Geilenkirchen - Wahrhaftiger Rock hält Einzug bei Werden-Pongs

Wahrhaftiger Rock hält Einzug bei Werden-Pongs

Von: rei
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Bis zur Schmerzgrenze: Beim Auftritt von „Puke ‘n‘ Grin“ wurde es besonders laut. Foto: Stefan Reiners

Geilenkirchen. Die drei untereinander befreundeten Bands, die das Rockkonzert unter dem Titel „Truth“ am Samstagabend im Saal der Immendorfer Gaststätte Werden-Pongs organisierten, hatten vorher die Reihenfolge der Auftritte ausgelost. Der tolle Abend, der dann für die Gäste folgte, war jedoch sicherlich kein Zufall.

Alle drei Bands – „Webraum“, „Puke ‘n‘ Grin“ und „Wicked Down“ – spielten ausschließlich eigene Songs, daher auch der ursprünglich eher ein wenig zufällig entstandene Konzerttitel „Truth“ (Wahrheit), der sich anschließend verselbstständigte und zum Programm wurde. Alles war selbst gemacht. Jede Note, jeder Ton, jede Zeile. Sogar Sound und Licht.

Es begann die aus Gitarre/Gesang, Bass und Schlagzeug bestehende Dürener Formation „Webraum“. Sie hatte ihre Stärken vor allem in den psychodelisch angehauchten Instrumentalteilen, in denen der Gitarrist, übrigens ein Autodidakt, alles reinlegte, was sein Effektboard hergab. Schon die Konzerteröffnung mit dem langsam Spannung aufbauenden, gedehnten Intro versprach das, was die drei Bandmitglieder selber – wenn man denn die stets ungeliebten Vergleiche heranziehen muss – als „Stoner“ bezeichnen.

Dazu wurde eine effektvolle Lichtshow geboten. Hierfür zeichnete ein Mitglied von „Webraum“ verantwortlich, der nicht ganz glücklich, aber dennoch zufrieden mit dem Ergebnis war. „Okay, manchmal ist es etwas dunkel, aber mit der Frontbeleuchtung gab es halt ein paar Probleme“, räumte er offen ein. „Normalerweise kommt noch ein Beamer zum Einsatz, aber der hat heute Morgen beim Soundcheck leider den Geist aufgegeben“, fügte er hinzu.

Anschließend enterten „Puke ‘n‘ Grin“, die ihre Musik selbst als „Pig Rock“ betiteln, die Bühne. „Schweinisch“ kamen sie eigentlich nicht daher, allerdings kompromisslos bis zum Schluss. Es gab gnadenlos die volle Ladung Rock auf die Ohren, bis zur Schmerzgrenze und darüber hinaus. Mit Vincent Rage und Todd Shock verfügen die vier Jungs aus dem Raum Aachen/Geilenkirchen gleich über zwei ebenso fähige wie begeisternde Gitarristen, die nicht nur Fingerfertigkeit bewiesen, sondern auch sichtlich in ihrer Musik aufgingen. Sie zelebrierten ihre Instrumentalparts auch auf den Knien oder gar im Publikum.

Paar Dezibel zu viel

Etwas weniger Dezibel hätten es vermutlich einfacher gemacht, die technisch anspruchsvollen Soli der nebeneinander absolut gleichwertig agierenden Gitarristen akustisch aufzunehmen und entsprechend zu würdigen.

Den Schlusspunkt des bis in den nächsten Tag hineingehenden Konzertes setzte ausgerechnet die Band mit der weitesten Heimreise, „Wicked Down“ aus Wuppertal, bestehend aus Tom, Lenny und „Schnabel“ an Gitarre/Gesang, Bass und Schlagzeug.

Weniger ekstatisch als „Puke ‘n‘ Grin“ und puristischer als „Webraum“ passten „Wicked Down“ eigentlich genau dazwischen. Sie lieferten geradlinigen, schnörkellosen (Hard-) Rock, mit einer perfekt dazu passenden, erstaunlich wandlungsfähigen Stimme von Sänger und Gitarrist Tom, die mal rauchig-kratzig, mal sauber und weich rüberkam, je nach Stimmung des Songs. Dazu ein perfekt abgestimmter, für die kleine Besetzung bemerkenswert satter Sound und gelungene Soloparts. Fehlt definitiv nur noch etwas mehr Bühnenshow à la „Puke ‘n‘ Grin“.

„Truth“ war im Resümee ein musikalisch rundum gelungener Start von Rockfans für Rockfans mit der Intention, mehr „echte“ – weil eigene! – Musik zu präsentieren. Von „echten“ Bands, wie eben „Webraum“, „Wicked Down“ und „Puke ‘n‘ Grin“.

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