West sieht sich in Vorreiterrolle

Von: g.s.
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Beim Verkehrsbetrieb der West
Beim Verkehrsbetrieb der West Energie und Verkehr in Geilenkirchen: Axel Fleischer und Erfinder Markus Kemper erläuterten dem Leiter der Wartung und Instandhaltung der West, Peter Tillmanns, und dem Verkehrsbereichsleiter Udo Winkens (v.l.n.r.) das neue Öldialysegerät. Foto: Georg Schmitz

Kreis Heinsberg. Eine schnelle Amortisation und finanzielle Ersparnis verspricht sich die West Energie und Verkehr von einem neuen Öldialysegerät, das jetzt im Betriebshof des West-Verkehrsbetriebs in Geilenkirchen vorgestellt wurde.

Markus Kemper, Erfinder des Gerätes und Geschäftsführer der IMT GmbH in Dessau, erläuterte dem Bereichsleiter für Verkehr bei der West, Udo Winkens, die Vorteile des bei der Wartung von Omnibussen einzusetzenden Gerätes.

Filtersystem

„Wenn man Blut reinigen kann, ist es vielleicht auch möglich, Öl zu reinigen”, hatte sich Kemper vor vier Jahren gedacht. Dem Tüftler gelang es relativ schnell, ein Filtersystem zu entwickeln, das gebrauchtes Motoröl derart reinigt, sodass es einer Wiederverwendung zugeführt werden kann. Das Öl erfüllt nach der Filterung sogar die gesetzlich vorgeschriebene Reinheitsklasse ISO 4406. Das Dialyseverfahren kann insgesamt fünfmal angewendet werden, bevor frisches Motoröl notwendig wird. Mit berechtigtem Stolz verwies Markus Kemper auf ein Gutachten der Dekra, das dem gereinigten Öl die gleichen qualitativen Eigenschaften wie Neuöl bescheinigt. „Unsere Firma hat das einzigartige Öldialysegerät weltweit zum Patent angemeldet, die Maschine reinigt bis zu einem My, dem derzeitig höchsten Standard.”

Seit dem Jahr 2010 werde das Gerät in Serie produziert, 40 Maschinen seien bereits in mehreren Ländern im Einsatz, berichtete Markus Kemper. Besonders Brasilien habe Interesse gezeigt und gleich 36 Geräte bestellt. Nach der NEW in Mönchengladbach und einem Verkehrsbetrieb in Fulda verfüge die West in Geilenkirchen nun über das dritte Öldialysegerät in Deutschland.

Wirtschaftlich und ökologisch

Von dem Einsatz des 25 000 Euro teuren Gerätes verspricht sich Udo Winkens nicht nur einen wirtschaftlichen Vorteil. Er sieht darin zudem einen weiteren Baustein in der notwendigen ökologischen Ausrichtung des Verkehrsbetriebes. „Für die 95 Busse der West benötigen wir jedes Jahr 5000 Liter Motoröl, dank der Öldialyse brauchen wir jetzt nur noch alle fünf Jahre frisches Öl”, so Winkens. In der Region Aachen komme der West mit diesem Öldialysegerät eine Vorreiterrolle zu.

Satellitengestützt

Während Einweiser Axel Fleischer vom Hersteller IMT den Werkstattmitarbeitern der West die Handhabung erläuterte, ging Erfinder Markus Kemper noch auf einige Details ein. 4,5 Millionen Euro habe die IMT GmbH in die Entwicklung des Gerätes investiert. Die Maschine verfüge über ein satellitengestütztes Navigationssystem, was den Vorteil bringe, dass es Fehler an den Firmensitz in Dessau melde und diese von dort aus behoben werden könnten. Zum Ablauf der Dialyse erklärte Markus Kemper: „Das aus den Fahrzeugen abgelassene Öl wird durch verschiedene, sehr feine Filter gepumpt und so von Feststoffen, Ruß und Ablagerungen sowie von Wassereinlagerungen befreit.” Das Verfahren entspreche den Forderungen des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes. Die Reinigung benötige nicht mehr Zeit als ein herkömmlicher Ölwechsel.
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