Geilenkirchen - Wenn das Geld nicht mal für die Schultüte reicht

Wenn das Geld nicht mal für die Schultüte reicht

Von: rb
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Gehören zum Schulstart dazu, sind aber für einige Eltern eine finanzielle Belastung: Schulranzen und Schultüte.

Geilenkirchen. Der erste Schultag ist für Kinder aufregend. Und für Eltern in erster Linie teuer. „Einschulung! Hilfe, die Kosten explodieren!!!“, schreibt zum Beispiel ein Internetnutzer in einem Forum. „Ich bin alleinerziehend und ohne Arbeit. Wie kriege ich das mit der Einschulung hin?“, steht da geschrieben.

Solche und ähnliche Fragen beschäftigen derzeit viele Eltern, die das Geld für Stifte, Schulranzen, Bücher, Hefte und die Schultüte nicht so ohne weiteres aufbringen können. Schnell summieren sich die Kosten auf einen dreistelligen Eurobetrag.

Bedürftige Kinder und Jugendliche werden zwar durch das Bildungs- und Teilhabepaket, kurz BuT, der Bundesregierung gezielt unterstützt, – zu Beginn des Schuljahres gibt es 70 Euro, im zweiten Schulhalbjahr noch einmal 30 Euro – doch damit sind längst nicht alle Kosten gedeckt, weiß auch Helga Troiber-Geller, Leiterin der Caritas-Jugendhilfe Ambulant in Geilenkirchen: „Das Büchergeld reicht vielen einfach nicht“, sagt sie. So hätten sich kurz vor dem Schulstart auch Eltern bei der Caritas in Geilenkirchen gemeldet und um Hilfe gebeten.

„Wenn es nachweislich Not gibt, dann sind wir für die Familien natürlich da“, sagt Troiber-Geller, erhebt aber sogleich den warnenden Finger: „Wir wägen jeden Einzelfall ganz genau ab. Wir wollen auch unsere Klienten im perspektivischen Handeln unterstützen und durch unsere Angebote wie das Haushalts-Organisations-Training den vernünftigen Umgang mit Geld schulen.“

Ein Anrecht auf das Bildungs- und Teilhabepaket haben Kinder und Jugendliche, deren Eltern leistungsberechtigt sind. Zu diesen Sozialleistungen zählen Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Asylbewerberleistungen, Sozialhilfe, Kinderzuschlag oder Wohngeld. Das Bildungspaket unterstützt gezielt 2,5 Millionen bedürftige Kinder und Jugendliche in ganz Deutschland. Denn diese haben einen Rechtsanspruch aufs Mitmachen, sei es bei Tagesausflügen, dem Mittagessen in Kita, Hort und Schule oder bei Musik, Sport und Spiel in Vereinen und Gruppen.

Im Kreis Heinsberg beziehen nach Angaben der Kreisverwaltung rund 4750 Schüler Leistungen für den Schulbedarf im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets. Im Bereich des Sozialgesetzbuchs II, besser bekannt als „Hartz IV“, erhalten etwa 3300 Schüler diese Leistungen. Aus dem Bereich des Sozialgesetzbuches XII, sprich Sozialhilfe, sind es etwa 50. Die SGB-II und SGB-XII-Empfänger bekommen den Schulbedarf im August mit der Sozialleistung durch das Jobcenter beziehungsweise ihre Kommune ausgezahlt.

Anders verhält es sich bei Beziehern von Wohngeld und Kinderzuschlag, welche Leistungen der Familienkasse sind. Bei den Beziehern dieser Leistungen ist ein gesonderter Antrag für den Erhalt des Schulbedarfspakets bei den Städten und Gemeinden zu stellen. Rund 1400 Schüler erhalten hierüber das Schulbedarfspaket. Wie viele bedürftige Schüler insgesamt anspruchsberechtigt sind, ist laut Kreisverwaltung Heinsberg schwer zu ermitteln, da es eine Vielzahl von Beziehern beider Leistungen – also von Wohngeld und Kinderzuschlag – gibt.

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