Wo man Kunst mit Füßen treten darf

Von: Markus Bienwald
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Vor dem Entree zur Jubiläumsausstellung des Künstler-Forums Schloss Zweibrüggen lag ein besonderes Kuhbild. Wolfgang Jungnitsch, Hedi Klee und Richard Nouvertné (v.l.) begrüßten die Gäste. Foto: M. Bienwald

Übach-Palenberg. Zur Feier ihres vier Mal vierjährigen Bestehens hatten die Mitglieder des Künstler-Forums Schloss Zweibrüggens am Sonntag keinen roten Teppich ausgerollt. Forums-Mitglied Jochen Jung hatte nämlich eine andere Idee: Er drehte Teppichfliesen auf links und schuf auf ihnen einen „Ku(h)lturellen“ Teppich mit einem Kuhmotiv.

 „Betreten erlaubt“ stand groß und deutlich am Eingang zum Schloss – die rund 100 Besucher der Vernissage trauten sich dennoch erst nach ausdrücklicher Einladung, das Kunstwerk zu überlaufen.

Die Begrüßung beim offiziellen teil übernahm Forums-Vorsitzenden Hedwig Klee. „Überwältigend, wie viele heute den Weg in unser schönes Schloss gefunden haben, um zu sehen: Kunst kommt von Können“, sagte sie. Die Forums-Mitglieder hätten sich gedacht, wenn schon eine Feier zum 16. Geburtstag, dann bitte auch mit Stil. Die Experten Dieter Crumbiegel, Dirk Gottfried und Hermann-Josef Mispelbaum hatten eine bunte, gut sortierte Auswahl von Kunstwerken der Mitglieder zusammengestellt. Der Dank der Vorsitzenden galt auch dem Vorbereitungsteam mit Jochen Jung, Angelika Keller und Karin Thiel.

Neben der Kuh, gab es im verschlossenen Barocksaal noch eine Überraschung. Vier Kanten, passend zum vier Mal vierjährigen Geburtstag, hatten auch die Geschenke, die sich die Künstler zu ihrem außergewöhnlichen Geburtstagsfest einfallen ließen. So waren alle Forums-Mitglieder im Vorfeld dazu aufgerufen, 44 Würfel zu gestalten, die gestern nicht nur erstmals gezeigt und verkauft, sondern auch angefasst werden durften. „Fassen Sie sie an, gruppieren Sie sie neu, wandeln Sie auf der Spielwiese der Kunst“, lud Hedwig Klee in ihrer Begrüßung ein. Kunst für die Ohren bot Pianist Eckart Krause.

„Mit ihren erstklassigen Werken, ob Gemälde, Skulpturen oder Fotografien und den damit verbundenen Ausstellungen, haben Sie unsere Stadt über die Grenzen hinaus bekannt gemacht“, lobte Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch. So sei das Forum zu einer unverzichtbaren Institution geworden. „Sie machen Kunst erlebbar und tragen viel zu einer lebendigen Kunstszene in unserer Stadt bei“, schloss er. Als Seismographen der Zeit registrierten die Forums-Mitglieder Entwicklungen, Veränderungen und Spannungen und setzten sie in ihren Werken um.

Sparkassen-Vorstand Dr. Richard Nouvertné sagte, im Namen der Sparkassen-Kunst-Stiftung, dass er sich über die Aktivitäten der Gruppe freue. „Ohne Fantasie, ohne Engagement der Menschen, ist Geld nichts wert.“ Schon im Gründungsjahr 1997 lernte er den damaligen Vorsitzenden Helmut Klug kennen, traf auf eine Künstlervereinigung, der es aber laut Dr. Nouvertné „etwas an Selbstvertrauen fehlte“. Das sei dann mit der Zeit gekommen. „Erst durch Ihre Leidenschaft, ihre Verpflichtung und ihre Fantasie versetzen Sie unsere Stiftung, die nichts hat als Geld, in die Lage, Kunst zu fördern“, schloss er.

Dank sprach auch Herbert Schmerz, Vorsitzender der Projektgruppe Malabon, die aus den Einnahmen der Ausstellung Spenden erhält, aus. „Für uns ist das ein besonderes Jubiläum, weil die Künstler eine Sonderaktion für unsere Arbeit und damit die vom Slum-Elend Betroffenen gestartet haben“, so Schmerz.

Die Ausstellung mit dem Titel „Ausgewählte Werke“ ist noch bis 30. Juni sonn- und feiertags jeweils von 11 bis 18 Uhr im Schloss Zweibrüggen zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

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