Wie man den Einbrechern die Arbeit erschwert

Von: jpm
Letzte Aktualisierung:
Symbol Einbruch Einbrecher Dieb Räuber Raub Blaulicht Polizei dpa
Wer Herren wie diesen lieber nicht bei sich im Haus haben möchte, kann dagegen leicht einige vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Dafür möchte die Polizei mit ihrer Aktionswoche „Riegel vor! Sicher ist sicherer.“ sensibilisieren. Foto: dpa
11080529.jpg
Die Aktionswoche startete am Montag im Bürgerbüro des Geilenkirchener Rathauses: Die Kriminalhauptkommissare Jakob Liebernickel und Gudrun Kledtke (links) im Gespräch mit einer Bürgerin. Foto: Jan Mönch

Kreis Heinsberg. Es ist erst wenige Tage her, dass Frank Reuters wieder mal sehr deutlich vor Augen geführt wurde, warum die Aufklärungsquote bei Einbrüchen so gering ist und sehr wahrscheinlich auch weiter gering bleiben wird. Im Kreisgebiet hatte es einen Einbruch gegeben, wieder einmal, und der Täter war von der Hausbewohnerin auf frischer Tat ertappt worden. Sie betrat ihr Haus und da stand ein Fremder, der natürlich gleich das Weite suchte.

Doch die Frau stand dermaßen unter Schock, dass sie erst eine Stunde später die Polizei rief. Selbstverständlich war der Mann da schon über alle Berge. Für Leute wie Frank Reuters, der das Kriminalkommissariat 2 bei der Kreispolizei leitet, ist so etwas natürlich ärgerlich.

695 Fälle von Wohnungseinbruch hat es im Kreis Heinsberg im vergangenen Jahr gegeben, 37 Prozent davon scheiterten. Bei der Aktionswoche „Riegel vor! Sicher ist sicherer.“, die diese Woche zum dritten Mal stattfindet, geht es vor allen Dingen darum, diesen Prozentsatz zu erhöhen. Viele Einbrüche ließen sich verhindern, das ist die Botschaft. Wie das geht, darüber informiert die Polizei daher in dieser Woche noch in Heinsberg, Hückelhoven und Übach-Palenberg.

Natürlich kann Frank Reuters auch positive Gegenbeispiele zu der Anekdote oben erzählen. Bei einem weiteren Einbruch wurden zwei Bürger Zeugen. Einer behielt die Hintertür im Auge, der andere die der Straße zugewandte Seite des betroffenen Hauses, beide blieben im Kontakt mit der Polizei. Dass einer der Einbrecher noch aus dem ersten Stock sprang, als die Polizei eintraf, half ihm dann auch nicht mehr.

„Das war ein Idealfall, der leider relativ selten vorkommt“, sagt Reuters. Deshalb ermutigt er Bürger ausdrücklich dazu, die Polizei bei verdächtigen Beobachtungen lieber einmal zu oft als einmal zu wenig zu alarmieren. „Man muss eine verdächtige Beobachtung gar nicht selbst bewerten. Rufen Sie uns einfach an und überlassen Sie das uns“, sagt er. Das Personal sei dafür sensibilisiert, Hinweise ernst zu nehmen.

Steigende Zahlen

Zwei weitere zentrale Möglichkeiten, Einbrechern die Arbeit so schwer wie möglich zu machen, seien eine bessere technische Ausstattung sowie die „Reduzierung von Tatgelegenheiten“, also beispielsweise die Tür auch dann nicht offen zu lassen, wenn man nur mal kurz zu den Nachbarn hüpft.

Die Aufklärungsquote im Kreis Heinsberg war vergangenes Jahr mit 23 Prozent verhältnismäßig hoch, Reuters sagt jetzt schon, dass man sie dieses Jahr aller Voraussicht nach nicht wiederholen können werde.

Und leider deute sich auch jetzt schon an, dass die absolute Zahl der Einbrüche (nach einem Rückgang 2014 gegenüber 2013) 2015 steigen dürfte, Reuters geht von einer „einstelligen prozentualen Erhöhung“ aus. Man liege aber trotzdem besser als der Landestrend. Erfreulich sei lediglich, dass der Anteil der gescheiterten Einbrüche sich bislang von 37 auf 42 Prozent erhöht habe.

Nicht umsonst hat die Polizei ihre Aktionswoche vor den Beginn der dunklen Jahreszeit – die ja Ende dieser Woche mit der Zeitumstellung anbricht – gelegt. Die Erfahrung zeige, dass die frühe Dämmerung „von Täterseite genutzt“ werde, so Reuters. Überhaupt sei die Dämmerung der bevorzugte Zeitraum, in dem Einbrecher ihrem Werk nachgehen, und nicht etwa die tiefe Nacht. Seine Behörde werde dem durch erhöhte Präsenz auch von Zivilkräften sowie durch häufigere Kontrollen entgegenwirken.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert