Gangelt-Langbroich - Wenn jede Ratssitzung in der Kneipe endet

Wenn jede Ratssitzung in der Kneipe endet

Von: Karl-Heinz Hamacher
Letzte Aktualisierung:
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„Wenn dätt ma joht jeht!” Unversöhnlich, zumindest vorläufig, stehen sich auf der Probebühne vom „Langbröker Selfkanttheater” die Akteure gegenüber, die in der Komödie über den politischen Kampf auch den der Geschlechter austragen.

Gangelt-Langbroich. Sodom und Gomorrha im Schatten von St. Marien. Der Dorffrieden hängt ausgerechnet an dem Mann, der in Frauenkleidern unterwegs ist. Und es sieht nicht so aus, als könne er erfolgreich das verteidigen, was irgendwo ganz vorne in der Dorfchronik festgeschrieben stehen soll: das Patriarchat.

So sieht es zumindest das Grüppchen derer, die nicht nur die politischen Dorfgeschicke immer gelenkt haben und fest davon ausgehen, dass sie das auch nach der Wahl noch tun. Wie gesagt, sie gehen davon aus. Doch haben sie diesmal die Hochrechnungen ohne das starke Geschlecht gemacht.

Es tut sich also was in Langbroich wie auch in Harzelt. Und wer wäre besser geeignet, davon zu berichten, als die Akteure vom „Langbröker Selfkanttheater”? Mit „Eene wett mie wie d´r angere!” wollen sie am 8. Januar um 19.30 Uhr den Reigen der neun Langbroicher Aufführungen im Dorfzentrum eröffnen. Nach Karneval gibt es dann noch drei Gastspiele in Heinsberg.

Die erfolgreichste Amateur-Theatergruppe weit und breit hat seit vielen Jahren ein ganz spezielles Rezept, auf dem all das fußt. Die Vorlagen der Stücke werden etwas erweitert. Nicht viel, aber entscheidend. Zum einen ist es das Langbröker Platt, eine Mundart, in der sich herrlich „bott” sein lässt, in der aber auch Liebesschwüre einen besondern Zauber haben.

Es werden aber immer gerne wahre Geschichten aus dem Dorfleben eingearbeitet. Hier könnte diesmal der Knackpunkt liegen. Leo Horrichs ist im wirklichen Leben der Ortsvorsteher des Dorfes. Er regiert die Dorfgemeinschaft völlig unangefochten. Seine Gattin - im wirklichen Leben - Maria, ist diejenige, die als Kunigunde Schlotterbuchs die Frauenliste anführt. Aber im Hause Horrichs, so will es der Dorfklatsch wissen, wird, wenn überhaupt gesprochen wird, nicht über Politik gesprochen.

Im „Rosaroten Panther”

Die Damenwelt will die Revolution, sie will den Ortsvorsteher stellen. Anfangs vom „starken Geschlecht” belächelt, sehen die Herren aber so langsam ihre Felle schwimmen und in den Umfragen die Frauen vorne. Die haben sich so einiges notiert: Besuche im „Rosaroten Panther”, wo Marilyn (Verena Schlebusch), die Animierdame, nicht nur auf dem Tisch tanzt. Plötzlich lässt sich auch erahnen, warum jede Ratssitzung in der Kneipe endet. Nun hat der Ortsvorsteher (Markus Derichs) sogar eine eigene Türe von der Ratsstube zur Gastwirtschaft brechen lassen.

Die männlichen Theaterbesucher werden bedauern, dass das Stück in dieser Kneipe und nicht im „Panther” spielt. Und genau dort spitzt sich die Lage auch zu, wenn die beiden Fraktionen - Männlein gegen Weiblein - aufeinander treffen. Schon die Namen der Damen zeugen von purer Kampfeslust. Rosa Keusch (Marianne Heutz), Emma Kappes (Stefanie Heutz) und vor allen Traut Schlächtere (Elisabeth Palmen) versprechen, ebenfalls auf dem Tisch zu tanzen. Allerdings mit der Fahne der Frauenliste voran.

Gastwirt Päul (Leo Schroten), Pitt Leuchter (Karl-Heinz Gossen) Kappes Kresch (Sebastian Arnusch), Schlächtere Jüsch (Helmut Schürkens) und all diesen voran Ortsvorsteher Klüetjes Hein (Markus Derichs) machen nicht unbedingt die bessere Figur im Wahlkampf. Ihren Anteil am Durcheinander haben dazu noch Gemeindeinspektor Häns Klug (Arndt Horrichs) und Klüetjes Zillie (Sarah Horrichs).

Eine Partei wird sich fügen, das sei hier schon versprochen. Es wird sich auch, das kennt man vom „Langbröker Selfkanttheater”, das ein oder andere Pärchen fürs Leben finden.
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