Übach-Palenberg - „Woche des Respektes“: Demokratie in der Kindertagesstätte

„Woche des Respektes“: Demokratie in der Kindertagesstätte

Von: Jennifer Hapke
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Machen sich für Respekt – schon unter den Jüngsten – stark: Einrichtungsleiterin Claudia Dankerl, Übach-Palenbergs stellvertretender Bürgermeister Georg Overländer, Tanja Aymans, Marius Mainzer (Johanniter Regionalvorstand) und Sarah Dreeßen. Foto: Jennifer Hapke

Übach-Palenberg. Respekt untereinander ist eine der Grundvoraussetzungen für unser gesellschaftliches Zusammenleben. Die Haltung, einem Mitmenschen Aufmerksamkeit und Wertschätzung entgegenzubringen, scheint jedoch in der heutigen Zeit nicht mehr gang und gäbe zu sein.

Zu viele Beispiele von Respektlosigkeit fallen jedem aus der eigenen Erfahrung, den Medien und dem Internet ein und diese drohen auch immer mehr zu einer Gefahr für den Zusammenhalt und die Vielfalt in unserer Gesellschaft zu werden. Genau dieser Gefahr versucht man nun schon in den Kinderschuhen Herr zu werden.

Anlässlich der landesweiten „Woche des Respektes“, die vom 14. bis 18. November lief und von der Landesregierung in NRW ins Leben gerufen wurde, war der stellvertretende Bürgermeister von Übach-Palenberg, Georg Overländer, in der Johanniter-Kindertagesstätte zu Gast.

„Demokratie in Kinderschuhen“

Gemeinsam mit Johanniter-Regionalvorstand Marius Mainzer nahm er an einer der wöchentlichen Sitzungen des Kinderparlaments der Einrichtung teil. Vorher informierte Einrichtungsleiterin Claudia Dankerl über das Projekt „Demokratie in Kinderschuhen“, das bereits seit 2010 in der Kindertagesstätte praktiziert wird.

Damit gehört die Übach-Palenberger Einrichtung zu den Vorreitern bei Projekten, die die Einbeziehung von Kindern fördern. Ziel soll es sein, Kindern schon früh demokratisches Verhalten nahezubringen. Die Kinder sollen dabei auch merken, dass ihre Rechte ernstgenommen werden und dass sie auch die Rechte und Bedürfnisse anderer respektieren sollten.

„Die Kinder sollen an Diskussionen beteiligt werden, indem man sie mitsprechen und mitentscheiden lässt, weil es oftmals auch Probleme sind, die sie direkt betreffen“, erklärte Johanniter-Regionalvorstand Marius Mainzer. Auch deshalb habe man das Demokratieprojekt der Kita in der „Woche des Respekts“ besonders ins Blickfeld rücken wollen.

Der stellvertretende Bürgermeister Georg Overländer zeigte sich begeistert von der Idee, Demokratie schon an der Wurzel zu fördern: „Vielleicht entsteht aus diesem Projekt einmal ein großer Politiker.“

Anschließend konnten sich die Besucher selbst ein Bild davon machen, wie selbstbewusst und aktiv die Kinder im Kinderparlament sind, welches wöchentlich stattfindet. Moderiert von den Erzieherinnen Tanja Aymans und Sarah Dreeßen ließen die Kinder die besonderen Ereignisse der letzten Woche noch einmal Revue passieren, bevor der wichtigste Tagesordnungspunkt aufgerufen wurde: Eines der Kinder, Emilia, hatte eine Beschwerde vorgebracht, weil die begehrten neuen hohen Stühle im Bistro der Kindertagesstätte immer zu schnell besetzt sind.

Aufgabe der Kinder im Parlament war es anschließend, darüber zu entscheiden, wie eine Lösung für dieses Problem aussehen könnte. Der Kinderrat aus gewählten Sprechern hatte bereits getagt und stellte dem Plenum verschiedene Ansätze vor, von denen einer schließlich zur Erprobung für eine Woche ausgewählt wurde. Die Kinder werden nun darauf achten, regelmäßig die Plätze zu tauschen, damit jedes Kind einmal die Möglichkeit hat, bequem mit Armlehnen auf einem Königs- oder Königinnenstuhl zu sitzen.

Abstimmung nach einer Woche

Nach einer Woche wird das Kinderparlament dann darüber abstimmen, ob sich dieses Verfahren bewährt hat, oder nicht. Währenddessen hatte Erzieherin Fiona Wittpohl ein Bildprotokoll der Sitzung angefertigt. „Da die Kinder noch nicht lesen können, aber verstehen sollen, was hier im Parlament besprochen wird, fertigen wir diese Protokolle in Kinderzeichensprache an“, sagt Claudia Dankerl. Alle Protokolle werden dann öffentlich für die Eltern und die Kinder ausgehängt.

Obwohl die Sitzung des Kinderparlaments nicht „gestellt“, sondern ganz aus dem Alltag gegriffen war, zeigen der behandelte Konflikt und die gefundene Lösung doch gut, wie Kinder den Erwachsenen häufig voraus sind, wenn es darum geht, gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden.

Nicht nur die Johanniter in der Region Aachen-Düren-Heinsberg, sondern in ganz NRW schlossen sich der Aktion der Landesregierung für ein friedliches Zusammenleben und mehr Wertschätzung im Umgang miteinander an. In 36 Aktionen und weit über 30 Gesprächen mit Landtagsabgeordneten setzten sie ein starkes Zeichen für „Hut ab“-Respekt.

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