Waschstraßenmord: Staatsanwalt fordert zwei Mal lebenslänglich

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Die beiden 58 und 33 Jahre alten Männer, die im Waschstraßenmord angeklagt sind.

Aachen/Übach-Palenberg. In einem ausführlichen „letzten Wort” hat am Montag der wegen Mordes an einem 62-jährigen Waschstraßenbesitzer angeklagte Khalil H. (58) in letzter Sekunde das Ruder herumzuwerfen versucht.

Vor etwa drei Wochen hatte der libanesische Gastronom und Bistrobesitzer sich zum ersten Mal vor dem Aachener Schwurgericht (Vorsitz Richter Gerd Nohl) zu den Anklagevorwürfen geäußert. Wieder bestritt er wortreich den brutalen Mord an Waschstraßenbesitzer Christian J. und warf dabei fordernd die Frage in den Raum: „Hält mich der Staatsanwalt etwa für dumm?”

Das tat Staatsanwalt Oliver d´Avis sicher nicht. Im Gegenteil. Der Anklagevertreter arbeitete in seinem Plädoyer akribisch heraus, warum der Bistrobetreiber mit seinem Dauergast Ronny B. (33) den hinterhältigen Mord in der Nacht zum 5. April dieses Jahres begangen haben muss. „Der von Beginn an geständige Ronny B. hat den komplizierten Tatablauf in seinen Details immer wieder genau beschrieben”, erklärte d´Avis. Auch darum sei er von der Richtigkeit der Aussage überzeugt. Denn der junge Lkw-Fahrer und Familienvater B. hatte exakt beschrieben, wie er in den Sog des Wirtes bei dem mutmaßlichen Auftragsmord geriet.

Die mit Haftbefehl gesuchte und in ihrer serbischen Heimat lebende Ehefrau des Waschstraßenbesitzer soll 20.000 Euro „ausgelobt” haben, um ihren Mann von den beiden aus dem Weg räumen zu lassen. Der Grund: Der 62-Jährige hatte angekündigt, seinen Anteil an der eher schlecht laufenden Waschstraße seiner Tochter zu überschreiben.

„Die Ehefrau befürchtete nach dem Streit und der Trennung, nun völlig leer auszugehen”, fasste d´Avis das Motiv für den Auftragsmord zusammen. Sie habe zwei Schlüssel für den Schlafraum ihres Mannes im Hinterzimmer der Waschanlage nachmachen lassen und sie den Tätern gegeben. Bei der brutalen Tötung mit einem sogenannten Kuhfuß, einer schweren Brechstange, sah d´Avis drei Mordmerkmale erfüllt: Habgier, Heimtücke und niedere Beweggründe.

Für beide Angeklagte beantragte er eine lebenslange Haftstrafe, für Khalil H. sogar die „Feststellung der besonderen Schwere der Schuld”. Die Verteidiger H.´s forderten Freispruch. Der Anwalt von Ronny B. sah seinen Mandanten als ein „höriges” Opfer des Anstifters und beantragte eine Freiheitsstrafe „unter lebenslänglich”.

Das Urteil soll am Montag kommender Woche, 10 Uhr, im Landgericht Aachen gesprochen werden.
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