Wertvolles Prüfsiegel für gutes Englisch

Von: Markus Bienwald
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Gleich 23 Schüler freuten sich an der Realschule Gangelt über das frisch erhaltene „Cambridge-Zertifikat“, dass ihnen trotz fragwürdigen Kleidungsstils in der Mottowoche zum Schulabschluss lebenslang gute Englischkenntnisse bescheinigt.

Gangelt. „Lebenslänglich“ ist gerade für einen jüngeren Menschen noch ein ziemlich unfassbarer Zeitraum. Da hilft es, das Ganze vielleicht mit den aktuellen Bedingungen für den Erwerb des Führerscheins zu vergleichen. Denn wie beim „Lappen“ ist es beim nun von insgesamt 23 Schülern der auslaufenden Realschule Gangelt erlangten „Cambridge-Zertifikat“.

Neun Monate Vorbereitung, eine schriftliche und eine mündliche Prüfung später, war es nun ausgerechnet in der „Motto“-Woche kurz vor dem begehrten Schulabschluss an der Zeit, die begehrten Zertifikate entgegenzunehmen. Ihr Motto „Bad Taste“, also das Zelebrieren bewusst schlechten Geschmacks beispielsweise per absurder Oberbekleidung, war aber nur eine optische Nebensache.

Auf Freizeit verzichtet

Denn das Zertifikat belegt auch abseits eines schlechten Kleidungsstils die guten Englischkenntnisse der Gangelter Realschüler. „Wir freuen uns natürlich, mit dieser Zusatzqualifikation etwas für starke und leistungsbereite Schüler zu bieten“, so Schulleiter Thomas Hoppe.

Leistungsbereitschaft heißt in diesem Fall natürlich auch, auf ein Stückchen Freizeit zu verzichten, denn die gut 30 Extra-Schulstunden wurden als Doppelstunde nach dem regulären Stundenplan drangehängt. Freiwillig machen auch die Lehrer mit, wobei Helga Nijs gerade noch so im aktiven Schuldienst steht, aber ihr Kollege Peter Fischer als Pensionär schon längst hätte sagen können, dass er keinen Unterricht mehr machen will. „Ich mache das einfach zu gerne“, gab Fischer bei der offiziellen Zertifikatsvergabe zu.

Und seine Kollegin Helga Nijs betont, dass es wichtig ist, den Schülern zu vermitteln, dass sie etwas für sich und ihre Zukunft tun können. „Schließlich kann das Zertifikat bei jeder Bewerbung vorgelegt werden, und ist für alle Berufszweige interessant“, betont sie.

Die auslaufende Gangelter Realschule bietet schon seit November 2007 als anerkannte Prüfungsschule für die so genannten „ESOL“-Prüfungen (English Speakers of Other Languages) für Nichtmuttersprachler des Englischen an.

Für die Schüler heißt das, neben dem freiwilligen Englischunterricht am Nachmittag, auch eine zweistündige schriftliche Prüfung in den Bereichen Leseverstehen, Hörverstehen und freies Textschreiben, die weltweit einheitlich ist, sowie eine 20-minütige, mündliche Prüfung zu absolvieren. „Dabei kommen dann externe muttersprachliche Dozenten der Volkshochschule Aachen zu uns“, sagt Fischer, „und die Schüler sind dann ganz schön nervös, aber wir halten dann auch schon mal Händchen“, ergänzt Helga Nijs.

Die Ergebnisse sind unterm Strich als ganz hervorragend zu betrachten, zumal bei diesem Zertifikat die sonst schulübliche 50-Prozent-Hürde für das Bestehen nicht gilt. „Es müssen mindestens 70 Prozent der Maximalpunkte erbracht werden“, berichtet Peter Fischer und ist gemeinsam mit seiner Kollegin sehr stolz darauf, dass neun Schüler mit Auszeichnung, sprich zwischen 85 und 89 Prozent, und drei gar mit besonderer Auszeichnung und über 90 Prozent Leistung abschlossen.

Persönlich entwickelt

Doch die reinen Prozente sagen noch nichts über die „weichen Faktoren“, die sich in der Zertifikatszeit in den Schülern entwickeln. „So haben wir durchaus einen Schub in der Persönlichkeit der Absolventen feststellen können“, freute sich Thomas Hoppe abschließend.

Und das darf auch im nächsten Schuljahr weiterhin so sein. Denn wenn dann die folgende Gruppe von Abschlussschülern zu ihrer Mottowoche aufbricht, sind die dann schon pensionierte Helga Nijs und ihr Pensionärskollege Peter Fischer wieder dabei. „Das haben wir beide schon fest zugesagt“, schließt Nijs.

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