Vortrag: Wie steht man auf, wenn das Schicksal zuschlägt?

Von: Andrea Schever
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Offen und herzlich erzählte Barbara Pachl-Eberhart über ihr Leben. Foto: as

Geilenkirchen. Als die Frau in Blau auf der Bühne der Geilenkirchener Realschul-Aula stand, vollkommen unverkrampft und mit großer Offenheit, wuchs die Überraschung immer weiter. Barbara Pachl-Eberhart erzählte in ihrem Vortrag „Strohhalme auf hoher See – Herausforderungen meistern, Vertrauen gewinnen“ über ihre tragische Vergangenheit, über den Verlust ihrer Familie.

Und sie sprach davon, wie sie danach wieder in ein normales Leben zurückkehrte und heute in der Lage ist, vor hunderten Menschen darüber zu sprechen.

Mittlerweile ist die Österreicherin Autorin, Coach für kreatives Schreiben und Dialogprozessbegleiterin. Und sie versteht sich vor allem als Botschafterin der Lebensfreude. Bis dahin war es jedoch ein langer Weg für sie: 2008 verunglückten ihr Mann und ihre beiden Kinder mit dem Auto und starben wenige Tage später im Krankenhaus. Pachl-Eberhart verkroch sich zunächst. Sie brauchte Zeit und viel Unterstützung, um wieder aus dieser Lethargie herauszukommen.

Sie veranschaulichte anhand eines Bildes die drei Schritte in ein Leben nach der Krise. Mit den Erkenntnissen, dass sie aufstehen musste, aufstehen konnte und letztendlich irgendwann auch aufstehen wollte, spannte sie ein dreieckiges Segel der Notwendigkeit, des Könnens und des Willens vor dem inneren Auge der Zuhörer auf. Sie musste wieder aufstehen, da banale Angelegenheiten wie die Steuererklärung fällig wurden; sie merkte anhand von positiven Rückmeldungen, dass sie sich und ihre Gefühle so gut schriftlich ausdrücken konnte, dass sie nicht anders konnte, als zu schreiben. Zudem merkte sie ab einem gewissen Punkt, dass sie nach all der Verzweiflung und Aussichtslosigkeit wieder etwas brauchte, das das Leben lebenswert macht.

Bewunderung der Zuhörer

Sie erkannte, dass sie wollen durfte und dass sie es sich erlauben durfte, wieder im Kleinen und Großen glücklich mit ihrem Leben zu sein. Sie erzählte, wie ihr die Menschen entlang ihres Weges geholfen haben: durch Spenden, durch Zuspruch oder auch durch einen kräftigen Schubs ins Leben. Sie räumte ein, dass der Tod ihr viel genommen hat, aber in einem späteren Zeitpunkt auch Kraft und Vertrauen schenkte.

Im Anschluss an ihren Vortrag war dem Publikum Gelegenheit gegeben, Fragen an Barbara Pachl-Eberhart zu stellen. Dabei ließen einige Besucher es sich nicht nehmen, ihre Bewunderung für diese Frau offen auszusprechen – kannten einige von ihnen doch auch das Gefühl des Verlustes. Es kamen jedoch auch Fragen zur Entwicklung ihres Glaubens während dieser Krise zur Sprache oder wie der Umgang mit einem trauerndem Menschen am besten zu meistern sei. Auch hier erzählte Barbara Pachl-Eberhart mit einer Offenheit und Ehrlichkeit, die überraschend und respekteinflößend war.

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