Geilenkirchen - Wärterhäuschen: Die Weichen für den Abriss sind gestellt

Wärterhäuschen: Die Weichen für den Abriss sind gestellt

Von: jpm
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Alles muss raus: Bereits am Freitag rückten Bauarbeiter beim Stellwerk an, und entfernten allerlei Plunder, der mit einem Container abtransportiert wurde, aus dem Inneren des Baus. Foto: Jan Mönch

Geilenkirchen. Die Anzeichen für einen Abriss des ungeliebten Stellwerks im Herzen von Geilenkirchen verdichten sich. Bereits am Freitag hatten Bauarbeiter damit begonnen, vor Ort die Innereien des seit Jahren nicht mehr genutzten und daher versiegelten Bahn-Gebäudes ans Tageslicht zu befördern.

Am Montag bestätigte auch Markus Mönter, technischer Beigeordneter der Stadt Geilenkirchen, dass am Bahnübergang Konrad-Adenauer-Straße demnächst der Bagger anrollen soll.

Dass dies, wie von den Arbeitern kolportiert, am ersten August-Wochenende geschehen soll, will die Deutsche Bahn nicht bestätigen. Man wolle den Zeitpunkt des Abrisses erst bekanntgeben, wenn darüber absolute Sicherheit herrscht. Denkbar, dass dies eine Lehre aus der Vergangenheit ist. Denn mehrfach schon hatte der Konzern vollmundig angekündigt, dass der gemeinhin als Schandfleck wahrgenommene Ziegelquader aus dem Blickfeld der Allgemeinheit entfernt wird – und ihn dann doch stehen lassen. So konkret wie jetzt waren die Absichten allerdings noch nie.

So hat die Stadt bereits einen Plan für die Regelung des Verkehrs aufgestellt: Für den Kraftverkehr wird der Bahnübergang ein ganzes Wochenende – länger soll der Abriss auf keinen Fall dauern – nicht nutzbar sein. Pkw, Lkw und Co müssen daher einen Umweg über Pulverbusch nehmen. Eine entsprechende Beschilderung sei vorgesehen.

Diese, so Mönter, werde auch den „großräumigen Verkehr“ dazu auffordern, gleich über die Bundesstraße an Geilenkirchen vorbeizufahren, um übermäßige Staubildung zu verhindern. Für Fußgänger und Radfahrer hingegen sei der Bahnübergang nur des nachts gesperrt, wenn die konkreten Abrissarbeiten über die Bühne gehen. Tagsüber können Fußgänger und Radler den Übergang ganz normal nutzen.

Einer, der sich besonders über den Abriss freut, ist Franz Willi Jansen, Inhaber der Nikolaus-Becker-Stube. „Es gibt also doch noch ein paar Vernünftige bei der Bahn“, klingt er nun zumindest einigermaßen wohlwollend. „Und das nach sieben Jahren Kampf.“ So lange nämlich schon hat Jansen sich über den Anblick des Stellwerks geärgert und versucht, sich bei der Bahn Gehör zu verschaffen. Bis dato vergebens. Nun glaubt sogar er daran, dass die Bagger zeitnah kommen. Bestimmt werde er da mit seinen Gästen ein Gläschen Bier drauf trinken.

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