Geilenkirchen - Wilde Kanadagänse als Plage: Sie sind inzwischen fast überall

Wilde Kanadagänse als Plage: Sie sind inzwischen fast überall

Von: Marie Eckert
Letzte Aktualisierung:
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An Burg Trips tummeln sich die Kanadagänse auf den Wiesenflächen und am und im Wasser.

Geilenkirchen. Vor rund 300 Jahren kamen sie nach Deutschland, nun sind sie fast überall: Kanadagänse. Die durchaus niedlichen Wildtiere sind in einigen Teilen Deutschlands inzwischen zur Plage geworden. Auch in der Region siedeln sich die Tiere seit Jahren an – zum Nachteil der Sauberkeit in den Parkanlagen und der heimischen Stockente.

„Die Gänse sind ein Problem geworden“, sagt auch Bürgermeister Georg Schmitz. Im Wurmauenpark beispielsweise komme man mit dem Saubermachen oft nicht hinterher, so dass es an manchen Tagen unmöglich sei, sich auf die Wiese zu legen. Außerdem beobachtet der Bürgermeister einen Rückgang des Stockentenbestands: „Die Kanadagänse sind stärker und töten mitunter die jungen Enten“, meint er.

Eingriff in die Natur

Die rasante Vermehrung der Wildgänse mit dem schwarzen Hals hängt auch mit dem unerlaubten Füttern zusammen. Denn: Dort, wo es Futter gibt, bleiben die Tiere. „Die Gänse vermehren sich zu Lasten der Enten“, sagt Schmitz. Und: Sie ziehen nicht mehr, wie von der Natur vorgesehen, dann weiter, wenn gegen Herbst das eigentliche Futter in freier Wildbahn zur Neige geht. Im Gegenteil, wegen des Überflusses an Futter legen die Kanadagänse oftmals noch ein zweites Mal im Jahr Eier.

Ähnlich sieht es an Burg Trips aus: Von bis zu 100 Kanadagänsen auf dem Gelände spricht Bauhofleiter Wolfgang Jansen. „Die Tiere ziehen einfach nicht weiter.“ Auch er sieht ein Problem dabei, dass Leute trotz der Verbotsschilder füttern. Generell führt das Füttern zu weiteren Problemen: So sorgt Brot in den Gewässern für einen niedrigen Sauerstoffgehalt, das wiederum zu Algenbildung.

Auch an Burg Trips ist der Gänsekot ein Problem. „Heute putzt man, morgen ist es wieder schmutzig“, beschreibt Jansen.Tatsächlich laufen auf dem groß angelegten Gelände der Burg mehrere Gruppen von jeweils 15 bis 20 der Tiere herum und zupfen Gras. Multipliziert man die Zahl der Gänse mit den mehreren Kilo Kot täglich, die ein Tier produziert, wird das Ausmaß des Problems greifbar – und ist ein Nachteil für diejenigen, die sich gern auf den Wiesen an den Tümpeln der Region niederlassen wollen.

Problem in Alsdorf

Ein ähnliches Problem wie die Geilenkirchener hat der Tierpark Alsdorf. Jeden Tag säubert das Team um Tierparkleiter Stefan Heffels Wege und Wiesenflächen, trotzdem kommen sie nicht mehr hinterher.

Die Gänse besiedeln das Rotwildgehege und kommen gegen Nachmittag zu den Eingängen, um Futter von den Besuchern abzustauben. Aber: Auch im Tierpark ist das Füttern strengstens verboten. „Die Leute meinen es zwar gut, aber wir versuchen, ihnen zu erklären, warum es das nicht ist,“ sagt der Tierparkleiter. Würden die Menschen aufhören, unerlaubt zu füttern, würden die Tiere auf den Rasenflächen beim Rotwildgehege bleiben – und den Park eben irgendwann verlassen.

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