Zentimeterarbeit für großen Kirmesspaß

Von: Georg Schmitz
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Zwei Tage nimmt der Aufbau des
Zwei Tage nimmt der Aufbau des rasanten Fahrgeschäftes „Booster” aus Hannover in Anspruch, das erstmals in Geilenkirchen vertreten ist. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Rege Aktivitäten herrschen seit Montag schon auf dem Beamtenparkplatz im Stadtzentrum von Geilenkirchen. Dort sind die Aufbauarbeiten für den traditionellen Pfingstmarkt in vollem Gange.

Schon seit mehr als 550 Jahren zieht es die Menschen aus dem Umland in die Stadt an der Wurm. In den Anfängen, als sich die Gaukler, Feuerschlucker und Zauberkünstler präsentierten, bot sich ein vollkommen anderes Bild als in den zurück liegenden Jahrzehnten, in denen die Menschen gerne rasante Minuten auf großen Fahrgeschäften erleben.

Um die als Parkplatz genutzte Fläche mit zahlreichen Attraktionen verschiedener Art zu bestücken, hat Marktmeister Detlef Kerseboom schon im vorigen Jahr die Vorbereitungen für den Pfingstmarkt 2012 in Angriff genommen. Auch in diesen Tagen ist Detlef Kerseboom täglich auf dem Platz unterwegs, denn es gibt noch einiges zu tun. Am Montag hat er das weitläufige Areal neben dem Wurmauenpark vermessen und den Schaustellerbetrieben die vorgesehen Plätze zugewiesen.

Seit diesem Tag rollen auch die Kirmeswagen fast im Stundentakt an, und mittlerweile ist es eng auf dem Platz geworden, denn pünktlich zur Eröffnung am heutigen Freitagnachmittag müssen alle Fahrgeschäfte und Buden für die Gäste ausgestattet sein.

60 Schaustellerbetriebe hat Detlef Kerseboom in diesem Jahr für den Pfingstmarkt gewinnen können - bei einer Bewerbungszahl von rund 200 Interessierten.

Schon vor mehr als 40 Jahren zog es die Familie Giebel aus Düren zum Pfingstmarkt nach Geilenkirchen. Anfangs war Rolf Giebel mit dem „Musikexpress” unterwegs, heute verdient er mit duftendem Backfisch, Schaschlik, Currywurst und Pommes Frites seinen Lebensunterhalt.

Zu den Schaustellern der „ersten Stunde” gehören auch Marion und Hubert Gehlen aus Eschweiler. „Meine Eltern waren schon vorher mit Pfeilwerfen und Verlosung hier”, erzählt Marion Gehlen. Sie und ihr Mann folgten der Familientradition dann mit einer Blumenverlosung und später mit einer Schiffschaukel nach Geilenkirchen. Seit rund 20 Jahren fahren sie mit einem Spezialitätenwagen durch die Lande und verkaufen Mandeln und Früchte mit Schokoüberzug.

„Es hat sich schon viel verändert in den vergangenen 30 Jahren”, blickt Hans Heitkämper zurück, der mit seinem Gastronomiebetrieb „Almhof” seit 28 Jahren dem Pfingstmarkt die Treue hält. Wie an Plätzen anderenorts auch sitzt das Geld in Geilenkirchen auch nicht mehr so locker, sagt er, aber: „Der Platz ist immer noch einer der besten. Dank der vielen attraktiven Fahrgeschäfte kann man den Pfingstmarkt mit einer Großkirmes vergleichen.” Zudem verfüge der neu gestaltete Beamtenparkplatz über eine sehr gute Infrastruktur mit idealen Wasser- und Elektroanschlüssen.

Das alles zu hören freut Marktmeister Detlef Kerseboom, der in diesem Jahr sieben große Fahrgeschäfte nach Geilenkirchen geholt hat. Autoscooter, Jaguarbahn und Break-Dance zählen dabei zu den Geräten mit „Kult-Status”, und die sind ein „Muss” für jede Kirmes. Doch diesmal ist der große Platz bis auf den letzten Meter ausgereizt, und das ist nicht zuletzt dem Riesenrad zu verdanken.

Eine rasante Drehscheibe

Mit 55 Metern geht es hier so hoch hinaus wie noch nie zuvor auf dem Pfingstmarkt. Das erlaubt einen fantastischen Blick über die Stadt und in die Region. Das so genannte „Diamond Wheel” gehört dem Niederländer Arend Harms aus Assen bei Groningen. Mit sechs Fahrzeugen ist die Mannschaft angerollt, drei 21 Meter lange Trailer werden in den Aufbau einbezogen.

Mit Baujahr 2009 zählt das Riesenrad zu den modernsten in Europa. Auch deshalb ist es nicht verwunderlich, dass der Aufbau „nur” rund zehn bis zwölf Stunden dauert. Neun Mann packen mit an, wobei viele Arbeitsabläufe bereits technisch gesteuert werden. Die einzelnen Teile sind auf den Transportern so angeordnet, dass sie problemlos hochgezogen und eingehängt werden können. Ganz zum Schluss kommen die 28 Gondeln an ihren Platz.

Brandneu ist auch das rasante Fahrgeschäft „Booster” aus Hannover, dass zum ersten Mal im Kreis Heinsberg gastiert. „Die vier sich rechts und links drehenden, ebenfalls auf einer im 45 Grad-Winkel bis zu 17 Meter hohen rund laufenden Drehscheibe angeordneten Gondeln erreichen Belastungskräfte von bis zu vier G”, macht Thomas Clare den „Adrenalin-Freaks” schon mal Lust auf eine Mitfahrt.

Erstmals beim Pfingstmarkt dabei ist auch das Abenteuer-Laufgeschäft „Amazonas” aus München. „Das ist einzigartig, denn wir bringen den Besuchern die Kultur um den Amazonas näher”, erläutert Angelo Agtsch.

Vieles dreht sich hier um das Element „Wasser”, und beim Hindernisparcours über drei Etagen treffen die Menschen sogar auf lebende Reptilien, Spinnen und auch Piranhas.

Dann ist da noch „Willi, der Wurm”, eine kleine Familien-Achterbahn, die schon beim Oktoberfest vor dem Rathaus besonders die jungen die Menschen fasziniert hatte.

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