Wilhelm-Josef Wolff neuer Lions-Präsident

Von: Udo Stüßer
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Wilhelm-Josef Wolff (rechts) löst Ralf Mertens als Präsident des Lions-Clubs Ubach-Palenberg ab. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „We serve - Wir dienen” lautet ihr Motto. In Übach-Palenberg sind es 34 Menschen verschiedenster Berufsgruppen, verschiedenen Alters, Menschen mit verschiedenen Interessen und Fähigkeiten, die dienen, die dort seit 1981 helfend eingreifen, wo das soziale System des Staates nicht oder nur spät helfen kann.

Ihr Logo: Zwei nach außen blickende Löwenköpfe links und rechts vom großen gelben „L” auf blauem Feld sollen den Blick in die Zukunft mit Zuversicht und in die Vergangenheit mit Stolz versinnbildlichen. In Übach-Palenberg sind es 34, weltweit 1,4 Millionen Menschen, die den Lions, von der Financial Times 2007 als weltweit effizienteste Hilfsorganisation bewertet, angehören.

Jetzt gab es einen Wechsel an der Spitze der Übach-Palenberger Lions, zu denen auch viele Geilenkirchener gehören: Der Geilenkirchener Unternehmer Wilhelm-Josef Wolff löste den Übach-Palenberger Konditormeister Ralf Mertens im Amt des Präsidenten ab. Mertens bekleidet nun das Amt des Past-Präsidenten, Heinz Everhartz ist neuer Vizepräsident. Er wird Wilhelm-Josef Wolff im nächsten Jahr ablösen.

46.000 Lions-Clubs in 206 Staaten haben sich auf die Fahnen geschrieben, in Not geratenen Menschen uneigennützig zu helfen. „Wenn man selbst Gutes erfahren hat, muss man ein bisschen an die Gesellschaft zurückgeben. Jeder sollte einen Schwächeren mit ins Boot nehmen und mit ihm auf Reisen gehen. Man hat schließlich eine soziale Verpflichtung”, nennt Mertens seine Beweggründe.

Ähnlich formuliert es Wilhelm-Josef Wolff: „Man hat Glück gehabt und viel Gutes und Schönes erfahren. Deshalb sollte man einen Teil seiner Fähigkeiten einsetzen, um anderen zu helfen. Und in einem netten Freundeskreis macht das noch mehr Spaß.”

Freundschaft ist es, die die Lions verbindet. „Ja, wir sind auch füreinander da”, sagt Mertens. Einmal im Monat treffen sich die Lions in ihrem Clublokal „Hotel Weydenhof”. Meistens kommt noch ein Referent hinzu, der einen Vortrag zu einem sozialen Thema lokaler, regionaler oder überregionaler Art hält.

Und da ergeben sich ganz von selbst Bereiche, wo man helfen kann. „Man muss selbst nicht vermögend sein, um Mitglied der Lions zu sein. Man sollte im Beruf und im Leben seinen Mann stehen und mit dieser Erfahrung Ideen entwickeln, wie man anderen Menschen helfen kann”, sagt Wolff. Überwiegend sind es regionale Projekte, die von den Übach-Palenberger Lions unterstützt werden, da sind Schulen, Kindergärten und die Lebenshilfe, die sich über Spenden freuen.

„Auch wenn jemand plötzlich unerwartet in Not gerät, können wir ganz schnell unbürokratisch helfen”, sagt Mertens. Aber auch weltweit werden die finanziellen Mittel der Übach-Palenberger Lions eingesetzt.

Um an Geld zu kommen, ist schon eine große Portion Fantasie erforderlich. So füllt beispielsweise die Zahngold-activity die Kassen der Lions: Zahnärzte sammeln für die Lions Zahngold-Füllungen. Aus diesem Ertrag kann dann wieder so manches Projekt gefördert werden.

In diesem Jahr soll erstmals ein Weihnachtskalender angeboten werden. Wolff und Mertens rechnen mit Einnahmen von 6000 bis 8000 Euro. Eine Hälfte soll einem Geilenkirchener sozialen Projekt zugute kommen, von der anderen Hälfte soll warme Winterkleidung für notleidende Kinder in Übach-Palenberg angeschafft werden.

Mertens freut sich besonders über den Erfolg der Brillen-Aktion. Optiker in der ganzen Region sammeln alte, ausrangierte Brillen, die die Lions dann nach Zentralafrika und Südostasien schicken. 3500 Alt-Brillen sind es bislang. „Omas alte Brille ermöglicht es erst, dass Kinder in diesem Teil der Welt in den Schulen lesen und schreiben lernen können.

Wenn im Jahre 2010 Kinder aufgrund einer Sehschwäche nicht lesen und schreiben lernen können, ist das für mich nicht akzeptabel”, erklärt Mertens. Sehen ist übrigens ein ganz großes Thema für Lions international. „Falsche Ernährung und Unterernährung sind oft Ursachen für Erblindung in der Dritten Welt”, weiß Wolff. So werden von Lions international der Bau von Augenkliniken und die Ausbildung von Ärzten vor Ort finanziert.

Weltweit bewegen die Lions Milliarden. „Und jeder Cent, der reinkommt, geht an Spenden wieder raus, weil wir keinen Verwaltungsapparat bezahlen müssen”, sagt Mertens.

Die Lions haben auch stets die gesellschaftliche Entwicklung im Blick. Bei Fehlentwicklungen entwerfen sie Programme, durch die geholfen werden kann.

So etwa „Kindergarten plus”, ein Präventionsprogramm zur Stärkung der kindlichen Persönlichkeit, und „Klasse 2000”, ein Programm zur Gesundheitsförderung, Gewaltvorbeugung und Suchtvorbeugung in der Grundschule. „Lebenskompetenz kommt nicht von alleine”, wissen die Lions und haben deshalb international „Lions-Quest”, ein Zukunftsprogramm zum Thema „Erwachsen werden” ins Leben gerufen.

Lions, das sind nicht nur die Löwen. Lions ist die Abkürzung für ihren Wahlspruch: Liberty, Intelligence, Our Nations Safety. Merten und Wolff verweisen auf die inoffizielle deutsche Interpretation: Lions ist ohne Nächstenliebe sinnlos.
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