Windrad wird nach 20 Jahren demontiert

Von: Daniela Martinak
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Die Einzelteile des 20 Jahre alten Windrades werden Stück für Stück abgenommen. Foto: Daniela Martinak

Geilenkirchen-Lindern. Eine lange Zeit hat sie Schatten auf das Feld zwischen Brachelen und Lindern geworfen, 20 Jahre lang etliche Menschen versorgt und für jede Menge Diskussionen gesorgt. Jetzt hat sie ausgedient, die Windkraftanlage „Ehercon-18“.

Am Donnerstag noch richtete sich ihr Blick gen der neuen Anlagen, heute lässt nur noch frisch aufgewühlte Erde erkennen, dass dort bis vor wenigen Stunden noch ein 48 Tonnen schwerer Koloss gestanden hat, dessen Rotorblätter einen Durchmesser von 18 Metern hatten. Stück für Stück wurde sie auseinandergenommen. Vorbei ist ihre beste Zeit.

„Diese Anlage ist eine der ersten Generationen“, erklärt Stephan Evertz, der Betreiber. Eine veraltete Technik, und die Tatsache, dass jetzt auf einen Windkraftanlagenpark, in dem möglichst alle Anlagen nebeneinander stehen, hingearbeitet wird, macht deutlich, dass es „gar keinen Sinn mehr macht, sie zu erhalten.“

Silvio Matysik, von PSM, eine Firma die zuständig ist für den Auf- und Abbau solcher Anlagen, sieht das genauso: „Die Entwicklung solcher Anlagen schreitet immer weiter voran. Diese alten, kleineren Windräder sind gebaut worden, als müssten sie einen Krieg überstehen. Dabei ist eigentlich klar, dass nach spätestens 25 Jahren eine neue fällig ist.“ Hinweisen will er damit vor allem auf die anfänglichen Schwierigkeiten der Demontage. Eine Stunde verzögerte sich nämlich der Startschuss, „weil man sich da erst mal mit der alten Technik vertraut machen muss.“

Mit fünf Mitarbeitern stellt Matysik heute unter Beweis, dass er definitiv schwindelfrei ist. In 35 Metern luftiger Höhe schrauben die Monteure zunächst an den Rotorblättern mit je neun Metern Länge herum. Ein 200 Tonnen schwerer Hydraulik-Kran hievte erst das eine Rotorblatt, dann die anderen beiden samt Maschinenhaus hinunter. „Jetzt kommt die eigentliche Arbeit“, kündigt Matysik an.

Denn jetzt geht es dem Turm an den Kragen. Die 40 Tonnen schwere Säule, die vor drei Stunden noch den so genannten Rotorstern auf dem Buckel hatte, muss zunächst unten abgesägt, zuvor aber ordentlich gesichert werden.

Dann wird der circa 20 Meter lange Turm mit Hilfe eines kleineren Hydraulik-Krans umgelagert. Später in mehrere Einzelteile zersägt, damit diese schließlich abtransportiert werden können. Matysik: „Alle Elemente werden verschrottet. Und das kostet – pro Tonne 600 Euro. Da können die Betreiber froh sein, dass die Nachfrage nach den Rotorblättern so groß ist.“Die werden etwa an Firmen verschenkt, die sie dekorativ nutzen.

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