Was ist das Beste für die lokale Schullandschaft?

Von: agsb
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Wolf Krämer-Mandeau (l.) stellte das in Auftrag gegebene Schulentwicklungskonzept für den Kreis Heinsberg bis 2024 vor. Foto: agsb

Gangelt. Bündnis 90/Die Grünen hatten ins Haus Hamacher geladen, um in der politischen Runde das Thema Schulentwicklung im Kreis Heinsberg darzustellen und zu diskutieren.

Referent Wolf Krämer-Mandeau aus Bonn, Projektgruppe Bildung und Region, lobte den Kreis Heinsberg durchweg für dessen Vorausschau und der Erstellung eines Schulentwicklungskonzeptes. Der Referent erläuterte das Strategiepapier - das auch auf der Internetseite des Kreises zu finden ist - mit vielen Zahlen und Details.

Demnach werden die Schülerzahlen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten deutlich weniger. Eine Veränderung des bisherigen „Schuldenkens” mit Grund-, Haupt-, Realschule und Gymnasium möchte das Bündnis 90/Die Grünen anpacken. „Die optimale Förderung eines Kindes gelingt derzeit unzureichend, da müssen wir eingreifen”, so Dr. Ruth Seidl, Landtagsabgeordnete aus Wassenberg-Birgelen, für die in diesem Zusammenhang die von der Landesregierung favorisierte Gemeinschaftsschule mehr als nur ein Versuchsobjekt ist, eher „eine andere Kultur des Lernens”.

„Es gibt kein Auswahlverfahren, alle Kinder werden aufgenommen und nach ihren Fähigkeiten beschult. Ein bruchloser Übergang zur Sekundarstufe 2 soll reibungslos gegeben sein” so Ruth Seidl. Wolf Krämer-Mandeau zog die Diskussionsrunde mit, als er in den Raum stellte, mit der Haupt- und Realschule sei in Zukunft kein Staat zu machen. „Das Leben ist ungerecht, Bildung aber auch”, so eine Aussage des Referenten.

Provokant hielt er vor, man müsse jungen Familien mit dem Willen zum Eigenheimbau schon warnend mitteilen, wo sie ihr Haus platzieren. Daraus entbrannte eine mehr als lebhafte Diskussion, viele Anwesende sahen eine Vorverurteilung für das ländliche Gebiet im Westen des Landes. Wolf Krämer-Mandeau favorisierte Erkelenz als optimalen Schulstandort. Wobei es hier Widerspruch gab, da Erkelenz von vielen Anwesenden auch als „Vorort von Düsseldorf” angesehen wurde, folglich ein anderes Einzugsgebiet habe.

Im Westen fehlen die Möglichkeiten der weiterführenden Schulen, dem wurde zugestimmt. Ein Gymnasium möglicherweise in Gangelt klang als Stichwort an, wonach der Referent aber in Frage stellte: „Was wird dann aus der Realschule?” Auf Gegenrede stieß der Referent nach der Aussage, dass manche Gemeinde - wie Gangelt oder Selfkant - mit der Frage „Kreis, was kannst du für uns tun?” die falsche Fragestellung gewählt habe. Die Zuhörer glaubten den Eindruck erweckt, Wolf Krämer-Mandeau wolle zwei Gemeinden in der Schulpolitik entzweien.

„Wir müssen den Kreis stärker in die Pflicht nehmen, der Kreis muss dieses Problem viel stärker aufnehmen”, kam einstimmig aus der Runde, wobei auch Vertreter anderer Kreisgemeinden und Städte hier die höhere Behörde gefragt sahen.

Aus Geilenkirchener Richtung kam die Anfrage: „Was machen wir mir mit unseren Hauptschülern, wenn einzelnen Schulen aufgrund Kindermangel ihren Unterricht nicht aufrecht halten können?”

Viele Fragen und Ausblicke machten deutlich: Auch die lokale Schullandschaft wird sich gravierend verändern. Bündnis 90/Die Grünen sieht eine Gemeinschaftsschule als die Lösung an. „Aber wir wollen keinen Kampf der Schulen untereinander”, schloss Dr. Ruth Seidel, „wir wollen nur das Bestmögliche für die Kinder herausholen.”
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