Geilenkirchen - Wahlkampf: Die Ministerin und die perfekt vermessene Schweinehälfte

Wahlkampf: Die Ministerin und die perfekt vermessene Schweinehälfte

Von: jpm
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Ministerin Svenja Schulze mit Dr. Andreas Kasel von der CSB-System AG (rechts) und Unternehmensgründer Dr. Peter Schimitzek. Foto: J. Mönch

Geilenkirchen. Als Spitzenpolitikerin wird man ständig irgendwo begrüßt, Frösche aber quakten Svenja Schulze sicherlich noch nirgendwo etwas vor, wo sie eingeladen war. Um diese Erfahrung war die Landesministerin für Wissenschaft, Innovationen und Forschung (SPD) schon reicher, bevor sie am Montagabend bei der CSB-System AG durch die Tür schritt, denn vor derselben gibt es einen kleinen Teich. Geht man durch die Tür hindurch und hält sich rechts, steht man inmitten von Palmen.

Klingt soweit recht naturverbunden, doch bei CSB handelt es sich um einen zukunftsorientierten Innovator. Das weiß man längst nicht mehr nur in Geilenkirchen, denn das Unternehmen ist in rund 50 Ländern aktiv. Spätestens seit der Softwareentwickler und Prozessoptimierer vor einiger Zeit Außenstandort der privaten Rheinischen Fachhochschule Köln (RFH) geworden ist, ist man für den Besuch einer Wissenschaftsministerin prädestiniert.

Düsseldorfs politische Elite geizt dieser Tage nicht mit Terminen, in kaum sechs Wochen ist schließlich Landtagswahl. Die Politik will Aufmerksamkeit, die Wirtschaft will Kontakte, auf Basis dieser unausgesprochenen Übereinkunft haben alle etwas von Terminen wie diesem. Die Kunst für Politprofis wie Schulze besteht darin, höflich und interessiert zu wirken, obwohl sie überhaupt keine Zeit haben, alle anderen, also Gastgeber, Presse und lokale Politiker, müssen der Ministerin eigentlich nur hinterherlaufen und sie eventuell fotografieren oder irgendwas erklären.

Landtagskandidat Christoph Grundmann ist in SPD-roten Schuhen und CDU-schwarzem Anzug erschienen, also in GroKo-Farben. Er und alle anderen stehen jetzt im schicken Palmenfoyer. Dort bekommt Ministerin Schulze Innovationen des Hauses präsentiert, zum Beispiel den „Eyedentifier“, der Waren erkennt und sortiert, oder den „Image-Meater“, der Schweinehälften perfekt vermisst. Als Ministerin kann man gar nicht genug wissen.

Schulze hört Mitarbeiter Dr. Andreas Kasel zu, wie er den „Image-Meater“ erklärt, und CSB-Gründer Dr. Peter Schimitzek, wie er über die Bürokratie schimpft. Denn der „Image-Meater“ wird in zig Ländern eingesetzt, etwa in Frankreich, in Deutschland aber würden CSB Steine in den Weg gelegt. Da ist er bei Schulze, selbst Chefin eines Behördenapparats, an der richtigen Adresse, sie nickt verständnisvoll.

Nach einem Gruppenbild geht es in den Konferenzraum, wo über Bildung, duale Studiengänge und auch die Hochschulkooperation gesprochen wird beziehungsweise werden soll. Schulze erzählt, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter in nicht ferner Zukunft in „Weiterbildungsstudiengänge“ schicken würden, was Peter Schimitzek nicht glaubt, Schulze ist sich aber ganz sicher und bleibt dabei. Sie erfährt auch jede Menge über die Geschichte von CSB. Dann ist die Zeit auch irgendwie schon rum, und die Ministerin rauscht weiter zum nächsten Termin, die Frösche am Eingang hört sie kaum.

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