Wirbel um Schülermagazin: „Teile Meinung der SPD“

Von: jpm
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Ruft seine Mitschüler zur Gegendarstellung auf: Lars Kleinsteuber. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Wenn man davon ausgeht, dass Aufmerksamkeit im Journalismus wie in der Politik die wichtigste Währung ist, hat Lars Kleinsteuber im Grunde alles richtig gemacht. Nachdem der Schüler des Carolus-Magnus-Gymnasiums vergangene Woche in der Schülerzeitung „Einblicke“ eine Polemik gegen Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch veröffentlicht hat, sind er und das Magazin im Gespräch.

Denn Kleinsteuber ist nicht nur Chefredakteur des Magazins, sondern auch Vorsitzender der Übach-Palenberger Jusos, dem Jugendableger der SPD.

CDU-Chef Günter Weinen griff daraufhin die „linke Hofberichterstattung“ des Magazins an. Auch diese Zeitung kritisierte in einem Kommentar Stil und Plattform von Kleinsteubers überaus pointierter Meinungsäußerung. Was auch immer man nun von deren Inhalt halten mag: So viel Aufmerksamkeit muss man sich als Schülermagazin erstmal erarbeiten.

Kleinsteuber freut sich über jeden sachlichen Diskussionsbeitrag. Allerdings wehrt er sich dagegen, dass er als Juso-Vorsitzender und Chefredakteur in Personalunion in unsauberer Weise eine Doppelfunktion bekleide. Dass er in seiner Polemik auf Sachebene viele Positionen vertreten hat, die auch die SPD-Fraktion im Stadtrat einnimmt, sei zwar vollkommen zutreffend. „Das liegt aber daran, dass man in einer demokratischen Partei – zumindest bei der SPD – an Meinungsbildungs- und Meinungsfindungsprozessen teilhaben kann. Wenn man dieses Angebot wahrnimmt, hat man auch Einfluss auf die Ausrichtung der Partei. Es ist also ganz normal, dass ich da bei der SPD bin. Und ich kann ja nicht einfach meine Meinung wechseln, oder?“

Chefredakteur von „Einblicke“ zu sein indes bedeute nicht, dass andere Schüler ihn zur Veröffentlichung eines Textes um Erlaubnis fragen müssten – sondern dass er jemand sei, den man um Rat fragen kann. Jeder Schüler könne zu den Redaktionstreffen kommen und Themen einbringen – auch diejenigen, die gar nicht zur Redaktion gehören. „Jeder kann um einen Zugang zur Website bitten und über das Thema philophieren, das ihm beliebt.“

Dies gelte selbstverständlich auch dann, wenn ein Schüler genau die entgegengesetzte Meinung vertritt, wie er selbst. „Ich rufe also jeden Schüler und jede Schülerin, der oder die nicht mit meinem Artikel einverstanden ist, dazu auf, zu unseren Redaktionstreffen zu kommen und eine Gegendarstellung zu schreiben.“

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