Weltenbummlerin Nora Tacken: Von Immendorf in die weite Welt

Von: Laura Beemelmanns
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Nora genießt ihre Zeit in London – will aber irgendwann zurück. Foto: Beemelmanns
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Die Wiese vor dem Big Ben und links neben der Westminster Abbey ist einer von Noras Lieblingsplätzen. Foto: Beemelmanns

Geilenkirchen/London. Schon in ihrer Schulzeit wusste Nora Tacken, dass es sie irgendwann ins Ausland ziehen würde. „Meine Eltern lieben es zu reisen. Wir sind während sämtlicher Ferien weg gewesen. Oft hat es sich am Puffendorfer Kreuz erst entschieden, wohin die Reise geht.“ Und so hat es die 24-Jährige auch fortgeführt. „Ich wusste einfach, dass ich immer einen schönen Ort finden würde, an dem es sich lohnt, eine Weile zu bleiben.“ Sie verließ ihre Heimat – erst einmal für unbestimmte Zeit.

Wohin genau sie wollte, war damals noch offen. Sie suchte ihre berufliche und private Zukunft weit über die Grenzen Geilenkirchens hinaus – und war erfolgreich. Heute lebt sie rund 540 Kilometer von Zuhause entfernt – in Großbritannien, London.

Im Land der Kiwis

Bereits in der Oberstufe verbrachte sie ein halbes Jahr in Irland, nach dem Abitur im Jahr 2007 folgte sie erneut dem Ruf der Ferne und reiste bis ans andere Ende der Welt. Die Immendorferin lebte für zehn Monate in Neuseeland, arbeitete und reiste. Im Rahmen des „Travel&Work“-Programms erkundete sie das Land auf ihre eigene Weise, pflückte beispielsweise Trauben auf einem Weinberg, um Geld in die Reisekasse zu füllen, kaufte schon bald einen alten Bulli und zog mal alleine, mal mit anderen Reisenden durch das Land der Kiwis. Sie schlief in Hostels, war heute hier, morgen dort und sie verliebte sich in ein solches Leben. „Das war bis jetzt die beste Zeit im Ausland. Es hat einfach alles so gut geklappt, dass ich mir auch nie mehr Gedanken darüber gemacht habe, dass es irgendwo anders vielleicht nicht klappen könnte.“

Wieder zurück im beschaulichen Immendorf, entschied sie sich für ein Studium in Irland – Hotelmanagement sollte es sein. Sie zog für drei Jahre nach Shannon und studierte am Shannon College of Hotelmanagement – nicht ihre letzte Station. Nora musste im Rahmen des Studiums ein praktisches Jahr absolvieren. Sie bewarb sich in Lausanne, französischsprachige Schweiz, und wurde angenommen. Wieder brach sie ihre Zelte ab, wieder sprach sie eine andere Sprache. „Das war schon ziemlich hart am Anfang. Es war das erste Mal, dass ich in einem Restaurant Vollzeit als Bedienung arbeiten musste und kaum Französisch konnte“, sagt sie. Sie durchschritt jedoch mehrere Stationen und entdeckte die Rezeption für sich. „Dort hatte ich mehr Kontakt mit den Gästen und habe auch die Sprache schneller gelernt. Man gewöhnt sich an alles. Wenn man es muss, klappt es auch irgendwie.“

Doch Lausanne war nicht das, was sie wirklich wollte, nicht das Land, das sie glücklich machte. Sie wollte stets in ein englischsprachiges Land. Hinzu kam, dass sie noch weiter studieren und einen guten Abschluss machen wollte. Sie bewarb sich an der National University of Irland, Galway, und spezialisierte sich dort auf den Fachbereich „Accounting“ (Rechnungswesen) – mit einem Diplom für Hotelmanagement und dem Bachelor of Commerce. „Die Uni hat für sich selbst den Standard gesetzt, jeden Schüler in das Berufsleben einzuführen“, sagt sie. Jeder solle praktische Erfahrungen sammeln und wird von der Uni bei der Jobsuche unterstützt.

Tapetenwechsel. Im Jahr 2012 wechselte Nora noch einmal ihre Umgebung, blieb zwar in der Europäischen Union, doch kehrte Irland den Rücken, um nach England zu gehen. Sie arbeitet nun im Rahmen des MIT-Programms (Manager in training) ihrer Uni nur 500 Meter von der berühmten Oxford Street entfernt im vier Sterne Marylebone Hotel. Und nicht nur Nora hat sich für einen solchen Weg entschieden. Viele ihrer Kollegen in der Branche kommen aus dem Ausland. Denn ebenso wie Nora treibt es auch viele dorthin. Es ist das, was sie immer wollte. Und wenn man ehrlich gesteht, ist ihr Englisch nach all den Jahren fast schon besser als ihr Deutsch. Das muss selbst Nora mit einem Schmunzeln im Gesicht zugeben. „Meine Freunde würden sicherlich sagen, dass ich einen Deutschkurs brauche bevor ich nach Hause komme“, scherzt sie.

Nora sei froh, dass sie diesen Weg gewählt habe. Beruflich als auch privat habe sich für sie in all der Zeit alles optimal entwickelt. Sie will Duty Manager werden, das heißt, diejenige sein, die sich um die gesamte Rezeption kümmert. Sie denkt darüber nach, erst einmal in London zu bleiben, auch wenn ihr praktisches Jahr im Juni abgelaufen ist. Sie habe gute Chancen vom Hotel übernommen zu werden.

Was in einigen Jahren folgt, wisse sie noch nicht. „Vielleicht nehmen mein Freund und ich uns noch einmal eine einjährige Auszeit und schauen uns die Welt an“, träumt sie. Wen wundert´s.

Am Ende ihrer ganz persönlichen Reise werde sie wohl wieder nach Deutschland zurück kehren, sagt sie. „Es wird vielleicht nicht die Ecke um Geilenkirchen werden, aber Deutschland wird es am Ende für mich doch sein.“

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