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Wehrleute trainieren das Unvorhersehbare

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Schleuderfahrten mit Großfahrzeugen sollten zwar tunlichst vermieden werden. Sie zu beherrschen kann jedoch nicht schaden.
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Auf dem Ausbildungsgelände im Nordbereich des Flugplatzes in Teveren übten die Teilnehmer der Geilenkirchener Feuerwehr, unter ihnen auch Peter van Sloun, mit den schweren Feuerwehrfahrzeugen „auf Kommando“ eine Vollbremsung. Fotos (2): Georg Schmitz

Geilenkirchen. Schleuderfahrten mit Großfahrzeugen sollten tunlichst vermieden werden. Aber um auf unvorhersehbare Ereignisse im Straßenverkehr vorbereitet zu sein, unternahmen 48 Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Geilenkirchen ein Fahrsicherheitstraining, bei dem das Beherrschen von Löschfahrzeugen in Ausnahmesituationen einstudiert wurde.

Auf dem Ausbildungsgelände im Nordbereich des Flugplatzes in Teveren übten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit den größtenteils über 7,5 Tonnen schweren Feuerwehrfahrzeugen „auf Kommando“ eine Vollbremsung.

Dieses Kommando kam von Fahrsicherheitstrainer Dirk Kersting aus Linnich, der aus „heiterem Himmel“ eine Pylone vor das herannahende Fahrzeug warf. Im Bruchteil einer Sekunde hatte der Mann am Lenker zu entscheiden, wie er dem Hindernis im Einklang mit einer Vollbremsung am besten ausweichen konnte oder ob alternativ ein rechtzeitiger Stillstand des Löschfahrzeugs vor dem Hindernismöglich ist.

Erstes Projekt dieser Art

„Anlass für dieses Training sind die schweren Verkehrsunfälle mit Feuerwehrfahrzeugen in der Vergangenheit“, nannte Stadtbrandin­spektor Michael Meyer den Grund für das erste Projekt dieser Art in Geilenkirchen.

Auf dem Übungsgelände waren an zwei Wochenenden alle 24 Fahrzeuge der Geilenkirchener Wehr beteiligt. Jeder teilnehmende Feuerwehrangehörige sollte die Eigenschaften des ihm in seiner Löscheinheit zur Verfügung stehenden Fahrzeuges besser kennen und beherrschen lernen, um in überraschenden Situationen richtig reagieren zu können.

„Du rollst ja immer noch, bleib konsequent auf der Bremse“, rief Dirk Kersting in sein Funksprechgerät. Der anvisierte Fahrzeugführer hatte die Bremse kurz losgelassen und wollte um das Hindernis herum lenken. Dies gelang ihm aber nicht und er überfuhr die Pylone. Langsam wurde die Geschwindigkeit erhöht, Dirk Kersting verlangte den Fahrern nun zwischen 60 und 70 Stundenkilometern ab und eine plötzliche Vollbremsung bis zum Stillstand.

Die praktischen Übungen waren in die drei Abschnitte „Bremsübung“, „Ausweichübung“ und kombinierte „Brems-Ausweichübung“ unterteilt. Bei letzterer war nicht nur die besondere Aufmerksamkeit der Fahrzeugführer, sondern auch deren Koordinationsfähigkeit gefragt. Fahrzeuge mit Antiblockiersystem (ABS) waren hier im Vorteil und besser beherrschbar. Dirk Kersting stieß die Pylonen noch immer unvermittelt vor die anfahrenden Löschfahrzeuge, und das zog sich über mehrere Stunden hin. Im Anschluss an die Übungen wurden eventuelle Defizite besprochen.

Theorie vor Praxis

Dem praktischen Training ging ein dreistündiger theoretischer Teil voraus, bei dem den Probanden ans Herz gelegt wurde, die anderen Verkehrsteilnehmer immer genau im Auge zu behalten.

„Das von der Unfallkasse NRW geförderte Fahrsicherheitstraining“, sagte Michael Meyer, „soll künftig fester Bestandteil der Ausbildung unserer Feuerwehr werden.“

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