Geilenkirchen - Zentec-Insolvenz hat ein juristisches Nachspiel

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Zentec-Insolvenz hat ein juristisches Nachspiel

Von: jpm
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Mitte März hatte das Aachener Amtsgericht ein Insolvenzeröffnungsverfahren eingeleitet. Foto: Jan Mönch

Geilenkirchen. Die Insolvenz des Geilenkirchener Autozulieferers Zentec Automotive GmbH könnte für die ehemalige Geschäftsleitung auch persönlich ein Nachspiel haben. Wie Staatsanwalt Dr. Jost Schützeberg unserer Zeitung am Mittwoch bestätigte, ist ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung anhängig.

In diesem Rahmen werde auch geprüft, ob daneben eine „Vorenthaltung und Veruntreuung von Arbeitsentgelt“ vorliege. Entsprechende Anzeigen liegen der Staatsanwaltschaft vor und belasten die ehemalige Geschäftsleitung des Automobilzulieferers.

Mitte März hatte das Aachener Amtsgericht ein Insolvenzeröffnungsverfahren eingeleitet. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Dr. Mark Boddenberg eingesetzt. Seit Anfang Mai läuft das eigentliche Insolvenzverfahren, Boddenberg ist für dessen Dauer Geschäftsführer.

Er darf gegenüber der Presse keine Angaben dazu machen, ob sich Anhaltspunkte für juristisch relevantes Fehlverhalten ergeben haben, die Ermittlungsbehörden müssen jedoch informiert werden. Die Staatsanwaltschaft wird sich im Rahmen ihrer Ermittlungen somit maßgeblich auf Boddenbergs Erkenntnisse stützen.

Eine Insolvenzverschleppung kann vorliegen, wenn trotz akuter Zahlungsunfähigkeit kein eigener Insolvenzantrag gestellt wird, dieser Schritt also hinausgezögert und weitere Schulden produziert werden. Daraus entsteht vermeidbarer Schaden für Gläubiger wie Arbeitnehmer, Fiskus, Versicherungen, Genossenschaften oder auch andere Firmen, die das insolvente Unternehmen beliefert haben.

In der Tat hatte der Inhaber eines kleinen Betriebs aus NRW unserer Zeitung Anfang dieses Jahres berichtet, sich selbst von Insolvenz bedroht zu sehen, weil Zentec seine Rechnungen nicht zahle – Monate vor dem Insolvenzverfahren.

Eine nicht unwichtige Rolle bei der weiteren juristischen Aufarbeitung der Causa Zentec dürfte spielen, dass die ehemalige Geschäftsleitung nach Informationen unserer Zeitung zwar einen eigenen Antrag auf Insolvenz gestellt hatte – allerdings erst kurz nachdem bereits Anträge vom Finanzamt und einer Krankenversicherung beim Aachener Amtsgericht eingegangen waren. Insolvenzverschleppung kann mit Haft von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden.

 

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