Wandel macht auch vor der Bestattungskultur nicht halt

Von: Georg Schmitz
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Sachgebietsleiter Daniel Goertz (von links), Vorarbeiter Stefan Steegers und 1. Beigeordneter Herbert Brunen sehen eine Tendenz zu Beisetzungen mittels Urnen in Kolumbarien. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Die Bestattungskultur in Deutschland ist einem ständigen Wandel unterworfen und hat sich besonders in den vergangenen Jahrzehnten den geänderten Gegebenheiten anpassen müssen. Den Kommunen wurden neue Formen der Beisetzung abverlangt, und 2013 übersteigt erstmals auch in Geilenkirchen die Zahl der Urnenbestattungen die der „herkömmlichen“ Sargbestattungen.

Davon können auch Sachgebietsleiter Daniel Goertz und Sachbearbeiter Rene Langa vom städtischen Friedhofsamt ein Liedchen singen. Sie verwalten die zwölf Friedhöfe im Geilenkirchener Stadtgebiet mit einer Gesamtfläche von 83 000 Quadratmetern, was etwa zwölf Fußballfeldern entspricht. Die sieben Beschäftigten der Friedhofskolonne mit Vorarbeiter Stefan Steegers sind für die Pflege der Grünanlagen und die Durchführung der Bestattungen verantwortlich.

Derzeit sind 4400 Gräber auf Geilenkirchens Friedhöfen belegt. Hinzu kommen 1600 freie und vorzeitig abgeräumte Grabflächen. Auf den Friedhöfen werden jedes Jahr rund 230 Tote bestattet, wobei die Tendenz steigend ist. „Hier hat sich der demografische Wandel verzögert, für Geilenkirchen wird der Höhepunkt mit 400 Bestattungen 2030 erreicht sein“, kennt Daniel Goertz die Prognosen.

Die Ruhezeit für Leichen liege bei 25 bis 30 Jahren und sei abhängig von den Bodenverhältnissen vor Ort. Für Urnenbeisetzungen beträgt die Ruhezeit 20 Jahre und diese Art der Bestattung wird immer beliebter. Warum hat sich die Bestattungskultur in Deutschland derart verändert? „Urnenbeisetzungen sind kostengünstiger als Sargbestattungen, außerdem geht der Pflegebedarf aufgrund der kleineren Gräber zurück“, macht Daniel Goertz klar.

Flächenbedarf wird geringer

„Das klassische Nutzungsrecht für ein Wahlgrab für Sargbestattungen werden wir in diesem Jahr wohl nur 35 Mal verleihen.“ Angehörige würden ein Kolumbarium bevorzugen, weil hier keinerlei Pflege notwendig sei. Urnen könnten aber genauso wir Särge in Rasengräbern beigesetzt werden. Auch diese Gräber seien nicht anonym, denn es bestehe die Möglichkeit, eine Grabplatte mit dem Namen des Verstorbenen anzubringen. „Diese Grabart wird von Bürgern nachgefragt, deren Kinder oder Verwandte nicht in der Lage sind, die spätere Grabstätte zu pflegen“, erklärt der Sachgebietsleiter.

Die Tendenz zu Urnenbestattungen bringe ein Problem mit sich: „Der Flächenbedarf wird immer geringer“, so Goertz. Die freien Flächen auf Friedhöfen nähmen zu, könnten aber schwerlich einer anderen Nutzung zugeführt werden. Weil zudem mehr Gräber frühzeitig zurück gegeben würden, entständen immer mehr Lücken, was zu einer Zersplitterung der Flächen führe.

Ziel sei es, möglichst zusammenhängende Freiflächen an den Friedhofsrandbereichen auszuweisen, die dann einer anderen Nutzung zugeführt werden könnten. Was geschieht mit den Urnen nach Ablauf der Ruhezeit? Goertz: „Darüber muss zu gegebener Zeit noch der Rat der Stadt Geilenkirchen entscheiden.“ Erst in einigen Jahren seien Ruhezeiten von 20 Jahren bei Urnen erreicht.

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