fünf Monaten hier. Deutsch ist schwierig, aber ich versuche mein Bestes, um besser zu sprechen“, sagte er.

 „Noch wohne ich in Niederheid, aber ich warte auf den Transfer woanders hin.“ Fehlerfreies Deutsch. Das freute Sibilla Gärtner und Bürgermeister Georg Schmitz sichtlich, sie saßen am Kopf der Runde. Dass geflüchtete junge Menschen wie Abdullah Nowrozi sich binnen kürzester Zeit auf Deutsch verständigen können, war auch der Anlass, warum er und sechs andere Geflüchtete mit Sibilla Gärtner ins Rathaus gekommen sind.

Bürgermeister Schmitz wollte es nun offiziell machen, dass die Stadt Geilenkirchen dem Jugendzentrum Zille jüngst 781,15 Euro überwiesen hatte. „Wir haben Zille ausgewählt, weil ihr schon immer gute Jugendarbeit und vor allem integrative Jugendarbeit leistet“, sagte Schmitz zu seiner strahlenden Sitznachbarin Gärtner. Das Geld wurde auf der Landpartie der Stadt Geilenkirchen im Juni gesammelt.

Die Spende nutzt die Einrichtung für die Materialkosten der Sprachkurse, die sie Geflüchteten in Geilenkirchen und Umgebung anbietet. Die Lehrer des zwei Mal wöchentlichen Deutschunterrichts sind „umsonst“, weil die hauptberuflichen Lehrer und Schüler ehrenamtlich arbeiten. Sechs Lehrer sind im Dienst nach ihrem eigentlichen Dienst, im Nachhilfeunterricht noch einmal acht. „Die meisten Lehrer kommen einmal die Woche für zwei bis drei Stunden. Manche kommen auch zwei Mal und stellen sich flexibel auf die Schüler ein“, sagt Gärtner.

Dazu kommen einige Jugendliche und junge Erwachsene. Zu ihnen gehört der 17-jährige Denis Lemmens, der momentan eine Pause wegen der Schule einlegt, bald aber wieder unterrichten möchte. Kritik an den jungen Geflüchteten, sich nicht für Deutschland zu interessieren, wie es auch aus Kreisen des Jugendheims heißt, möchte er nicht gelten lassen und sagte: „Ganz ehrlich: Ich wüsste auch nicht auf Anhieb, wo Afghanistan auf der Landkarte liegt.“

In der Spitze hätten 50 ausländische Schüler die Sprachkurse angenommen. Jetzt seien es noch etwa 25. Gärtner und ihre Unterstützer wie Adelheid Aretz hätten damit zu kämpfen, dass viele der Sprachschüler unzuverlässig seien. „Wenn das Wetter gut ist, kommen viele nicht. Das ist schade“, sagt Gärtner. Daran müsse man auch arbeiten, pflichtete Aretz ihr bei.

Die Schüler, die mit ins Rathaus gekommen sind, stammen aus Afghanistan und dem Iran. „Die Sprachkurse sind typisch für unsere Arbeit: Es war schon immer multikulti bei uns“, sagt Gärtner.

Als man die Leiterin des Jugendheims auf die nächsten Projekte anspricht, nennt sie das anstehende regionale Streetsoccer-Turnier. „Da kommen 80 bis 100 Jugendliche, wir haben erst mal ein Stück Arbeit vor der Brust.“ Dieses Turnier, das habe sie im vergangenen Jahr erkannt, würde die Integration der Geflüchteten weit voranbringen. Anfangs hatte sie die Befürchtung, dass die fehlenden Sprachkenntnisse zu Problemen auf dem Platz führen könnten. Aber: „Die Offenheit kommt auf dem Platz von allein. Abklatschen klappt immer.“

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