Wurmstock-Festival: Punkrock bei Freibadwetter

Von: Renate Kolodzey
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Diese vier Jungs aus Wassenberg sind zusammen „Memories on Polaroids“ – sie sahnten den Hauptgewinn ab. Foto: Renate Kolodzey
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Die Organisatoren des Wurmstock-Festivals, darunter Lars Kleinsteuber, Vorsitzender der Jusos Übach-Palenberg (vorne r.) mit Bundestagsabgeordnetem Norbert Spinrath (Mitte, mit Krawatte), Ralf Derichs, Vorsitzender der Kreistagsfraktion (4. v. l.), und Alf-Ingo Pickartz, Stadtverbandsvorsitzender Übach-Palenberg (3. v. l.).

Übach-Palenberg. „Woodstock ist Vergangenheit – es lebe Wurmstock!“ So konnte man denken, wenn man am Samstagnachmittag im Naherholungsgebiet unterwegs war und den Bands beim Wurmstock-Musikfestival zuhörte, die dort spielten.

Bei herrlichstem Sommerwetter, genauer gesagt 34 Grad im Schatten, war es eine regelrecht schweißtreibende Herausforderung für die Musikgruppen, zu zeigen, was sie können. Die Auftritte in der Konzertmuschel waren in einen Wettbewerb eingebunden, der von Lars Kleinsteuber, Vorsitzender der Jusos Übach-Palenberg, und seinen Mitstreitern organisiert worden war.

Dem Sieger winkte am Ende eine professionelle Studioaufnahme in Aachen im Wert von 500 Euro. Nebenbei gab es im Park jede Menge Informationen über die SPD.

Gute Resonanz

Kleinsteuber erzählte: „Wir haben das Festival letztes Jahr zum ersten Mal veranstaltet, und weil es eine so gute Resonanz erzielte, wollten wir es in diesem Jahr wiederholen. Heute ist Freibadwetter, doch trotzdem sind viele Leute hier, was uns sehr freut!“ Er bedauerte, dass es ansonsten in Übach-Palenberg kaum Events für Jugendliche gäbe. Gesponsert werde die Veranstaltung von Heinz Gaida, dem Wirt des im Park befindlichen Cafés „Seetreff Wurmtal“.

Auch Bundestagsabgeordneter Norbert Spinrath schaute vorbei: „Es ist ganz toll, dass die Jugend das Wurmstockfestival selbst organisiert, und die Musik, die ich bisher hörte, finde ich gut. Ich hatte Schlimmeres befürchtet!“ Ralf Derichs, Vorsitzender der Kreistagsfraktion, schloss sich ihm an und verriet: „Ich war früher selbst Juso-Vorsitzender, daher fühle ich mich den Organisatoren verbunden.“

Alf-Ingo Pickartz, Stadtverbandsvorsitzender in Übach-Palenberg, betonte: „Die Jusos möchten der Jugend ein Forum bieten, sich über die Musik zu treffen. Hier im Ort hat sie viel zu selten Gelegenheit dazu. Dies sieht man auch daran, dass wir die Konzertmuschel heute morgen erst säubern mussten, um sie anschließend mit Leben zu erfüllen.“

Natürlich hatte man auch an eine kompetente Jury gedacht: Fritz Knizia, Christoph Mauermann und Nicole Schmidt sollten die Tonkünstler nach drei Kategorien beurteilen: Musik, Gesang und Performance. Für jeden Bereich durften sie Punkte von eins bis zehn verteilen, und die Band mit den meisten Punkten sollte siegen.

Um 15.30 Uhr ging es mit einer kleinen Verspätung los: Jede Formation musste bis zur Siegerehrung um 21 Uhr nacheinander 40 Minuten spielen. Den Anfang machten die glücklichen Gewinner des Vorjahres, „Queen‘s Revenge“, deren Mitglieder aus Übach-Palenberg und Baesweiler stammen und außer Konkurrenz antraten. Weiter ging es mit „Abschaumbad“ aus Bochum, „Memories on Polaroids“ aus Kohlscheid, „Left the suffering behind“ aus Wassenberg, die für die Aachener Band „Kartoum“ einsprang, da diese aus beruflichen Gründen hatte absagen müssen, „Ass loud ass possible“ aus Übach-Palenberg und Baesweiler sowie „Scratch“ aus Erkelenz.

Rund 250 Fans der Rock- und Punkmusik erfreuten sich an den quirligen, lautstarken Klängen der Interpreten: ehrlicher, kompromissloser Rock, teils mit Eigenkreationen, fetter Gitarrensound mit eingängigen Riffs, enthusiastisch bearbeitete Drums, kraftvolle Musik mit schillernden Parts der Shouter – mit anderen Worten „Musik für Ohren und Füße“, denn auch ungezwungenes Tanzen vor der Bühne war angesagt.

Solch authentische Spielfreude und gelebte Leidenschaft machten den rund 250 Gästen Riesenspaß. Auch Nessin Semmo aus Übach-Palenberg war begeistert: „Es ist ganz große Klasse, so tolle Livemusik zu hören!“ Daher waren alle Bands am Ende Sieger, doch letztendlich durfte sich „Memories on Polaroids“ über den Gewinn der professionellen Studioaufnahme freuen.

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