„Wir-Gefühl” soll noch mehr gestärkt werden

Von: Georg Schmitz
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Sie wollen eine gute Zukunft für die Stadt Geilenkirchen: Bürgermeister Thomas Fiedler, Wirtschaftsförderin Stefanie Linkens und Stadtplaner Jochen Meyer-Brandis (v.l.). Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Die Stadt Geilenkirchen will die Zusammenarbeit mit der Geschäftswelt pflegen und weiter ausbauen. Das wurde bei der Auftaktveranstaltung zum „Innenstadtmanagement” im Sportpark Loherhof deutlich. Die Stadt Geilenkirchen hatte Handel, Gewerbe, Kreditinstitute und Freiberufler zu einem ersten „Sondierungsgespräch” eingeladen.

„Wir müssen in einen Dialog mit dem Handel treten, wenn wir die Innenstadt für die Zukunft fit machen wollen”, machte Bürgermeister Thomas Fiedler eingangs klar. Fiedler stellte Stefanie Linkens vor, die für das Leerstandsmanagement in der City zuständig ist sowie Jochen Meyer-Brandis, den Leiter des Planungsbüros MWM aus Aachen.

„Wir sind zusammen gekommen, um etwas zu initiieren, dass in einen engeren, ständigen Dialog zwischen Wirtschaftskraft und Stadt münden soll”, sagte der Bürgermeister, bevor er das Mikrofon an Jochen Meyer-Brandis reichte.

Dieser maß dem Citybereich eine besondere Bedeutung zu, wobei das in Angriff genommene Geschäftsmanagement ein Teil des Innenstadtkonzeptes sei. Meyer-Brandis: „Die Innenstadt muss als Angebotseinheit gesehen werden, mit multifunktionaler Nutzungsmischung, die Begegnung und Erlebniseinkauf ermöglicht.

”Für alle Städte gelte mittlerweile, sich auf die Zukunft vorzubereiten, für Geilenkirchen bedeute dies, dass die Branchenpalette ausgewogener und breiter aufgestellt sein müsse. Um zu Verbesserungen zu kommen, gelte es Leerstandsursachen aufzuzeigen und Rahmenbedingungen einen erweiterten Branchenmix zu schaffen.

Meyer-Brandis zeigte anhand von Bildern aus anderen Städten Beispiele zur Aufwertung der Innenstadt durch eine zeitgemäße Gestaltung der Hausfassaden und Schaufenster auf. „Hier muss gezielte Werbung her und keine Überfrachtung”, tat der Stadtplaner seine Erfahrungen kund. Im Einzelhandel und der Gastronomie müssten Beratungsqualität und Service stimmen.

Gemeinschaftliche Maßnahmen, Veranstaltungen und Kernöffnungszeiten seien ein wichtiges Indiz für eine funktionierende Innenstadt. Jochen Meyer-Brandis: „Planen und Bauen reicht nicht, das ist nur der Rahmen, der einladend gefüllt und bespielt werden muss.”

Nach seiner Einführung war die Diskussionsrunde frei gegeben. „Was ist es, was wir schon haben und was ist es, was wir noch brauchen”, fragte Bürgermeister Thomas Fiedler in die Runde. „Ein durchgehender Radweg, auf den wir schon lange warten, wird zur Belebung der Innenstadt beitragen”, meldete sich Margit Gercke zu Wort.

Juwelier Josef Kamps hielt dagegen: „Ich glaube das nicht, Radfahrer sind katastrophale Verkehrsteilnehmer. Bei 20 km/h Geschwindigkeitsbeschränkung brauchen wir keinen Radweg, da sollten auch Radfahrer auf die Straße.”

Bei dieser Gelegenheit bemängelte Peter Lyne von de Berg, dass nicht nur „die erlaubten Kinder” bis zu zehn Jahren die Bürgersteige benutzen, sondern mittlerweile praktisch alle Radfahrer auf Gehwegen fahren. Das bestätigte wiederum Oliver Schleypen: „Auf dem neu gestalteten Stück der Konrad-Adenauer-Straße fahren die Radfahrer kreuz und quer, sogar entgegen der Einbahnstraße, und obwohl ein eigener Radweg entlang des Gymnasiums verläuft.” Thomas Fiedler befürchtete, dass, wenn der Radweg beim kommenden Bauabschnitt 2 in die Straße gelegt werde, man dann in die Problemzone der fehlenden Parkplätze komme.

Bemängelt wurde, dass Fahrradparkplätze fehlen. „Wir haben die Radfahrer auf dem Schirm, die Radstellplätze werden kommen”, beruhigte Fiedler.

Auf Fiedlers Frage „Brauchen wir ein Wir-Gefühl in Geilenkirchen?” wusste Uwe Eggert zu berichten, dass sich das „Wir-Gefühl” in letzter Zeit bereits verstärkt habe. Aber: „Wir müssen noch enger zusammenrücken”, so Eggert.

Aktionskreis-Geschäftsführer Rüdiger Strübig richtete den Appell an die Gewerbetreibenden, das „Wir-Gefühl” durch eine Mitgliedschaft im Aktionskreis zu stärken, „um noch mehr gemeinsam für die Stadt leisten zu können”. Der Bürgermeister wie auch der Stadtplaner warben noch kurz für die Ausstattung der Geschäfte mit aktueller LED-Beleuchtung, denn dies bringe eine Kostenersparnis von mehr als 50 Prozent.

Weitere Themen waren eine Sanierung des Bodenbelags in der Gerbergasse sowie eine Aufwertung des Straßenzuges KonradAdenauer-Straße vom Amtsgericht bis zu Dohmens Eck durch das Anpflanzen von Bäumen.

„Dieser Bereich präsentiert sich wie eine alte Goldgräberstadt”, bemängelte Martha Schulenburg. „Bäume würden auch der Haihoverstraße gut tun”, gab Thomas Fiedler zu.

Er vermeldete, dass auf dem neu gestalteten Straßenstück 11 Bäume gepflanzt werden - fünf in die Parkbuchten, sechs in Kübeln auf den Boulevard. Zudem seien Bank- und Abfalleimer-Garnituren bestellt und würden alsbald dort aufgestellt. Zum Schluss der Auftaktveranstaltung rief Thomas Fiedler die Geschäftsleute auf, sich in das Innenstadtmanagement einzubringen. „Wir brauchen Gesprächspartner.”
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