Zigaretten rauchen: „Gar nicht erst damit anfangen“

Von: Markus Bienwald
Letzte Aktualisierung:
13924566.jpg
Die letzte Zigarette ausdrücken: In einer Peer-to-Peer-Veranstaltung klären ältere Schüler die jüngeren Jahrgänge über die Folgen des Rauchens auf. In Umfragen und Vorträgen wird das Thema von allen Seiten beleuchtet. Foto: Imago
13924567.jpg
Die Schüler Marcel Jungblut (links) und Moritz Pauli zeigen den Sechst-klässlern die negativen Folgen des Rauchens auf. Foto: Markus Bienwald
13924572.jpg
Biologielehrerin Emmi Haak hat den Überblick und informiert über Zahlen rund ums Rauchen. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Immer wieder spielt der Glimmstengel in der Städtischen Realschule Geilenkirchen eine große Rolle. Nicht in den Pausen, denn natürlich sollte das Schulgelände als öffentliches Gebäude längst rauchfrei sein. Sondern einmal im Jahr, wenn in einer Peer-to-Peer-Veranstaltung die jüngeren Eleven von den älteren Schulkameraden über die Folgen der Volkssucht Rauchen aufgeklärt werden.

„Peer-to-Peer bedeutet, dass sich die Schüler trotz des Altersunterschieds auf Augenhöhe über das Thema austauschen können“, erklärt Emmi Haak. Die Biologielehrerin betreut mit ihrer Fachkollegin Katharina Bemberg seit zehn Jahren die regelmäßige Veranstaltung, die in enger Zusammenarbeit mit dem Kreisgesundheitsamt stattfindet. Die Vorgehensweise hat sich dabei kaum verändert. Denn neben dem Bau beispielsweise von Figuren aus leeren Zigarettenschachteln und kleinen Spielszenen, die von den älteren Schülern der Klasse zehn für die Zielgruppe aus der Klasse sechs einstudiert werden, gibt es auch interessante Umfragen.

„Rauchen ist viel zu teuer“, bejahten dabei ganz viele der Schüler und stimmten zu, dass Lebensfreude die beste Vorbeugung gegen Suchterkrankungen ist. Dass die Kippen auch stinken, bestätigten alle Schüler. Und ganz viel Zustimmung gab es auch für die Aussage „Am liebsten ist es mir, wenn meine Freunde nicht rauchen“. Zweifel gab es bei diesen naturgemäß nicht repräsentativen Umfragen dabei, ob Nikotin schlimmer wirke als andere Drogen, oder ob jeder Mensch lernen könne, mit der Nikotinsucht umzugehen. Da war es sehr hilfreich, dass beim abschließenden Elternabend in der Aula des Schulkomplexes auch ein paar harte Fakten auf den Tisch kamen.

Da die Suchtprophylaxefachkraft Ilona van Halbeek vom Kreisgesundheitsamt Heinsberg an diesem Abend aus gesundheitlichen Gründen verhindert war, übernahm Emmi Haak die Vorstellung. So zeigte ihr Blick in die Statistik, dass das durchschnittliche Einstiegsalter zum Rauchen 14,3 Jahre beträgt, aber immerhin 70,8 Prozent der zwölf- bis 17-Jährigen in Deutschland nach eigenen Angaben noch nie geraucht haben. „Aber umgekehrt rauchen etwa zwölf Prozent der Jugendlichen in diesem Alter, eine Zahl, die in der nächsten Altersklasse bis 25 Jahre auf über 23 Prozent ansteigt“, so Haak.

Dass Rauchen immer noch ein gesellschaftlich unterschätztes Gesundheitsrisiko ist, zeigte ein Blick auf die Folgen des Rauchens. So sterben zirka 140.000 Deutsche pro Jahr an den direkten Folgen des Rauchens. Dagegen seien die Zahlen der Drogentoten trotz eines deutlichen Anstiegs gegenüber den Vorjahren mit offiziell über 1200 Opfern eher gering. Und auch die Zahlen bei der Alkoholsucht sind mit etwa 15.000 Todesopfern pro Jahr deutlich kleiner.

So bleibt das Rauchen auch in Zukunft nicht nur eine ständige Gefährdung der Gesundheit, sondern wird auch weiterhin in der Arbeit der Geilenkirchener Realschule ein wichtiger Punkt zur Gesundheisterziehung bleiben.

Marcel Jungblut und Moritz Pauli, die mit ihrer Gruppe ein paar Versuche zum Thema Rauchen gemacht haben, können da nur einen Tipp geben: „Man sollte lieber nicht anfangen“, so Moritz.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert