Zechenhäuser: Hinter neuer Fassade steckt alte Bausubstanz

Von: Franz Windelen
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Aus Alt macht Neu: Inzwischen sind alle 48 modernisierten Wohnungen in der Carolus-Magnus-Allee bezogen. Im Hintergrund steht ein noch nicht saniertes Bergarbeiterhaus. Foto: Iler
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Freuen sich über eine gute Kooperation: Hans-Peter Gatzen (l.), Wirtschaftsförderer der Stadt Übach-Palenberg, und Bernhard Gottlob, Geschäftsführer der Carolus Magnus GmbH. Fotos (2): V. Müller Foto: ller

Übach-Palenberg. Sie sehen niegelnagelneu aus, die drei Häuserblocks und die zwei Einzelhäuser in der Übach-Palenberger Carolus-Magnus-Allee. Dabei versteckt sich hinter den frisch sanierten, hellen Fassaden alte Bausubstanz. Bernhard Gottlob freut sich, dass das Konzept so gut aufgegangen ist. Bernhard Gottlob teilt sich mit seinem Vater Roman die Geschäftsführung der Carolus Magnus GmbH.

Das Grundstücks- und Wohnungsunternehmen hat sich auf die Fahnen geschrieben, die in ihrem Eigentum stehenden, ehemaligen Bergmannshäuser, die nicht mehr modernen Ansprüchen genügen, wieder flott und für den Mietmarkt attraktiv zu machen. Natürlich nur dort, wo die Bausubstanz es noch hergibt. „In der Carolus-Magnus-Allee war das der Fall, das alte Backsteingemäuer war noch intakt“, konstatiert Bernhard Gottlob.

Die Häuser wurden wärmeisoliert, der Dachstuhl wurde erneuert und der Keller erhielt ebenfalls eine Isolierung. Als die Sanierungsmaßnahmen Ende 2010 starteten, sah alles noch trist und marode aus – drinnen wie draußen. Als Mitte vergangenen Jahres die letzten Bauhandwerker abzogen, waren dort komfortable Wohnungen in einer Größe von bis zu 60 Quadratmetern mit kleinen, nach Süden ausgerichteten Balkons zu besichtigen. „Gekostet hat die komplette Maßnahme 3,5 Millionen Euro“, bilanziert Gottlob. Inzwischen sind die 48 Appartements vermietet. Vor allem Mitarbeiter des nur einen Steinwurf entfernten Textilmaschinenherstellers Oerlikon haben dort ein Domizil gefunden. Auch Singles und Paare aus der Umgebung von Übach-Palenberg reizt der neue Mietraum mitten in der Stadt, aber doch im Stillen zwischen alten Linden gelegen.

Natürlich hätte man die alten Zechenhäuser, immerhin aus den 60er Jahren, abreißen und kostenträchtigere Neubauten hinsetzen können. „Aber die noch gut erhaltene Bausubstanz wollten wir nicht zerstören. Eine gelockerte Bebauung passt hier einfach besser ins Straßenbild“, spricht sich der Geschäftsführer in diesem Fall gegen eine „platzoptimierte Bauweise“ aus.

Die Carolus Magnus GmbH arbeitet bei ihren Sanierungs- und Baumaßnahmen eng mit der Stadt Übach-Palenberg zusammen. Eine Kooperation, die sicherlich für beide Seiten interessant ist: einerseits ist die Carolus Magnus GmbH der größte Immobilienbesitzer in der ehemaligen Zechenstadt, andererseits kommt die Stadt Übach-Palenberg, die auf viele Neubürger hofft, in den Genuss modernen Wohnraums. „Wir haben in Übach-Palenberg rund 500 Wohnungen“, überschlägt Bernhard Gottlob den Ist-Zustand. „Seit dem Jahr 2000 sanieren wir unsere Häuser systematisch durch“, sagt er. Dafür nehme die GmbH jährlich rund eine Million Euro in die Hand.

Kein Wunder, dass Hans-Peter Gatzen, der Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, Kultur und Bürgerservice, die „gut gelungenen Sanierungen“ ganz besonders lobt. Die nächste Kooperation mit der Carolus Magnus GmbH sei schon festgezurrt, erklärt er. „Im Palenberger Kirchfeld, am Bahnhof, entsteht ein Mehrfamilienhaus mit vier bis sechs Wohneinheiten.“ Der oberste Wirtschaftsförderer der Stadt hat noch ein anderes Projekt in petto: In der Schley werden alte Gebäude geschleift, um Platz für elf neue Wohneinheiten zu schaffen. Baugbeginn: voraussichtlich im Herbst.

Aus vergangener Zechenzeit gibt es natürlich noch viel alten Wohnbestand in Übach-Palenberg. Wenn jetzt aus Alt Neu wird, ist dies natürlich auch im Interesse der Stadt Übach-Palenberg, die vor allem um junge Neubürger wirbt. Hans-Peter Gatzen hat nämlich festgestellt, dass „Wohnungen mit gutem Standard wie die in der Carolus-Magnus-Allee auch gut angenommen werden, die schlechten Wohnungen hingegen nicht“.

Der durchschnittliche Mietpreis pro Quadratmeter liegt nach Erkenntnissen des Wirtschaftsförderers bei 6,50 Euro pro Quadratmeter .

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