Geilenkirchen - Wenn der eigene Verband die Arbeit erschwert

Wenn der eigene Verband die Arbeit erschwert

Von: Thorsten Pracht
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Das Organisationsteam des TC Rot-Weiß Geilenkirchen um Ulla Symens (4.v.l.) und die Sponsoren freuen sich auf die 25. Auflage des KW-Cup. Foto: Thorsten Pracht

Geilenkirchen. Zum Jubiläum wollen sie im Clubhaus eine Stellwand mit den besten Fotos aus den letzten 25 Jahren aufstellen. Und Bilder und Geschichten hat der KW-Cup, das große Tennis-Jugendturnier des TC Rot-Weiß Geilenkirchen, im vergangenen Vierteljahrhundert einige hervorgebracht.

„Darauf sind wir sehr stolz“, sagt die Turnierverantwortliche Ulla Symens knapp 14 Tage vor dem ersten Ballwechsel der Jubiläumsausgabe. „Wir hoffen, dass wir auch in diesem Jahr wieder den Nerv der jungen Spieler treffen.“

Genau das scheint immer schwerer zu werden. Wer Ulla Symens, ihrem Mann Egbert, Vorsitzender des TC Rot-Weiß, und Peter Philipp aus dem Turnierausschuss zuhört, der merkt schnell, dass ihr Job im Laufe der Jahre nicht leichter geworden ist. Natürlich ist da zum einen die Konkurrenz im Turnierkalender, speziell in den Sommerferien, wenn ambitionierte junge Spieler nach dem Ende der Medenspielsaison ohne schulische Verpflichtungen ihrem Sport nachgehen können. Aber die ist nicht neu, und mit der guten Organisation, dem attraktiven Modus mit mehreren garantierten Matches und der tollen Anlage gibt es für die Spieler aus ganz Nordrhein-Westfalen reichlich Argumente, beim KW-Cup zu melden.

Andere Tendenzen treiben die Geilenkirchener Veranstalter noch mehr um. „Es ist krass, wie rückläufig vor allem im weiblichen Bereich die Zahlen sind“, sagt Ulla Symens, die dieses Phänomen auch aus Gesprächen mit anderen Veranstaltern kennt. Im Vorjahr kamen drei von vier Mädchen-Kategorien beim KW-Cup nicht zustande.

Als i-Tüpfelchen schreibt der Deutsche Tennis-Bund (DTB) den Einsatz von lizenzierten Oberschiedsrichtern vor. Und der Verband erhebt eine „Turnierspielerteilnehmergebühr“, die je nach Altersklasse zwischen fünf und acht Euro liegt. Speziell diese Gebühr macht Ulla Symens wütend. Sie hat eine Petition gestartet und hält dem Verband vor, damit dem Nachwuchstennis zu schaden. „Als Veranstalter fragt man sich schon ab und zu: Wann kommt jetzt der nächste Stolperstein?“, sagt die engagierte Kämpferin für die Belange der jungen Sportler.

Stellt sich die Frage, warum sich die Verantwortlichen beim TC Rot-Weiß trotz allem noch den Stress antun, ein solches Turnier Jahr für Jahr zu stemmen. „Ganz einfach: Weil wir weiter auf das Thema Jugend setzen wollen. Es soll auch weiterhin die Möglichkeit geben, hier in der Region im Sommer an einem Turnier teilzunehmen“, erklärt Egbert Symens. Und der KW-Cup sei nun mal der einzige Wettbewerb seiner Art im Tennisbezirk Aachen-Düren-Heinsberg. Dem rückläufigen Trend beim Tennis – Angelique Kerber hin, Alexander Zverev her – wollen die Rot-Weißen aktiv begegnen, mit Aktivitäten und neuen Angeboten.

Rund 100 Meldungen gab es im vergangenen Jahr zum KW-Cup. Wie viele es in diesem Jahr werden, ist noch längst nicht abzusehen. Die Anmeldung zum Turnier verläuft digital über das Internet und ist bis zum 1. August für die Altersklassen Jugend U 14 und Nachwuchs U 21 sowie bis zum 3. August für die Altersklassen U 12 und U 16 möglich. „Unsere Erfahrung ist, dass die Teilnehmer erst in der letzten Sekunde auf den Knopf drücken. Am nächsten Morgen sehen wir dann, was wir haben“, gibt Ulla Symens Einblicke in die Unwägbarkeiten der Turnierplanung. Auch in dieser Hinsicht habe sich sehr viel verändert.

Nicht mehr wegzudenken aus dem Programm ist das Charity-Turnier am Sonntag, 6. August. Am Vormittag treten 18 Doppel mit Vertretern hiesiger Unternehmen für den guten Zweck gegeneinander an. Wie Karl-Heinz Stamm, Vorsitzender des Fördervereins des TC Rot-Weiß Geilenkirchen, mitteilte, geht der Erlös an die Caritas Jugendhilfe. Im vergangenen Jahr waren 2222 Euro für den Deutschunterricht von Flüchtlingen in Geilenkirchen zusammengekommen.

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