Kreis Heinsberg - Weihnachtsraufen: Vom Weltklasse-Judoka aufs Kreuz gelegt

Weihnachtsraufen: Vom Weltklasse-Judoka aufs Kreuz gelegt

Von: cbo
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Wann kann man schon mal einen Bronze-Medaillengewinner durch die Halle schleifen? Beim Weihnachtsraufen in Erkelenz ließ es Andreas Tölzer, der „Bulle von Gladbach“, in dieser spaßigen Einlage geschehen. Foto: Koenigs
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Auch auf dem Bauch krabbelten die Kids durch die Halle der Luise-Hensel-Grundschule. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Ein wenig ungläubig blicken sie schon drein. Zehn Kinder sind um einen Tisch versammelt und warten gespannt auf die Unterschrift eines Bronze-Medaillengewinners bei den diesjährigen Olympischen Sommerspielen von London. Die Rede ist von Andreas Tölzer, „dem Bullen von Gladbach“. Im Rahmen des 1. Weihnachtsraufens stattete der Judoka rund 100 sportbegeisterten Vorschulkindern in der Sporthalle der Luise-Hensel-Grundschule einen Besuch ab.

Unter der Schirmherrschaft von Dr. Hans-Heiner Gotzen, dem 1. Beigeordneten der Stadt Erkelenz , arrangierten im Rahmen des landesweiten Programms „NRW bewegt seine Kinder“ der Kreissportbund Heinsberg und der Nordrhein-Westfälische Judo-Verband erstmals zusammen mit dem Budo-Club und dem Judo-Sport-Club Erkelenz vier verschiedene Workshops zum Thema Judo und Raufen. Als Gastgeber der Veranstaltung fungierte die Kindervilla Brachelen, obwohl eigentlich nur Kitas aus dem Gebiet Erkelenz-Mitte zugelassen waren. Grund für die Ausnahmeregelung war, dass es in der Erkastadt keinen anerkannten Bewegungskindergarten gibt.

Die Workshops unterteilten sich in drei praktische und einen theoretischen Teil. Im Kellergeschoss standen die Regeln und die Judowerte auf dem Stundenplan. Gleichzeitig wurde das Kampfgewicht jedes Teilnehmers auf der Waage ermittelt. „Ich habe selber mit neun Jahren mit Judo angefangen. Zu meiner Zeit gab es dieses Angebot überhaupt noch nicht. Wichtig ist zunächst einmal, Spaß zu haben und danach dran zu bleiben“, gab der zweifache Vizeweltmeister Andreas Tölzer Auskunft.

Sichtliche Freude hatten die Kinder in der Sporthalle. Die Begeisterung war förmlich greifbar, als auf den Matten unter Anleitung gerauft, Falltechniken ausprobiert und auf spielerische Art Grundformen des Judos erklärt wurden. Besonderen Reiz übten für den sportlichen Nachwuchs die Zweikampfspiele aus. Dabei standen sich jeweils zwei Kinder gegenüber und versuchten, im Zweikampf das Gleichgewicht zu behalten.

Erfreut über das lautstarke und fröhliche Treiben in der Sporthalle zeigte sich auch Anouk Laddach vom Kreissportbund Heinsberg. „Es ist wichtig, sich Randsportarten zu widmen, da ansonsten immer die gleichen Sportarten ausgeübt werden.“ Auch der Name der Veranstaltung wurde laut Laddach bewusst gewählt. „Bei der Bekanntgabe dieses Projekt kam es zu zwei Kontroversen: Weihnachten und Raufen passe doch nicht. Da hier aber nach meiner Meinung Disziplin und Regeln herrschen, ist nichts Böses dabei. Der Titel sollte bewusst provozieren.“

Die Zielsetzung dieser Veranstaltung war klar umrissen. Möglichst viele Kinder sollten motiviert werden, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Dabei stand die Förderung von Kompetenzen im Vordergrund. In den Blickpunkt rückte die positive Konfrontation mit dem Partner und der Gruppe. Unter der fachlichen Anleitung der ortsansässigen Judo-Vereine sollten die Kinder ihren Drang nach Bewegung, Spiel und Sport ausleben können. Gleichzeitig ging es auch darum, dass die Kindertagesstätten schon frühzeitig mit den Sportvereinen in Kontakt treten, um sportliche Weichen zu stellen.

Der Judotag soll keine Einzelveranstaltung bleiben, sondern im nächsten Jahr von den Vereinen fortgeführt werden. Als Belohnung für die Teilnahme an den Workshops erhielt jedes Kind eine Weihnachtstüte, ein Plakat zu den Judo-Werten, vier Gutscheine für ein kostenloses Schnuppertraining sowie ein signiertes Poster von Bronzemedaillen-Gewinner Andreas Tölzer.

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