„Weiche Steine”: Franz-Josef Kofferath schreibt sich die Seele frei

Von: st
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Er hat seine Erinnerungen an die Jugendzeit niedergeschrieben: Franz-Josef Kofferath. Foto: G. Schmitz

Geilenkirchen. „Schreib dir wieder deine Seele frei! Schreib über Dinge, die dich in deinem Leben angenehm berührt haben. Und ich musste nicht lange überlegen, was immer für mich schön war, das Schönste war immer die - nein nicht eine - Frau an meiner Seite.”

Gerade in der Zeit der „ersten Liebe” konnte der Geilenkirchener Franz-Josef Kofferath seine Gefühle - negative wie positive - kompensieren, indem er sie zu Papier brachte, um sie - meist in Reimform - immer wieder zu lesen. Entweder aus Trost oder aus Freude.

Nach über 40 Jahren in der Geilenkirchener Finanzverwaltung, im Außendienst als Vollziehungsbeamter und im Prüfdienst für den Staat erfolgreich tätig, musste Kofferath schweren Herzens aufgrund seines Gesundheitszustandes vorzeitig seinen Dienst quittieren. Der am 3. August 1946 geborene Kofferath fühlte sich überflüssig.

Und dann erinnerte er sich an die Art und Weise, wie er früher solche Probleme angegangen ist. Seine Emotionen verarbeitete Kofferath durch die Umwandlung in Worte. Und so machte er, zurückversetzt in die 70er Jahre, in seinem Roman noch einmal eine Zeitreise von etwa sechs Jahren mit dieser Frau. „Weiche Steine” hat er das Buch überschrieben, das Mitte Mai erscheinen wird.

„Frauen spielten eine Rolle in meinem Leben, von denen ich glaubte, sie seien Stolpersteine. Es waren aber weiche Steine. Ich bin gefallen, aber sie haben mich nicht verletzt, sondern aufgefangen”, erklärt er.

Es ist eine unterhaltsame Lektüre, bei denen viele Emotionen offenbart werden. Dabei startet er philosophische Ausflüge und vermischt oft Realität und Fiktion. Gerade die Mischung aus fiktiven Geschichten und wahre Begebenheiten machen das Buch so interessant.

So beschreibt Kofferath seine Bundeswehrzeit, bei der die Sekretärin der Heeresleitung eine Rolle in seinem Leben spielt, aber auch seine Ausbildung beim Finanzamt, wo er auf eine Seelenverwandte trifft: Ein Clown, wie er es in jener Zeit ist.

Und so beschreibt er, wie es ist, wenn zwei Clowns eine Nacht miteinander verbringen: Sie fürchten davor, dass jemand lachen könnte. Ganz anders als bei ihrem Tagesgeschäft als Clown, wenn sie fürchten, dass niemand lacht.

Mit einer anderen Frau besucht er die Partys der Snobs, die Partys jener Neureichen, bei denen das Wirtschaftswunder mehrmals vorbeigeschaut hat. Über den Pool-Rand sehen sie Dinge, von denen sie nicht einmal wissen, dass es sie gibt „und hatten anschließend Probleme, uns nicht in das Wasser hinein zu übergeben”.

Und dann ist da noch die Geschichte seines Vaterwerdens: Seine Freundin schenkt ihm gleich eine sechsjährige Tochter, die die alleinerziehende Mutter mit in die Beziehung eingebracht hat.

Es geht in den Geschichten nicht nur um hintersinnigen Humor, um Augenzwinkerei, sondern auch um Nachdenkliches. So begleitet er den Papst auf den schwarzen Kontinent.

Als dieser ein dreijähriges Kind in den Armen seiner weinenden Mutter segnen will, hält sie ihm mit den Worten das Kind entgegen: „Drei Jahre ist meine Tochter auf dieser Welt. Wegen Hunger gestorben. Jetzt ist sie endlich tot. Was soll also das Kind mit deinem Segen, viel lieber tät es jetzt noch leben.”

Das Buch „Weiche Steine” von Franz-Josef Kofferath mit Fotos von Anja Junk erscheint im Verlag Books on Demand GmbH, Norderstedt, Mitte Mai.
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