Windräder: Ortsvorsteher spricht von „Geschmäckle“

Von: Udo Stüßer
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Markus Holländer ist Ortsvorsteher von Gillrath, Hatterath, Nierstraß und Panneschopp. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen-Hatterath. Die 169 Unterschriften gegen die neue Konzentrationsfläche für Windkraftanlagen südlich von Waldenrath-Straeten und nördlich von Geilenkirchen-Hatterath reichten nicht aus: Ungeachtet der Proteste aus Waldenrath-Straeten hat der Planungs- und Verkehrsausschuss der Stadt Heinsberg die Konzentrationsfläche beschlossen.

Widerstand regt sich auch in Geilenkirchen: Markus Holländer, Ortsvorsteher von Gillrath, Hatterath, Nierstraß und Panneschopp, sind die vier geplanten Windräder ein Dorn im Auge. Er hat in der Angelegenheit nicht nur ein mögliches „Geschmäckle“ entdeckt, sondern sich auch an den Petitionsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags gewandt.

In der Petition und auch im Gespräch mit unserer Zeitung stellt der CDU-Mann zunächst ganz klar, dass er grundsätzlich für die Nutzung von Windkraftanlagen sei und auch Nachteile im Landschaftsbild akzeptiere. Schließlich stehen nördlich von Gillrath bereits fünf Windräder, gegen die er keinen Protest eingelegt hat. Aber die zwischen Hatterath und Straeten geplanten Anlagen bedeuten seiner Meinung nach einen weitreichenden Eingriff in Natur und Landschaft.

In seiner Petition zitiert Markus Holländer eine Stellungnahme des Kreises Heinsberg zu dem Flächennutzungsplan vom 1. Oktober 2014. „Dass dieser bislang wenig vorbelastete und noch unzerschnittene Bereich für Eingriffe in Natur und Landschaft sehr sensibel ist, war auch wesentlicher Grund, die entsprechende Variante der EK3 in der Linienabstimmung zu verwerfen. In beiden Fällen ist maßgebend, dass dieser Planungsraum bislang unzerschnitten bzw. nicht erheblich vorbelastet ist.“

Die Erhaltung von gering belasteten und unzerschnittenen Bördelandschaften sei – so der Kreis Heinsberg – ein hohes Gut, „insbesondere im mit Windenergieanlagen dicht bebauten westlichen und südlichen Kreisgebiet mit seiner vergleichsweise hohen Siedlungsdichte“.

Die EK3 ist seit Jahren als neue Kreisstraße von der B56n bei Birgden bis zur B221 bei Gillrath in der Diskussion. Holländer hat nur wenig Verständnis für die Tatsache, dass diese Variante der EK3 vor Jahren verworfen wurde, um Eingriffe in Natur und Landschaft zu verhindern, aber an gleicher Stelle nun Windkraftanlagen entstehen sollen. „Wenn man sich das Landschaftsbild insbesondere von ‚unserer Seite‘ (Ortsteil Hatterath) anschaut, dann wird einem das von der Kreisverwaltung genannte hohe Gut von unzerschnittenen Bördelandschaften sehr bewusst“, schreibt er in seiner Petition.

Der Ortsvorsteher plädiert für eine Konzentration der Windkraftanlagen. „Ob nördlich von Gillrath die fünf Windräder oder mehr stehen, spielt keine große Rolle“, meint er. Als „Geschmäckle“ bezeichnet Holländer die Tatsache, dass der Flächennutzungsplan noch nicht verabschiedet sei, die Betreiberfirma aber schon den Betriebsantrag auf den Weg gebracht habe und die Einspruchsfrist am 23. März ausgelaufen sei.

Der Ortsvorsteher bittet den Petitionsausschuss, den Sachverhalt zu überprüfen. Auf die Änderung des Flächennutzungplanes der Stadt Heinsberg hat die Stadt Geilenkirchen keinen Einfluss. Aber zum Antrag des Betreibers hat der Kreis Heinsberg um Stellungnahmen gebeten.

Die Stadt Geilenkirchen hat gegen das Projekt keinen Einspruch erhoben. Technischer Beigeordneter Markus Mönter: „Wir haben keine negative Stellungnahme abgegeben, weil wir keine Aussicht auf Erfolg gesehen haben. Man kann nur dagegen vorgehen, wenn gegen die berechtigten Interessen der Bürger verstoßen wird. Und das ist nicht der Fall.“

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