Wenn Kirche hilft, Schöpfung zu bewahren

Von: Renate Kolodzey
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Superintendent Jens Sannig (Mitte) überreicht das Zertifikat an das Dreier-Team um Pfarrer Mathias Schoenen (l.): Wolfgang Gloy, Heinz Siegling (mit „Grünem Hahn“) und Lothar Kötz (v.l.n.r.). Foto: Renate Kolodzey

Gangelt. Dass Hähne die Spitzen vieler Kirchtürme zieren, ist bekannt. Doch welche Bewandtnis hat es mit dem „Grünen Hahn“? In der Farbe der Natur steht er für ein Umweltmanagementsystem, das speziell für die Anwendung in Kirchengemeinden entwickelt wurde.

Die Evangelische Kirche im Rheinland sieht darin einen Aspekt schöpfungsgerechten Handelns.

Anfang des Jahres 2012 hatte das Presbyterium der Kirchengemeinde Gangelt-Selfkant-Waldfeucht mit seinem Vorsitzenden, Pfarrer Mathias Schoenen, beschlossen, sich um dieses Zertifikat zu bewerben. Schnell hatte sich ein Dreier-Team aus Wolfgang Gloy, Heinz Siegling und Lothar Kötz gebildet, das sich bereiterklärte, dieses Thema intensiv anzugehen, um die zahlreichen Kriterien zu erfüllen, die zur Erlangung nötig sind. Klaus-Dieter Koß und Hans Stenzel, beide Mitglied im synodalen Mitweltausschuss, unterstützten sie tatkräftig.

Nach drei Jahren, im Juni 2015, prüften Fachleute sorgsam, ob der zeitgemäße, sparsame und nachhaltige Umgang mit vorhandenen Ressourcen bescheinigt werden könne – mit großem Erfolg für die Gemeinde: Der „Grüne Hahn“ war ihr sicher.

Im festlichen Gottesdienst am Reformationstag, dem 31. Oktober, wurde das Zertifikat offiziell überreicht. Organist Ulrich Peters führte stimmungsvoll in die Feierlichkeiten ein, und Heinz Siegling hieß die Anwesenden in der gut gefüllten Gangelter Friedenskirche willkommen. In seiner Predigt mahnte Pfarrer Mathias Schoenen, die Schöpfung zu bewahren: „Es ist nicht egal, wie viel Ressourcen wir verbrauchen, und wir als Kirche nehmen unsere Verantwortung wahr.“ Voluminös untermalte der Posaunenchor unter der Leitung von Hans Stenzel mit Trompete, Saxophon, Tenor- und Baritonhorn das Geschehen.

Jens Sannig, Superintendent des Kirchenkreises Jülich, hob die Maßlosigkeit des Menschen hervor, mit der er Energie verbrauche: „Auch wir als Kirche müssen uns fragen: ‚Wie ist das mit unserem CO2-Ausstoß?‘ Wir freuen uns, dass die hiesige Gemeinde die dritte Gemeinde in unserem Kirchenkreis ist, die dieses Umweltzertifikat bekommt. Herzlichen Glückwunsch und herzlichen Dank an alle Beteiligten!“ Er überreichte die bis 2019 gültige Urkunde an Gloy, Siegling und Kötz.

Nach dem Gottesdienst bestand die Gelegenheit, ausführlich über das Zertifikat zu sprechen: Auf die hölzerne Skulptur deutend, meinte Siegling augenzwinkernd: „Wir haben sogar eine ‚Hähne-Zucht‘ – nämlich drei Stück, angefertigt von den Damen des Kreativkreises: Einer steht im Foyer unserer Kirche, einer im Gemeindebüro und einer im Gemeindehaus Bocket.“ Kötz erwähnte, dass jede Menge alte Dokumente gesichtet werden mussten. Gloy erinnerte sich, dass man sich zum Ende hin jede Woche getroffen habe. Siegling freute besonders, „dass die Solaranlagen auf dem Dach des Pfarrhauses in Gangelt und der Kirche in Bocket mehr Strom produzieren, als wir in der gesamten Gemeinde verbrauchen“.

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