Wasserturm: Kampf gegen Grünspan in luftiger Höhe

Von: Markus Bienwald
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Derzeit wird der Wasserturm der früheren Gewerkschaft Carolus Magnus an der Bergehalde in Übach-Palenberg einer Grundreinigung unterzogen. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Wer sich derzeit die Muße gönnt, eine Tour auf den Haldenberg der früheren Gewerkschaft Carolus Magnus zu wagen, wird mit einem ungewöhnlichen Anblick belohnt: Denn Mitarbeiter einer Spezialreinigungsfirma sind dabei, den Turm einer Grundreinigung zu unterziehen. Mit professioneller Kletterausrüstung und Hochdruckreinigern sind sie noch bis voraussichtlich Freitag am Werk.

„Wir entfernen damit den Grünspan, der sich über die Jahre seit der Sanierung 1997 festgesetzt hat“, sagt Achim Vogelheim, Fachbereichsleiter für Hoch- und Tiefbau in der Stadt. Der Grünspan, so erklärt der Experte, sei nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern beeinflusse auch die Haltbarkeit der gesamten Turmstruktur.

So gingen Laien davon aus, dass eine Lackierung des metallenen Bauwerks auch den nötigen Schutz vor Umwelteinflüssen dauerhaft garantiere. „Aber versiegelt ist der Turm dadurch technisch gesehen natürlich nicht“, macht Vogelheim klar. So unterliege der ursprünglich taubenblaue Lack nicht nur einer dem Wetter geschuldeten Ausbleichung. Über den Grünspan gelangt auch Wasser an die tragende Stahlkonstruktion des 1912 errichteten Turmes.

Wasser ist natürlich heute nicht mehr im Turm. Kurioserweise ist es sogar so, dass wegen einer fehlenden Wasserleitung die Reinigungsfirma das zum Säubern benötigte Nass in Kleinbussen zum Turm fahren muss. „Ursprünglich hatte der Turm übrigens gar keine Lackierung, das kam erst mit der Restaurierung“, klärt der Mann vom Amt auf.

Bei 49 Metern Höhe trug er bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst rund 500 Tonnen Wasser, bei einem Eigengewicht von 100 Tonnen. So sei, auch bei widrigsten Bedingungen, von einer gesicherten Standfestigkeit des denkmalgeschützten Bauwerks auszugehen, erklärt Vogelheim weiter. Umfallen wird er also nicht, aber der Grünspan muss weg, „damit können wir die Lebensdauer des Bauwerks erheblich vergrößern“, so Vogelheim.

Neben der Reinigung ist auch das vom Eigentümer der Bergehalde, der Carolus Magnus GmbH mit Sitz in Geilenkirchen, finanzierte Freischneiden des Turmes eine Maßnahme mit nachhaltigem Charakter. So wird der Turm, der zeitweise selbst für ortskundige Besucher des Berges auf dem Weg zur Spitze unsichtbar blieb, wieder gut erkenn- und erlebbar. Nicht nur, dass die mit der Euregionalen 2008 installierte Illumination besser zur Geltung kommt, auch die rundherum den Turm einschließenden Bäume seien gefällt worden.

Aber früher angebotene Touren zur Aussichtsplattform wird es aller Voraussicht nach nicht mehr geben. Der Grund dafür ist nicht etwa eine instabile Struktur des Turmes, sondern schlicht die Zugänglichkeit. „Wir haben es streng genommen nur mit einer Wartungstreppe zu tun, die auch nur für Wartungsarbeiten gedacht ist“, macht Vogelheim deutlich.

Die Reinigung hat aber noch einen weiteren Effekt: „Wir leisten damit die nötigen Vorarbeiten zu einer statischen Untersuchung“. Achim Vogelheim will damit einen sechsjährigen Turnus anstreben, in dem der Turm – wie alle Brückenbauwerke in der Stadt – einer regelmäßigen Prüfung unterzogen wird. Das Spezialistenteam besteht aus Männern mit Kletter- und Höhenerfahrung.

„So wird keine Einrüstung notwendig, da die Kletterer auch ohne Gerüst alle Punkte des Turms erreichen können“, ist Vogelheim froh. Schätzungen zufolge dürfte eine Einrüstung, beispielsweise für die Zeit eines Neuanstrichs, einen sechsstelligen Betrag verschlingen.

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