Wenn die Schule schläft, packt er kräftig an

Letzte Aktualisierung:
hausmeister-bu1
Ein Blick hinter die Kulissen: Heinz Kollar überprüft jeden Morgen den Heizungsraum im Keller der Schule - auch in den Ferien. Foto: S. Sillius

Geilenkirchen. Klassenräume und Lehrerzimmer einrichten und beschildern, Tische und Kisten von A nach B tragen, Reparaturen vornehmen, Unfallgefahren beseitigen, technische Geräte überprüfen und vieles mehr. Nein, von Ferien kann bei Heinz Kollar während der Sommerzeit bei weitem nicht die Rede sein. Kollar ist Hausmeister der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule.

Von draußen sieht die Schule aus, als würde sie im Dornröschenschlaf liegen: Keine Schüler, die auf dem Schulhof stehen, keine Lehrer, die zur nächsten Schulstunde eilen. Doch drinnen wird das Gebäude zum Leben erweckt, zumindest dort, wo sich Heinz Kollar aufhält. In seinem Büro schallt leise Musik aus dem Radio, der Hausmeister telefoniert und blickt im nächsten Moment auf die Liste, die vor ihm liegt. Von Stunde zu Stunde versucht er, die vielen darauf stehenden Aufgaben abzuarbeiten.

Für den 61-Jährigen beginnt während der Ferien um halb sieben ein ganz normaler Arbeitsalltag. Wobei das Wort „normal” in Kollars Beruf Auslegungssache ist, denn Tage, an denen alles nach Plan läuft, kennt der 61-Jährige gar nicht. Seit 21 Jahren arbeitet er in der Schule, die noch bis Mitte der 90er Jahre als Hauptschule in Betrieb war. Im Laufe der Jahre habe sich einiges verändert, sagt er. Mittlerweile ist es eine Ganztagsschule, die es zu betreuen gilt.

Bevor er Hausmeister wurde, war Kollar als Heizungsinstallateur tätig. Damals habe er nicht geahnt, wie vielfältig sein neuer Beruf werden würde. Mittlerweile ist diese Vielfalt für ihn selbstverständlich. „Jeder Tag ist eben anders, mal hart, mal gibt es viel zu lachen, aber nie weiß man, was genau zu tun ist und wann man nach Hause kommt.”

Während die Schüler ihre Ferien genießen oder in den Urlaub fahren, bricht für Kollar die wohl stressigste Zeit des Jahres an. „Dann müssen all die Sachen erledigt werden, die während der Schulzeit liegen geblieben sind, zum Beispiel weil man zu wenig Zeit für sie hatte oder weil sie zu großen Lärm verursachen”, erklärt der leitende Hausmeister, der ein dreiköpfiges Team um sich hat, bestehend aus zwei weiteren Hausmeistern und einem Ein-Euro-Jobber. Die vielen Arbeiten seien allein gar nicht zu stemmen. „Ohne mein Team bin ich gar nichts”, ist Kollar überzeugt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert