Geilenkirchen - Warmes Wasser dank der Mittagssonne

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Warmes Wasser dank der Mittagssonne

Von: Wilfried Rhein
Letzte Aktualisierung:
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Die Zutaten für das Experiment gibt es in jedem Haus. Die Kinder der AWO-Kita Stadtmitte lernen von Jürgen Hohnen (l.), dass sich das Wasser im Gartenschlauch durch die Sonne ordentlich erhitzt, lässt man die Flüssigkeit nur träge vom Wasseranschluss bis zum Schlauchende fließen. Nachbereitet wird das Erlebte von (hi. v.l.) Kita-Leiterin Ingrid Grein, Gruppenleiterin Lydia Walger und Praktikantin Alina Scholz.

Geilenkirchen. Ein paar der 23 aufgeweckten Kinder in der Kita der Arbeiterwohlfahrt Stadtmitte nicken alt-wissend, als Jürgen Hohnen nach einer Solaranlage fragt, die man vielleicht zuhause auf dem Dach hat. So neu ist nämlich das Thema nicht. Weder in der Technik noch als spannendes Lernobjekt in dieser Gruppe 5 der integrativen Kindertagesstätte.

„Sonnenenergie und Stromwerkstatt” heißt dieses Stück vorschulischen naturwissenschaftlichen Unterrichts. Im Versmaß kann man das einfacher behalten: „Sonne, Mond und Sterne - wir schauen in die Ferne”, lässt Kita-Leiterin Ingrid Grein reimen. „Das Interesse der Kinder an den verschiedenen Himmelskörpern wurde im Laufe der Projektarbeit immer mehr auf das Sonnensystem bezogen”, sagt die Pädagogin.

Und daraus ließ sich einiges erlernen. Die Sonne spendet Licht, erfuhren Jill, Federica & Co. in der Gruppe fünf. Wichtig: „Nie direkt in die Sonne schauen, das schadet den Augen!”

Am Tag, wenn die Sonne zu sehen ist, spendet sie Wärme und Energie. So kann sie auch dazu beitragen, klassischen Energieangeboten und -reserven sparsam zu begegnen. „Dann kann man auch hier im Zimmer das Licht ausmachen”, weiß die sechsjährige Federica.

Eine Menge an Energie steckt in dieser Sonne. Jürgen Hohnen, Installateur-Meister aus Heinsberg und auf erneuerbare Energiequellen eingeschworen, erläutert den Kindern behutsam die Zusammenhänge. Ein kleines Modell hat er mitgebracht: ein Schnitt durch eine so genannte Solaranlage. „Da, wo es so schwarz ist, da heizt die Sonne richtig hinein. Hier drunter liegt jetzt ein Rohr, durch das Wasser fließen und warm werden kannÉ”

Was theoretisch, aber voller Neugier von den 23 Rackern in der Gruppe aufgenommen wird, lässt sich spielend leicht umsetzen. Die Tagesstätte am Beamtenweg und der Umweltschutzberater aus Heinsberg haben die erste gemeinsame Verabredung auf Kindergarten-Ebene zum dem Komplex Energie, mit dem der 46-jährige Fachmann schon einige Schulen im Kreis besucht hat.

Das Wetter ist mehr als ausreichend für den Test im Hof der Kita. Über ein Dutzend Meter lang ist der türkisfarbene Schlauch. Jürgen Hohnen windet damit ein paar Schleifen unter der Mittagssonne. Alina Scholz, Praktikantin im AWO-Haus, dreht langsam den Hahn. Ingrid Grein und Gruppenleiterin Lydia Walger flüstern den Kindern Geduld zu - bis dann wirklich warme Tropfen über die Hände kullern.

„Wichtig ist uns, schon die ganz Kleinen an das Thema heranzuführen”, sagt Ingrid Grein. Denn wie man Energie sparen kann, „lernen sogar Eltern von ihren Kindern”, schildert die Leiterin der Kita den unüblichen Weg. Seit rund drei Monaten pflegt man in der Tagesstätte schon das Sonnenenergie-Projekt. Auch mit Experimenten, dass die Sonnenkraft vieles gut wachsen lassen kann. Gezeigt wird das an Bohnen im Topf. „Das sind die Besten”, weiß Gruppenleiterin Lydia Walger.

Einfach sollen die Beispiele sein, und mit einfachen Worten erklärt, sagt Jürgen Hohnen. Kleine Heftchen hat er dazu mitgebracht, inhaltlich altersgerecht aufgebaut, von der Geräteindustrie bezahlt. So kann man sich auch an Begriffe wie Kollektoren und Wärmepumpen heranarbeiten. „Vor allem das âBe-GreifenÔ”, meint Ingrid Grein, „ist wichtig in dieser Altersgruppe.”

Bald beginnt ein neues Kindergartenjahr, eine andere Wetterzeit. „Wir richten uns mit unserer Stromwerkstatt nach der Jahreszeit”, schaut Lydia Walger voraus. „Im Winter bietet sich was rund um die Heizung an.”

Die Kinder aus dem Beamtenweg werden ihre Freude haben. Und noch mehr Erfahrungen - über die Jahreszeiten hinweg. Beispiel: „Die Spülmaschine”, weiß Federica, „braucht ganz viel Strom.”
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