Wohlklang zum runden Kirchen-Jubiläum

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Ganz genau hinhören, denn am Wochenende muss es gut klingen: Ulrich Peters, Martin Scholz und Pastor Mathias Schonen (v.l.) vor der neuen Orgel in der Gangelter Friedenskirche. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Der weiße Glockenturm der evangelischen Friedenskirche gehört zu den markanten Punkten im Gangelter Ortsbild. Genau 50 Jahre ist es her, dass diese Kirche gebaut und ihrer Bestimmung übergeben wurde.

Am kommenden Wochenende feiert die evangelische Kirchegemeinde mit rund 2400 Gläubigen, die sich aus den Gemeinden Gangelt, Selfkant und Waldfeucht bildet, diesen Geburtstag und macht sich dabei selber ein ganz besonders Geschenk: eine neue Orgel, an der man in diesen Tagen noch fieberhaft arbeitet, wird ihrer Bestimmung übergeben.

Heinz Mingo war der erste Pastor in Gangelt; ihm folgten 1978 Friedhelm Debener und 1990 Mathias Schoenen. Die Kirche selber ist in den vergangenen fünf Dekaden immer ein Haus der Besinnung, des Gebetes und vor allem ein Haus der Begegnung gewesen. Hier proben die Chöre, hier wird getanzt, Vorträge gehalten, Konzerte gegeben, Kunst gezeigt, gefeiert, gegessen und auch Qi Gong ist kein Fremdwort.

„Tut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein“, war die Liedzeile, die die evangelischen Christen am 5. Juli 1964 beim Einzug in die Friedenskirche begleitete. Den heutigen Gemeindeverbund gab es damals noch nicht. Gangelt gehörte zu Geilenkirchen und wurde von dort verwaltet. Aber Gangelt und Waldfeucht wuchsen; immer mehr evangelische Christen zogen zu. Es zeichnete sich ab, dass der Selfkant rückgegliedert werden würde. Das Zentrum in Hünshoven hätte auf Dauer die kirchliche Versorgung nicht leisten können. Ein Grundstück an der Lohausstraße in Gangelt wurde gekauft, ein Plan wurde erstellt und Kirche mit Sakristei, Gemeinderaum und Küsterwohnung gebaut.

155.000 D-Mark hat das Projekt gekostet. Im Laufe der Jahre gab es immer wieder Umbauten – aber damals wie heute erscheint die Kirche für manche Veranstaltungen zu klein. Die Begründung für den Namen Friedenskirche ist aktueller denn je: „In einer Welt des Unfriedens soll in dieser Kirche die Botschaft von dem Einen verkündet werden, der unser Friede ist und der allein Menschen tüchtig macht, Boten und Träger des Friedens zu werden…“.

Mensch im Mittelpunkt

Pastor Mathias Schoenen weiß, dass 50 Jahre eigentlich keine lange Zeit für eine Kirche ist. Für viele Menschen sei die Friedenskirche zu „ihrer Kirche“ geworden. „Sie ist der Raum für gottesdienstliche Feiern; hier wird getauft, konfirmiert, hier wird geheiratet, hier finden Trauerfeiern statt und dort gibt es den Kern und das Zentrum unseres Gemeindelebens: den allsonntäglichen Gottesdienst.“ Seiner Meinung nach ist die Friedenskirche mit der Zeit gegangen. „Sie wirkt vielleicht heute offener und einladender als vor 50 Jahren.“ Jede Generation werde den Raum so gestalten, dass er für sie wichtig und aussagekräftig ist. Leichter sei das aber nicht geworden.

Mit der Entstehung der jetzigen Kirchengemeinde 1971 ist die Kirche geografisch an den Rand der Gemeinde gerückt. „Umso wichtiger wird es bleiben, sie für die Bedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt zu halten. Dann bleibt sie in Zukunft das, was sie jetzt ist: Kirche für Menschen!“

Gute Musik ist auch ein menschliches Bedürfnis. Die gab es, rein technisch gesehen, schon seit längerem in der Friedenskirche nicht mehr. Seit 2007 war klar, dass die alte Orgel nicht mehr reparabel ist. Eine Orgelbaurücklage wurde gebildet, die im März 2012 so gut gefüllt war, dass man mit den Planungen für ein neues Instrument beginnen konnte. Viele hatten sich mit Spenden und Aktionen an den Gesamtkosten von rund 170.000 Euro – die ganze Kirche hat vor 50 Jahren die Hälfte gekostet – beteiligt. Mit Ulrich Peters wurde ein fachkundiger Berater gefunden, und der Orgelbauer Martin Scholz bekam den Auftrag. Immer wieder fuhren Abordnungen in seine Werkstatt, um sich über den Stand der Dinge zu informieren.

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