Willy Bomanns: Ein „Breberner Junge“ mit Humor und Willenskraft

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Die Heimatzeitung ist für den 83-jährigen Willy Bomanns auch heute noch immer wieder ein Blick in die Gemeinde und die Welt. Foto: Karl-Heinz Hamacher
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Wenn Breberen feiert, ist Willy Bomanns mit seiner Frau Maria (2.v.r.) oft dabei. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt-Breberen. „Eigentlich heiße ich ja Wilhelm – wie es zu dem Willy mit Y kam, weiß ich auch nicht. Das war irgendwann in Umlauf und ich habe mich nicht gewehrt“, schmunzelt Willy Bomanns mit Blick auf die für den Selfkantkreis untypische Schreibweise seines Vornamens. Ansonsten aber war Passivität nie eine hervorstechende Eigenschaft des 83-Jährigen.

Dass in der kommenden Woche die Festhalle Breberen in „Willy-Bomanns-Festhalle“ umbenannt wird, hat vielmehr damit zu tun, dass der Bäckermeister Bomanns sich viele Jahre für den Ort Breberen, für die Vereine und vor allem für die Menschen zwischen Broichhoven und Brüxgen, zwischen Buscherheide und Schümm eingesetzt hat.

Neben einem funktionierenden Vereinswesen und einer brauchbaren Infrastruktur ist es wohl vor allen Dingen die Festhalle, die auf lange Zeit seinen Einsatz dokumentieren und den Bürgern des Ortes eine Heimstatt für viele Aktivitäten bieten wird.

„Ich bin ein Breberner Junge“, verweist Willy Bomanns darauf, am 11. Mai 1934 im Schatten der Windmühle geboren worden zu sein. Sein Vater war Bäcker, also war der Lebensweg vorgezeichnet. Mit 21 Jahren war Bomanns der jüngste Bäckermeister in Nordrhein-Westfalen. Er übernahm nicht direkt das Geschäft der Eltern, sondern arbeitete viele Jahre bei Aurora-Mehl in Köln, wo er für das Labor und den Außendienst zuständig war.

Ab dem Jahr 2000 zog er dann die Fäden in der heimischen Bäckerei. Derzeit gibt es das Stammgeschäft in Breberen und je eine Filiale in Gangelt und in Tüddern. Der Senior blickt heute auf die Arbeit seines Sohnes Willibert – ebenfalls Bäckermeister – und seiner Tochter Andrea, die im Büro schaltet und waltet. 30 Mitarbeiter hat das Unternehmen.

Regelmäßig sieht man Willy Bomanns noch mit dem Transporter des Unternehmens persönlich die Filialen beliefern. „Es macht mir Spaß, in die Geschäfte zu kommen. So viele Leute kennen mich und sprechen mich an.“

Neben einem Bild der weithin bekannten Breberner Mühle findet man im Wohnzimmer der Bomanns ein Bücherregal, auf dem eine Chronik „Die Welt im 20. Jahrhundert“ steht. Die Welt hat Willy Bomanns im vergangenen Jahrtausend sicher nicht verändert. Aber was er für Breberen geleistet hat, kann sich mehr als sehen lassen. Die Festhalle war strategisch ein Langzeitprojekt. 1983 rief er das Projekt „Vereinigte Breberener Vereine“ ins Leben.

Fortan sollte an einem Strang gezogen werden. Es gab eine gemeinsame Kasse, die er verwaltete. 1987 wurde die Festhallen-Idee konkret und 1993 wurde sie gebaut. Dabei spielte das sogenannte Sektionsvermögen eine Rolle. Vor der kommunalen Neugliederung 1969 war das, was man heute Breberen nennt, immer wieder kurios aufgeteilt worden. Dann gehörte der eine Teil mal zum Amt Waldfeucht, der andere zu Gangelt. Dann war ein Teil eigenständig, der andere nicht.

Das ging soweit, dass eine Zeit lang der eine Teil zum Kreis Geilenkirchen, der andere zum Kreis Heinsberg gehörte. Als dann zusammengefasst wurde, was zusammengehört, gab es Acker- und Bauland, das der neuen Gemeinschaft zugutekommen sollte. Und wo war das Geld besser investiert als in die Festhalle? Dieses war eigentlich das letzte bommansche Großprojekt.

Anfang der 70er Jahre fehlte in Breberen ein Kindergarten. Bei Kirche und Gemeinde fand er kein Gehör, und so gründete er einen Elternverein, der den Grundstein für das legte, was heute im „Lindenbaum“ zu einem anerkannten Familienzentrum gewachsen ist. Die Geschichte an sich ist schon gut. Wenn man aber zuhört, wie Willy Bomanns hier aus dem Nähkästchen plaudert und unter anderem berichtet, das er selbst in eine erhebliche finanzielle Vorleistung treten musste, erkennt man den Humor und den Kampfeswillen, mit dem er immer wieder zu Werke ging.

„Man kann sich vorstellen, dass ich bei meiner Frau Maria nicht direkt auf Gegenliebe stieß, als ich ihr die Summe nannte“, so Bomanns lachend, der aber hier ebenso wie viele andere Male auch einen tollen Rückhalt bei seiner großen Liebe fand. Was das Klinkenputzen für das Pfarrheim anging, arbeite Bomanns ähnlich listig, und nach dem x-ten Sliwowitz hatte er mit Pastor Roblek den wichtigsten Mitstreiter im Boot.

35 Jahre im Gemeinderat

Auch das große Seniorenzentrum im Ort erhielt von ihm Starthilfe. Dass es bei solchen Aktionen auch immer Neider und Nörgler gab, nimmt der Mann, der 35 Jahre im Gemeinderat saß, 30 Jahre Ortsvorsteher und zehn Jahre Kreistagsmitglied war, gelassen. Denn sein Rückhalt war mehr als breit: „Bei den Kommunalwahlen habe ich in all den Jahren nie unter 80 Prozent, manchmal sogar 90 Prozent der Stimmen im Dorf bekommen.“ Dabei war er im Gemeinderat gefürchtet, wenn es um die Belange der Breberener ging. Immer freundlich lächelnd, leise, aber energisch sprechend, setzt er sich für das Dorf ein.

Und dass er dabei erfolgreich war, zeigt nicht nur die Umbenennung der Festhalle. Ihm zeugt man immer noch auf vielfältige Weise Respekt. Willy Bomanns ist heute noch ein Ansprechpartner für „seine Leute“, wenn es Probleme gibt.

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