Wohnen und Gewerbe auf einem Raum: „Urbanes Gebiet“ in Übach?

Von: Jan Mönch
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Sie kommen aus Übach-Palenberg und kennen diesen Bolzplatz nicht? Das ist kein Wunder, er liegt sehr versteckt gleich neben der Friedrich-Ebert-Straße. Mögliche Besichtigungswünsche sollten bald verwirklicht werden, sonst ist er nicht mehr da. Foto: Jan Mönch
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Das städtebauliche Experiment wird zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Talstraße stattfinden.

Übach-Palenberg. Aus ihrem bisherigen Zuhause ist die Firma herausgewachsen, nun muss eine neue Heimat her. Und das möglichst rasch, denn wenn es nach Verwaltung und Politik geht, soll diese Heimat schließlich weiterhin möglichst innerhalb des Übach-Palenberger Stadtgebiets liegen. Denkbar schnell und sichtlich angetan segnete der Bauausschuss somit am Dienstagabend das ab, was das Rathaus für die Iteracon GmbH ausgetüftelt hatte.

Die beste Option

Sofern auch Hauptausschuss (Donnerstag) und Stadtrat (kommenden Dienstag) noch zustimmen, steht damit fest: Übach-Palenberg wird demnächst ein sogenanntes „Urbanes Gebiet“ erhalten. Dabei handelt es sich um eine erst jüngst eingeführte Baugebietsart, die Wohnen, Gewerbe und eventuell auch soziale und kulturelle Einrichtungen auf ein und demselben Raum ermöglicht. Hintergrund sind entsprechende Änderungen von Baugesetzbuch und Baunutzungsverordnung.

Die Urbanen Gebiete sollen auch und gerade Kommunen helfen, in denen nach außen hin wenig bis kein Platz vorhanden ist und für die folglich in Sachen Schaffung von Wohn- und Gewerbeflächen die Innenverdichtung die beste Option ist. Kein Wunder, dass man die Gesetzesänderungen im Übach-Palenberger Rathaus mit gesteigertem Interesse verfolgt hat. Auch hier gilt für Platz schließlich allzu oft vor allen Dingen eines: er ist nicht da.

Das Urbane Gebiet soll nun an der Ecke Talstraße/Friedrich-Ebert-Straße entstehen. Das Grundstück, auf dem die Iteracon GmbH ihren neuen Firmensitz errichten möchte, besteht zurzeit noch aus ein wenig Wiese, die als Pferdeweide genutzt wird, und einem Bolzplatz, der durch offenbar eher sporadische Pflege schon ein halber Rasenplatz ist. Da er sehr versteckt liegt, fehlt die „soziale Kontrolle“, heißt es aus der Verwaltung. Soll heißen: Es wäre ohnehin nicht so schlecht, wenn der Platz unter dem neuen Iteracon-Firmensitz verschwindet.

Kommt alles wie geplant, befände Iteracon sich in (fast) unmittelbarer Nachbarschaft zur SLV, die eine Straße weiter in Richtung Osten liegt, auch bis zu Polythex ist es nicht weit. Wendet man den Blick in die andere Richtung, stellt man jedoch auch Wohnbebauung fest. Wohl mit Blick auf die dort ansässigen Bürger weist die Stadtverwaltung darauf hin, dass von der Iteracon GmbH kein Industrielärm zu erwarten sei. Das scheint schlüssig, denn es handelt sich um eine IT-Firma, und Informatiker pflegen ihre Arbeit bekanntlich annähernd bei Geräuschlosigkeit zu erledigen. Ohnehin sind viele der aktuell 59 Mitarbeiter permanent bei Kunden im Einsatz.

Wie die Verwaltung allerdings einräumt, liegen die zulässigen Immissionswerte in einem Urbanen Gebiet über denen eines sogenannten Mischgebiets. „Das Gebäude soll allerdings einen ausreichenden Abstand zur Fahrbahn einhalten und wird auch teilweise durch die vorhandene Böschung geschützt, so dass von verträglichen Bedingungen auszugehen ist“, heißt es in der Verwaltungsvorlage für die Politik. Möglicherweise werde der Bauherr später noch „Betriebsleiterwohnungen“ zu den aktuellen Plänen hinzufügen wollen.

Während der vorhandene Platz an der Friedrich-Ebert-Straße, wo ja auch ein Boarding Hotel und ein Sozialwohnungsbau entstehen sollen, also dichter und dichter wird, wird durch den wahrscheinlichen Umzug anderswo welcher frei: im Carolus-Magnus-Centrum, wo die Iteracon GmbH bislang ihren Sitz hatte. Die CMC GmbH richtet sich mit seinen Arbeits- und Büroflächen vor allen Dingen an Neugründer, die in ihrer jeweiligen Branche erst noch Fuß fassen müssen. Das Beispiel der Iteracon GmbH zeigt, wie gut das funktionieren kann.

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