Workshop: Kinder lernen Zeichnen wie Greg

Von: Renate Kolodzey
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Die Teilnehmer des Zeichen-Workshops mit Antonia Zaharanski, Leiterin der Stadtbibliothek, Nadine Sadlowski, stellvertretende Leiterin, und Charlotte Hofmann,Diplom-Illustratorin (v.l.). Foto: Renate Kolodzey
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Ganz vertieft in das Zeichnen: Die Kinder nehmen sich für ihre Skizzen sehr viel Zeit. Schließlich sind Genauigkeit und ein gutes Auge gefragt. Foto: Renate Kolodzey

Geilenkirchen. „Anfang November kam der zehnte Band von ‚Greg‘ heraus, daher hatten wir die Idee, den Kindern einen Zeichenkurs hierzu anzubieten“, erzählte Antonia Zaharanski, Leiterin der Stadtbibliothek Geilenkirchen, „15 Kinder konnten sich anmelden, doch viel mehr wollten mitmachen. Wegen des großen Interesses wollen wir den Kurs nächstes Jahr wiederholen – falls wir jemanden finden, der uns unterstützt.“

Sie betonte: „Die Kinder lieben diese Bücher. Sie kommen denjenigen entgegen, die vor viel Text zurückschrecken. Vor allem Jungs, die nicht so lesebegeistert sind, greifen dazu. Wir haben alle Bände mehrfach, doch sie sind stets ausgeliehen.“ Im Foyer der Bibliothek lockte passenderweise eine lokale Buchhandlung mit allen Ausgaben der Bestseller-Serie, so dass Interessierte sie auch käuflich erwerben konnten.

Skizzen auf einer Flipchart

Erwartungsfroh nahmen die Kinder an zwei langen Tischen Platz, wo schon Papierbögen, Bleistifte und verschiedene Zeichenvorlagen auf sie warteten. „Ich bin Charlotte Hofmann, doch ihr könnt mich Charlotte nennen“, stellte sich die Illustratorin vor und erläuterte: „Der Verlag von ‚Greg‘ rief mich vor einiger Zeit an und bat mich, ob ich Kindern Zeichnen beibringen könne. Also habe ich mir überlegt, wie man ‚Greg‘ gut darstellen kann, und das möchte ich euch heute zeigen.“

Auf einem Flipchart skizzierte sie einige Striche von „Greg“, fragte in die Runde, wie man wohl weiterzeichnen könne und griff die Vorschläge der Kinder auf. „Jetzt zeichnet mir bitte ‚Greg‘ Schritt für Schritt nach“, bat sie, „am besten stellt ihr euch den Kopf wie eine Uhr vor. Nehmt den Bleistift, aber macht euch keinen Stress, wenn es nicht gleich klappt – ihr habt auch einen Radiergummi!“

Eifrig machten sich die Jungs und Mädels an die Arbeit, und Hofmann weihte sie nach und nach in die tieferen Geheimnisse ihrer Zeichenkunst ein: „Die Nase war mal ein ‚U‘, das ist umgekippt und befindet sich bei 9 Uhr. Das erste Auge befindet sich über der Nase, das zweite in der Mitte des Kopfes bei 12 Uhr. Aus normalen Augen könnt ihr auch geschockte Augen machen, indem ihr sie umrandet und einen Strich unter ein Auge zieht.“

Aufmerksam verfolgen die kleinen Künstler jede ihrer Linien und gaben sich große Mühe, sie so gut wie möglich nachzuzeichnen. „Es ist so still hier“, wunderte sich Zaharanski, „die Kinder sind ganz konzentriert bei der Sache.“

Hofmann hatte noch mehr Tipps: „Das Ohr ist auf gleicher Höhe wie die Nase, aber auf der rechten Seite. Dann kommt die ‚Frisur‘, das sind drei Haare auf 1 Uhr. Den Mund malen wir am Schluss, er ist wichtig, drückt Emotionen aus. Jetzt geht’s zum Oberkörper: Er geht bei 5 Uhr aus dem Kopf heraus nach unten. Nun lassen wir einen Arm daraus wachsen, er ist etwa so lang wie das T-Shirt. Bei der Hand mit vier Fingern sieht der Daumen aus wie ein Würstchen, der Zeigefinger wie ein größeres Würstchen und der Mittel- und Ringfinger wie Schirmstiele.“

Anderthalb Stunden ließen sich ‚Gregs‘ kleine Fans begeistert alle Tricks erklären, und als es dem Ende zuging und die Eltern sie abholen wollten, wären die meisten noch gerne geblieben.

„Der Kontakt zu Kindern macht mir Riesenspaß“, gibt Hofmann zu und Zaharanski resümiert zufrieden: „Es war viel Arbeit, im Team alles vorzubereiten, aber so etwas ist sehr wichtig und vor allem sinnvoll, und allein durch den Bibliotheksbesuch werden die Kinder ans Lesen herangeführt.“ Unterstützt wurde die Aktion in diesem Jahr von der Kreissparkasse.

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