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Wagendieb bringt Hermes in Verlegenheit

Von: Jan Mönch
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Auch kurz nach Weihnachten werden noch massenhaft Pakete von A nach B gebracht. Das wusste offenbar auch ein Wagendieb in Palenberg nur zu genau. Foto: dpa, stock/Revierfoto

Übach-Palenberg/Baesweiler. Für den Autodieb, der sich kurz vor dem Jahreswechsel in Palenberg herumtrieb, muss es wie ein Sechser im Lotto gewesen sein. Ein Bote des Paketdienstes Hermes war damals, am 30. Dezember, unterwegs, um Pakete einzusammeln. Als er seinen Lieferwagen in der Kapellenstraße abstellte, ließ er den Zündschlüssel stecken.

Als der Fahrer kurz darauf zurückkehrte, war das Fahrzeug verschwunden – und mit ihm nicht weniger als 600 Pakete, die sich im Laderaum befanden.

Wohin der Wagen und seine mit ziemlicher Sicherheit wertvolle Fracht verschwunden sein könnten? Die Polizei hat dafür bis heute nicht den geringsten Anhaltspunkt. Es ist Anzeige gegen Unbekannt erstattet worden. Groß also die Freude beim Auspacken der Pakete für den oder die Diebe. Lange Gesichter bei den eigentlichen Empfängern. Und für manchen Absender fing eine Menge Ärger an. Einer von ihnen ist Peter Frings aus Übach-Palenberg.

In dem gestohlenen Lieferwagen befanden sich gleich zwei Pakete, deren Inhalt er zuvor an Ebay-Kunden verkauft hatte. Und die warteten selbstverständlich mit großer Vorfreude auf ihre Ware. Finanziell ruiniert hat der Vorfall Peter Frings nicht, der Wert beider Päckchen habe bei zusammen etwa 100 Euro gelegen. Sehr geärgert hat er sich jedoch über den Umgang von Hermes (Slogan: „Weil’s gut ankommt“) mit dem Vorfall. In Sachen Kundenbetreuung taten die nämlich nach Schilderung von Frings zunächst mal – nichts. Von dem Diebstahl erfuhr er aus der kurzen Polizeimeldung, die er am 2. Januar in unserer Zeitung entdeckte.

Ungeduldige Ebay-Kunden

600 Pakete – da darf man annehmen, dass mehrere hundert Hermes-Kunden durch den Diebstahl geschädigt wurden. Angenommen, Peter Frings war der einzige, von dem sich zwei Lieferungen im Wagen befanden, wären es theoretisch sogar 599. Wo genau der Lieferwagen unterwegs war, bevor er abhanden kam, will die Pressestelle von Hermes nicht verraten. Nach Informationen unserer Zeitung gehörten neben Übach-Palenberg auch Geilenkirchen, Herzogenrath und Baesweiler zur Tour.

Die beiden Ebay-Kunden von Peter Frings wurden nach einer Weile ungeduldig. Und das aus gutem Grund, schließlich kamen die Lieferungen nicht. Von Hermes waren sie offenbar nicht über den Vorfall in der Kapellenstraße informiert worden. Wie andere Versanddienste auch, bietet Hermes im Internet eine „Sendungsverfolgung“ an. Gibt man dort die Sendungsnummern von Frings’ Paketen ein, erscheint als Statusbericht: „Die Sendung ist nicht eingetroffen.“

Klar, dass diese Information weder Absender noch Empfänger wirklich weiterhilft. „Warum steht dort nicht, dass die Sendung gestohlen wurde?“, ärgerte Frings sich Ende vergangener Woche. „Dann wüssten meine Käufer Bescheid. Das Logistikunternehmen lässt seine Kunden regelrecht im Regen stehen und hält an seinem bürokratischen Gehabe fest.“

Vom Hermes-Kundenservice habe er lediglich „warme Worte“ als Antwort erhalten. „Bedauerlicherweise konnte der Verbleib Ihrer zwei Sendungen nicht geklärt werden. Wir möchten Sie bitten für beide Sendungen separat den Verlust einzureichen“, heißt es lapidar in einer Antwortmail, die Frings an unsere Redaktion weitergeleitet hat. Angehängt ist ein Formular für die Verlustmeldung. Warum er sich diese Arbeit machen muss, wenn doch bekannt ist, dass seine Pakete gestohlen wurden, verstand Frings zunächst nicht.

Brief an die Geschäftsführung

Erst nachdem er den Vorstand von Hermes angeschrieben hatte, wendete sich für den Übach-Palenberger alles zum Guten. Er erhielt einen Anruf, das Unternehmen entschuldigte sich, die Schadenssumme sei gerade überwiesen worden. Außerdem erhalte Frings je einen Gutschein von 9,90 Euro für die beiden verlorenen Pakete. Das war vorgestern, also genau drei Wochen nach dem Diebstahl.

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