Wiegen für guten Zweck: Bürgermeister Schmitz wird zum Schwergewicht

Von: Udo Stüßer
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Bürgermeister Georg Schmitz lädt zum öffentlichen Wiegen auf den Marktplatz ein.
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Sie genießen frischen Fairtrade-Kaffee und fordern Bürgermeister Georg Schmitz heraus: Lars Speuser, Susanne Köppl, Janine Brodermanns, Heiner Coenen und Jürgen Benden (von links) geben die Bewerbung Geilenkirchens als Fairtrade Town ab. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Besucher des Geilenkirchener Wochenmarktes werden am kommenden Freitag einen Heidenspaß erleben: Die Steuerungsgruppe, die die Bewerbung Geilenkirchens für die Anerkennung als Fairtrade-Town erarbeitet hat, will vor Abgabe der Unterlagen in der Fairtrade-Kampagnenzentrale in Köln die Geilenkirchener Bürger über ihre Arbeit informieren. Verbinden wird sie dies mit einem besonderen Gag.

Um 10 Uhr wird Bürgermeister Georg Schmitz mit den mit Gewichten angreicherten Bewerbungsunterlagen öffentlich gewogen. Die Steuerungsgruppe wettet, dass sie von 10 bis 12 Uhr in Kilogramm so viele Fairtrade-Produkte auf dem Marktplatz verkaufen kann, wie Schmitz auf die Waage bringt. Schmitz wettet dagegen. Schafft die Steuerungsgruppe ihr Vorhaben mit Unterstützung der Geilenkirchener Marktbesucher und Schmitz verliert die Wette, so wird der Bürgermeister an einem noch festzulegenden Termin Faitrade-Produkte in der Passage des Einkaufszentrums verkaufen.

Mit diesem Spaß setzt die Fairtrade-Steuerungsgruppe – Geilenkirchens Wirtschaftsförderin Susanne Köppl, ihre Kollegin Janine Brodermanns, Aktionskreis-Geschäftsführer Heiner Coenen, Jürgen Benden (Grüne) , Lars Speuser (CDU) und die engagierte Bürgerin Lisanne Kappler – einen weiteren Meilenstein Geilenkirchens auf dem Weg zur Faitrade-Town.

Erhält Geilenkirchen nach einer Prüfung der Bewerbungsunterlagen nach sechs bis acht Wochen die Anerkennung, muss sie innerhalb von weiteren acht Wochen eine öffentlichkeitswirksame Übergabefeier veranstalten. Dann wäre Geilenkirchen die einzige Stadt zwischen Aachen und Mönchengladbach, die das Fairtrade-Siegel tragen darf.

Für die Steuerungsgruppe hieß es bis jetzt: Klinken putzen. Dass im Rathaus bei Konferenzen und Sitzungen auch fair gehandelter Kaffee und Säfte gereicht werden, ließ sich durch einen Ratsbeschluss schnell bewerkstelligen. Und auch die Vorgabe, dass mindestens acht Geschäfte mindestens zwei fair gehandelte Produkte anbieten, konnte von der Steuerungsgruppe schnell abgehakt werden. Auch drei Gastronomen wurden gefunden, die die Kriterien erfüllen.

„Die großen Verbrauchermärkte sind heute fast alle Fairtrade-Partner. Uns ging es aber nicht nur darum, aufzuzählen, welche Geschäfte fair gehandelte Produkte anbieten, sondern neue Geschäfte dafür zu gewinnen“, sagt Jürgen Benden. Das bestätigt auch Heiner Coenen: „Die großen Konzerne sind auf dem Gebiet gut unterwegs. Die Kleinarbeit liegt darin, lokale Anbieter aufzuklären.“

Derweil freut sich Lars Speuser, dass mit dem St.-Ursula-Gymnasium, das in ihrem „Fairomaten“ fair gehandelte Schokoladenprodukte, Müsli- und Fruchtriegel und getrocknete Mangos anbietet, und der Katholischen Frauengemeinschaft auch die von Fairtrade geforderten zwei Projektpartner aus Gesellschaft, Vereinen, Kirche und Schulen beteiligt sind.

Dass der FC Germania Bauchem bei der Ausrichtung der Fußballstadtmeisterschaft Fairtrade-Bälle benutzt hat und die Franziskusheim GmbH seit Jahren schon täglich für 300 Personen fair gehandelten Kaffee anbietet, freut die Projektgruppe besonders.

„Fairtrade muss nicht teurer sein, und wenn, sind es oft nur ein paar Cent“, sagt Benden. „Aber mit diesen wenigen Cent bezahlt man einen fairen Preis und bekämpft Fluchtursachen. Fairtrade baut Krankenhäuser und Schulen und hilft, Menschen auf die eigenen Beine zu stellen. Es geht um soziale Verantwortung.“ Heiner Coenen dazu: „Mit fair gehandelten Produkten bieten wir Hilfe zur Selbsthilfe.“

Dabei geht es nicht nur um Kaffee und Tee. Auch Säfte, Bananen, Blumen, Goldringe und sogar Feuerwehr-Monturen aus Baumwolle gibt es unter anderem als Fairtrade-Produkte. „Wir möchten die Menschen mobilisieren, darüber nachzudenken, wo Produkte herkommen. Sie sollen auch beim Einkaufen über Kinderarbeit nachdenken. Aber da werden wir noch viele Mühlen drehen müssen“, sagt Susanne Köppl.

Derweil freut sich Heiner Coenen nicht nur darüber, dass die Auszeichnung als Fairtrade-Town ein großer Image-Gewinne für die Stadt ist, sondern auch, dass im Steuerungskreis eine erfreulich „bunte Truppe“ an diesem zähen Prozess beteiligt ist. Immerhin sind Grüne, CDU, Aktionskreis, Verwaltung und eine engagierte Bürgerin maßgeblich beteligt.

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