Wassenberg - Zeitreise durch Wassenbergs spannende Geschichte

Zeitreise durch Wassenbergs spannende Geschichte

Von: Johannes Bindels
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Therese Wasch hatte viel zu erzählen bei ihrer Führung durch Wassenberg unter dem Titel „Menschen und Märkte“ im Rahmen des Weltgästeführertags. Foto: Bindels

Wassenberg. „Was steht ihr da und haltet Maulaffen feil?“ So begrüßte Stadtführerin Therese Wasch vom Verein Westblicke standesgemäß ihre Gäste, um sie anschließend auf eine Zeit-Reise ins Wassenberg des 13. Jahrhunderts mitzunehmen. Anlass war die Einladung zu einer Führung im Rahmen des Weltgästeführertag mit dem Motto „Menschen und Märkte“.

Zuvor waren die 40 Interessierten, die den Wetterunbilden trotzten, von der Tourismusbeauftragten der Stadt Wassenberg, Sabrina Martin, begrüßt worden.

„Wie sah Wassenberg im 13. Jahrhundert aus?“, fragte Therese Wasch zu Beginn ihrer Zeitreise, um sogleich die Antwort zu geben: Wassenberg wird 1273 die Stadtrechte innegehabt haben, wie auf dem Siegel nachvollziehbar ist, das nur verliehen wurde, wenn der Ort auch Stadt war. „Zu den Stadtrechten gehörte, dass ein Markt abgehalten werden durfte, Münzen gedruckt wurden und zum Schutz der Stadt eine umlaufende Befestigung bestand“, erläuterte Wasch den aufmerksamen Zuhörern, um zu ergänzen: „Sechs Türme und drei Stadttore sind damals für Wassenberg verzeichnet gewesen. Es gab das Nordtor, das in Richtung Birgelen wies, das Brühlertor im Süden und im Westen das Roßtor. Bei einer Gesamtlänge der Stadtbefestigung hatte die Stadt Wassenberg einen Durchmesser von etwa 370 Metern.“

Dass in den Städten der Größe Wassenbergs im 13. Jahrhundert die meisten Häuser aus dem Materialien Holz, Lehm und Stroh gebaut wurden, erfuhren die Zuhörer ebenso, wie, dass lediglich die Burg, die Stadtmauer als Befestigung, das Rathaus (auch oft Gewandhaus genannt) und wenige Häuser reicher Kaufleute oder des Adels aus Stein gebaut waren. „Daher stammt auch noch heute der Begriff ‚steinreich‘ für besonders Begüterte“, wusste die Gästeführerin zu berichten. „Am Roßtorplatz wurde der Markt abgehalten.

Dort hatten die Kaufleute ihre Verkaufsstellen in ihren Häusern. Die Fenster hatten dabei Verschläge, die quer geteilt waren. Der obere Teil diente beim Hochklappen als Dach, der untere Teil als Ladentisch. Wenn die Ladenteile geöffnet wurden, konnte gekauft werden.“ So sei auch heute noch der Begriff Ladenöffnung für die Öffnungszeiten der Geschäfte zu verstehen, erfuhren die Gäste in der kleinen Sprachgeschichte. „Die Frauen waren abhängig von den männlichen Mitgliedern der Familie. Sie konnten allenfalls vorübergehend, wenn der Mann als Kaufmann längere Zeit abwesend war, die Geschäfte führen“, berichtete Wasch.

Anhand ihres authentischen Kostüms erläuterte sie anschaulich Kleidung und Kopfbedeckung. „Wenn die Frau verheiratet war, trug sie eine Haube. Daher auch der Ausdruck ‚unter die Haube gekommen‘“, wusste Wasch zu erklären. Welche Berufe bestanden, wie manche in den heutigen Familiennamen noch nachvollziehbar sind, etwa Tuchmacher, Wollenweber, Kannengießer, aber auch wie Vergehen bestraft wurden (am Pranger stehen), der möglicherweise an der Stelle der heutigen Marktsäule gestanden haben kann und wo ein Gericht abgehalten wurde, erfuhren die Gäste im Laufe der Führung anschaulich geschildert.

Eine kurzweilige und ebenso detailreiche Führung machte das Wetter vergessen und lässt auf weitere interessante Führungen zu Recht hoffen. Am Roßtorplatz war dank der Gästeführerin ein Hauch Wassenberger Mittelalter zu verspüren und nachvollziehbar. „ Das Ende meiner Führung tu ich euch kund, und wünsche allen, bleibt gesund“, so beendete Wasch ihre unterhaltsame Reise ins mittelalterliche Wassenberg und erhielt dafür den wohlverdienten Applaus.

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