Waldenrather Musiker überzeugen mit modernen Klängen

Von: Utz Schäzle
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Starkes Konzert: Der Musikverein Waldenrath überzeugt unter der Leitung von Toni Hilgers beim Jahreskonzert in der Festhalle Oberbruch. Foto: Utz Schäzle

Heinsberg-Waldenrath/Oberbruch. Zum 18. Mal hieß es „Scenes for Band“ in der ausverkauften Festhalle in Oberbruch. In diesem Jahr feiert der Musikverein Waldenrath sein 110-jähriges Bestehen, und als erster musikalischer Höhepunkt begannen die Feierlichkeiten mit dem traditionellen Jahreskonzert.

Dass dies in der großen, akustisch wertvollen Halle stattfinden konnte, ist der Initiative des neugegründeten Fördervereins zur Erhaltung der Festhalle zu verdanken, und „dafür sind wir sehr dankbar“, betonte der Vorsitzende Manfred Philippen. Die Eindrucksvolle musikalische Leistung und das zukunftsorientierte Programmgestaltung, dazu starke eine Resonanz des Publikums – dies ist das Fazit des Konzerts.

Die symphonische Blasmusik zählt zu den innovativsten und vielfältigsten Musikrichtungen unserer Zeit. Originalkompositionen sind inspiriert von Klassik, Kirchenmusik, Pop, Rock, Jazz und anderen Musikrichtungen. Die symphonische Blasmusik ist formenreich und spricht die Gefühle und Fantasie eines breiten Publikums an.

Zunächst eröffnete das 70-köpfige Blasorchester, unter der Leitung des Dirigenten Toni Hilgers, mit dem „Mussinan-Marsch“ den Konzertabend. Die Moderatorin Lydia Rinkens führte durch das Programm und verstand es ausgezeichnet, die Komponisten und ihre Werke dem aufmerksamen Publikum nahezubringen. Schon mit dem folgenden Musikstück „La Principessa“ zeigten die Musikerinnen und Musiker gleich einmal wohin die Reise musikalisch geht. Flott und modern war der Musikverein Waldenrath unterwegs.

Den ersten Beifallssturm des begeisterten Publikum ernteten aber zehn junge Nachwuchsmusikerinnen und ein Nachwuchsmusiker, die in der Blockflötengruppe spielen und die begleitet vom großen Blasorchester die liebliche Romanze „Giudita“ tadellos aufführten. Diese gelungene Premiere des hoffnungsvollen Nachwuchses wurde von Josef Welfens organisiert und vorbereitet.

Als nächstes wurde das Orchester der farbigen wie auch dramatischen Thematik der Filmmusik von „Band of Brothers“ vorbildlich gerecht. Mit dem Marsch „O Vitinho“ ist ein neuer Marschtypus nach Mitteleuropa gekommen, wie er bislang hier unbekannt war. Voller klingender gefälliger Melodien und ohne jegliche Aggressivität steht er für die beschwingte Heiterkeit Portugals.

Mit der Originalkomposition für Blasmusik „Cassiopeia“ von Carlos Marques, entließen die Walden-rather Musikerinnen und Musiker ihr Publikum in die Pause.

Bemerkenswert aktuell war die Auswahl der Stücke für den zweiten Teil des Konzertes: eine Mischung aus originaler und sachkundig arrangierter Blasmusik. Der Musikverein spielte ein Deep-Purple-Medley mit einem Chorus von Saxofonist Manfred Philippen, das „Crazy Clarinet“ mit einem tollen Klarinettensolo von Lukas Welfens und das Medley „Coldplay on Stage“ mit rhythmisch prägnanten Grooves, die typisch sind für die Rockbands der Gegenwart.

Mit dem Stück „Paris Montmartre“ wurden die Zuhörer nach Frankreich entführt. In den unterschiedlichsten musikalischen Passagen zeigten die Musikerinnen und Musiker die vielfältigen Facetten des Pariser Stadtteils. Ruhige und wehmütige Klänge wechselten sich ab mit flotten und temperamentvollen Rhythmen. Ein Trompetensolo von Simon Bertrams und ein Posaunensolo von Markus Wellens sowie Akkordeonklänge von Gastmusiker Jack Rütten ließen das Publikum eintauchen in das berühmte Künstlerviertel.

Mit zeitgenössisch-symphonischer Blasmusik in „Caribbean Moods“ zeigte das Orchester noch einmal alle Klangmöglichkeiten moderner Originalarrangements. Toni Hilgers erwies sich wieder einmal als sicherer Orchesterleiter. Wie vom Vorsitzenden Manfred Philippen zu erfahren war, ist der erfahrene Dirigent aber auch ein hervorragender Motivator, der es immer wieder versteht, die umfangreichen Programme für die Konzerte mit dem Musikverein Waldenrath bis zur Orchesterreife akribisch vorzubereiten und einzustudieren.

Mit anhaltendem Beifall und stehenden Ovationen forderte das begeisterte Publikum mehrere Zugaben, die gerne gewährt wurden, dabei war zum Abschluss der obligatorische „Radetzky Marsch“.

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